DSB kauft Talgo-Züge für Hamburg-Kopenhagen

Alles rund um die Eisenbahnen außerhalb von Deutschland
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ET 474
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Beitrag von ET 474 »

JeDi @ 18 Jun 2020, 20:46 hat geschrieben:Die Züge werden übrigens - zumindest im DB-Binnenverkehr - über eine 1. Klasse verfügen, die in Dänemark "Businesszone" heißt. Wie sich das in Dänemark tariflich verhält, weiß ich nicht. Grundsätzlich gibts die "Businesszone" aka doch wieder 1. Klasse auch im IC4 - wenn auch mit identischer Bestuhlung wie die 2. Klasse.
Möglicherweise wie NSB Komfort: Ein fester Aufpreis von ungefähr 10-15 ¤ unabhängig von der Entfernung. Bei der NSB kostete das 2015 90,- Kronen (ca. 9-10 ¤), inzwischen dürfte das bei 100-120 Kronen (ca. 10-12 ¤) sein.
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

und wer parallel zu einem langsameren Zug einen schnelleren Zug nimmt, muss dafür Aufpreis zahlen.
Gibt es in DE ja auch so kostet der ICE (theoretisch) mehr als der IC und der mehr als der RE,...
Bei uns kostet alles gleich im Verbund. Genauso im ÖBB Tarif.
und in Regionalzügen sollen bequemere Sitze für Anschluss-Reisende des Fernverkehrs reserviert werden
Was ist wenn der Regionalzug gesteckt voll wäre das sich die Leute rein quetschen? Bei uns würde der Zugbegleiter gelyncht werden.
und können gegen Aufpreis für Regionalzüge entsperrt werden.
Was machen Pendler?
Übrigens gibts in Deutschland auch keine Sparpreise usw. im Regionalverkehr.
Was ist wenn du einen ICE einbaust?
Beispiel auf einer Strecke wo es NUR einen R, RE, REB,... gib?
Die Züge werden übrigens - zumindest im DB-Binnenverkehr - über eine 1. Klasse verfügen
Welche als solche beschriftet ist?
:rolleyes: Wer schreibt ständig das es nur eine Klasse geben wird...?!
wenn auch mit identischer Bestuhlung wie die 2. Klasse.
Beispiel: https://www.vagonweb.cz/fotogalerie/CZ/CD_680.php
Der Pendolino hat die identische aber mit anderen Service.
JeDi
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Beitrag von JeDi »

einen_Benutzernamen @ 18 Jun 2020, 21:08 hat geschrieben: Gibt es in DE ja auch so kostet der ICE (theoretisch) mehr als der IC und der mehr als der RE,...
Bei uns kostet alles gleich im Verbund.
Das ist ja auch Eigenschaft des Verbundes und in Deutschland genau so - der Verbund-Fahrschein kostet auch hier für alle zugelassenen Verkehrsmittel das gleiche, egal ob S, RB, RE, IC, ICE oder RJ.
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

der Verbund-Fahrschein kostet auch hier für alle zugelassenen Verkehrsmittel das gleiche, egal ob S, RB, RE, IC, ICE oder RJ.
Mir wäre spontan neu das man in DE mit einen Verbundfahrschein in einen ICE fahren kann.
JeDi
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Beitrag von JeDi »

einen_Benutzernamen @ 19 Jun 2020, 00:24 hat geschrieben: Mir wäre spontan neu das man in DE mit einen Verbundfahrschein in einen ICE fahren kann.
Tja. Ist aber so.
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karhu
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Beitrag von karhu »

Die DSB hat im September ihre ersten drei Vectron bekommen, diese werden dann auch die Talgo Wagen von Hamburg nach Kopenhagen ziehen. 200km/h und zugelassen für Deutschland, Dänemark und Schweden.
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Beitrag von Mühldorfer »

Hallo,
Fragen zu dem Prinzip Talgo und der spanischen Orginale. Leider fahren die aktuell nichtmehr bei der Bahn-AG:

1. Wie gut war die technische Qualität, Betreung durch Talgo-Techniker und Zuverlässigkeit. Gab es in den ca. 15 Jahren zwischen München-Hamburg-Berlin störend viele Zugausfälle. Bei Einzelwagen kann ja ggf. einer kurzfristig rausrangiert werden.

2. Die Laufruhe fand ich gut, ich fuhr mehrfach München-Berlin.

3. Sind für Talgo-Garnituren 195km/h ein lauftechnisches Problem, was macht die Bremstechnik der aktuellen ( letzten DB-AG ) Garnituren. Fernreise-Nachtverbindungen könnten mit anzustrebende 140km/h Druchschnitt bei 195km/h max auch in 12h 1700kmStrecke machen. Streckausbau nicht für 350km/h max sondern erstmal konsequent nicht unter 140km/h auch durch Bahnhöfe ohne Verkehrshalt.
( Siehe Durchfahrt Bitterfeld )


4. Gibt es freie Informationen was mit dem Talgo ein Sitz- oder Bettplatzkilometer kostet gegenüber Einzelwagen, teurer oder vernachlässigbarer Unterschied? Langfristig über 10 bis 20 Jahre gerechnet.
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Beitrag von Metropolenbahner »

karhu @ 13 Dec 2020, 21:35 hat geschrieben: Die DSB hat im September ihre ersten drei Vectron bekommen, diese werden dann auch die Talgo Wagen von Hamburg nach Kopenhagen ziehen. 200km/h und zugelassen für Deutschland, Dänemark und Schweden.
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Hmm und was machen die Loks nun, bis 2023, stehen die nur rum? In dem Fall würde es sich für die paar Übergangsjahre vielleicht doch noch rentieren irgendwo alte IC-Wagen herzubekommen und einzusetzen.

@Mühldorfer:

1. Was ich in Erinnerung habe, waren die Zuverlässigkeit bei den Nachtzugtalgos sehr gut, irgendwas mit 99,x% - v.a. aber auch deshalb, weil ein Bordtechniker mitfuhr. Das wird beim neuen Zug kaum noch so sein...

2. Ja, das ist bekannt, kein Sinuslauf und Luftfedern. Der neue müsste nochmal nen Zacken besser sein, da die Neigetechnik gegen Knorr-Dämpfer eingetauscht wurde. Die Wagenkästen sollte damit sehr ruhig liegen.

3. Nö. lauftechnisch gibts da überhaupt keine Probleme. Die Wägelchen schaffen auch Tempo 300 und mehr. Das wird bei Talgo als "Upgrade" beworben, die bauen z.B. in Spanien gerade alte Nachtzugwagen in nen "ICE" um. Einfach vorne und hinten den passenden HGV-Triebkopf dran und ab gehts. Finde ich auch ziemlich praktisch. Talgo hatte für den dt. Markt für die Nachtzuge extra Mg-Bremsen entwickelt, die die DB damals für den Nachtzug aber nicht abriefen, deshalb durfte der nur 140 fahren. Beim Russen-Talgo sind die aber jetzt montiert und im Einsatz. Sind also erprobt.

Wundertüte wird halt die nagelneue Lok. Wenn die nicht richtig läuft oder gar verpfuscht sein sollte, dann ist nützen die besten Wagen nichts.
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Beitrag von Hot Doc »

Mühldorfer @ 16 Dec 2020, 22:51 hat geschrieben: Hallo,
Fragen zu dem Prinzip Talgo und der spanischen Orginale. Leider fahren die aktuell nichtmehr bei der Bahn-AG:

1. Wie gut war die technische Qualität, Betreung durch Talgo-Techniker und Zuverlässigkeit. Gab es in den ca. 15 Jahren zwischen München-Hamburg-Berlin störend viele Zugausfälle. Bei Einzelwagen kann ja ggf. einer kurzfristig rausrangiert werden.
Ich habe leider keine Informationen aus erster Hand, aber was ich so gehört habe, sind die Talgo mit der "Talgo-Wartung" ziemlich zuverlässig (gewesen).
2. Die Laufruhe fand ich gut, ich fuhr mehrfach München-Berlin.
Das kann ich aus Spanien bestätigen. Selbst die ersten Talgo-Generationen fahren heute noch mit einer sehr angenehmen Laufruhe.
3. Sind für Talgo-Garnituren 195km/h ein lauftechnisches Problem, was macht die Bremstechnik der aktuellen ( letzten DB-AG ) Garnituren. Fernreise-Nachtverbindungen könnten mit anzustrebende 140km/h Druchschnitt bei 195km/h max auch in 12h 1700kmStrecke machen. Streckausbau nicht für 350km/h max sondern erstmal konsequent nicht unter 140km/h auch durch Bahnhöfe ohne Verkehrshalt.
( Siehe Durchfahrt Bitterfeld )
Vom Prinzip her kann der Talgo ja sogar noch schneller. Braucht halt dann andere Bremsenund andere Federn. Im Talgo D wird man das verbauen, was man für die zulässige Höchstgeschwindigkeit braucht. Kann mir nicht vorstellen, dass es technisch ei Problem wäre auch mit diesen Wagen schneller zu fahren. Zulässig ist es halt nicht. Da die bestellten Talgos aber für 200km/h zugelassen sein sollen, wüßte ich nicht, warum 195km/h ein Problam darstellen sollte. Es ist technisch zudem der gleiche Wagentyp, der in D für 230km/h zugelassen ist/sein wird. Umso mehr kann ich mir keine größeren Probleme vorstellen.
4. Gibt es freie Informationen was mit dem Talgo ein Sitz- oder Bettplatzkilometer kostet gegenüber Einzelwagen, teurer oder vernachlässigbarer Unterschied?  Langfristig über 10 bis 20 Jahre gerechnet.
Das weiß ich nicht. Insgesamt ist der Talgo aber - auch durch die Zuverlässigkeit - ein durchaus rentabler Zug.

Oha....Metro war schneller.
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karhu
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Beitrag von karhu »

Metropolenbahner @ 17 Dec 2020, 11:15 hat geschrieben:Hmm und was machen die Loks nun, bis 2023, stehen die nur rum? In dem Fall würde es sich für die paar Übergangsjahre vielleicht doch noch rentieren irgendwo alte IC-Wagen herzubekommen und einzusetzen.

Nein, offenbar hast du das VIDEO nicht angeschaut, da wird berichtet das die Loks auch im Regionalverkehr zwischen Østerport und Slagelse eingesetzt werden und die ältere Serie der EA Loks ersetzen werden die mit der deutschen Baureihe 120 verwandt ist.

Die neuen Loks werden auch den Talgo ziehen, aber nicht nur.

Und vielleicht kann die DSB die neuen Loks auch im Güterverkehr brauchen, davon ist allerdings im Video keine Rede.
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Beitrag von Metropolenbahner »

karhu @ 17 Dec 2020, 16:07 hat geschrieben:
Metropolenbahner @ 17 Dec 2020, 11:15 hat geschrieben:Hmm und was machen die Loks nun, bis 2023, stehen die nur rum? In dem Fall würde es sich für die paar Übergangsjahre vielleicht doch noch rentieren irgendwo alte IC-Wagen herzubekommen und einzusetzen.

Nein, offenbar hast du das VIDEO nicht angeschaut, da wird berichtet das die Loks auch im Regionalverkehr zwischen Østerport und Slagelse eingesetzt werden und die ältere Serie der EA Loks ersetzen werden die mit der deutschen Baureihe 120 verwandt ist.

Die neuen Loks werden <u>auch</u> den Talgo ziehen, aber nicht nur.
Ok, Danke alles klar. Ja hab das Video nicht angeschaut, hab am aktuellen PC gerade kein Audio.
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Beitrag von Iarn »

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Beitrag von Balduin »

Ich hänge es mal hier rein, weil ich sonst keinen allgemeinen Thread zu "Dänemark" o.Ä. gefunden hab:

Stadler klagt gegen Vergabe an Alstom

Vor paar Wochen, hatte die DSB verkündet, bei Alstom Coradias als neues Rückgrat der Flotte bestellen zu wollen. Dagegen klagt jetzt Stadler.

Lustig finde ich das in zweierlei Hinsicht: Also weil neuerdings Stadler so auf Krawall gebürstet zu sein scheint (siehe Allgäu).
Und anderseits, dass Alstom mal die eigene Medizin eingeschenkt bekommt - die hatten ja irgendwie bei jeder Ausschreibung in den letzten 2,3 Jahren die sie nicht gewonnen haben schon mal aus Prinzip gegen geklagt :lol:
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Balduin @ 12 May 2021, 13:17 hat geschrieben:Lustig finde ich das in zweierlei Hinsicht: Also weil neuerdings Stadler so auf Krawall gebürstet zu sein scheint (siehe Allgäu).
Und anderseits, dass Alstom mal die eigene Medizin eingeschenkt  bekommt - die hatten ja irgendwie bei jeder Ausschreibung in den letzten 2,3 Jahren die sie nicht gewonnen haben schon mal aus Prinzip gegen geklagt  :lol:
Ich weiß halt nicht ob die Maßstäbe, die man als Privatperson zum Thema Rechtsmittel hat ("auf Krawall gebürstet"), bei Großunternehmen anwendbar sind. Im Gegenteil, wenn du als Unternehmensführung feststellst, dass irgendwas für dein Unternehmen zu holen sein könnte, MUSST du in der Regel diesen Weg gehen, damit dir keiner, z.B. die Arbeitnehmervertretung, zumindest Nachlässigkeit in der Geschäftsführung vorwerfen kann. Oder einfach um Frsten zu verlängern, Verjährung zu verhindern, was auch immer.
„Herr Otto Mohl fühlt sich unwohl am Pol ohne Atomstrom.“
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Balduin
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Beitrag von Balduin »

Klar, will das auch gar nicht bewerten. Und tendiere auch eher gefühlsmäßig dazu, in beiden Fällen Stadler eher zuzustimmen.

Es ist einfach der subjektive Eindruck/Image, den da eine Firma hat: Stadler hatte bislang in Bahnszene den Ruf gehabt, die korrekte und sehr freundliche kleine Schweizer Firma zu sein, die v.a. nie mit irgendwas "negativen" in die Schlagzeilen kommt (mal unabhängig davon, ob das so 100% stimmen kann).
Das wandelt sich halt, sie sind (logischerweise) auf dem Weg zum Großunternehmen - mit entsprechend mehr Reibungspunkten.

Etwas OT allg. an der Stelle: Irgendwann letztens habe ich einen Artikel überflogen, in dem sinngemäß stand dass bzgl. Übergang zu Großunternehmen Stadler in ein extrem kritischen Phase befindet. Also sie haben lange Jahre noch immer als Mittelständler und Nischenproduzent agieren können. Unterhalb der großen, wie eben Siemens, Alstom(-Bombardier) oder CRRC. Mittlerweile spielen sie volumenmäßig aber eben auch in derselben Liga wie diese, was wohl gerade finanzlastig durchaus zu Wachstumschmerzen führt. Und die Gefahr dass sie sich daran verheben. Und es sowas liegt nicht nur am Gewinn, auch wenn man weiterhin in Summe welche erwirtschaft, kann die Lage ungesund sein. Z.B. wegen zu wenig Cashflow usw. Keine Ahnung, ich kanns nicht beurteilen, kenne mich mit BWL nicht aus. Aber ich fand die Einschätzung interessant.
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Beitrag von Rohrbacher »

Die Wachstumsschmerzen könnten sicherlich noch dazukommen und vielleicht auch der Ausblick auf die Zukunft und geplante Auslastung der Werke. In den letzten beiden Jahrzehnten wurde in vielen Ländern das Rollmaterial erneuert, effizienter gemacht und zum Teil nachgeholt, was die Länder in den 80ern verpennt haben. Gut möglich, dass man auch deswegen um jeden Auftrag kämpft, weil man davon ausgeht, dass allgemein weniger bestellt wird, ggf. wegen Corona Investitionen verschoben werden und man damit rechnen muss, dass weitere Marktteilnehmer (nicht nur aus China, sondern z.B. auch wieder Siemens) auch noch mitmachen wollen. Dazu kommt, dass die Produktpalette durch den absehbaren Wegfall der Dieseltraktion und zu weiten Teilen auch der lokbespannten Personenzüge eher weniger breit sein wird und dann mehr Hersteller um die gleichen Aufträge buhlen werden.

Wenn du zurückschaust, hatten wir in den 70ern in Deutschland ja mal die Geschichte, dass die DB fast keine Loks mehr gekauft hätte. Der Vorkriegsbestand war weitgehend bereinigt, nach der Ölpreiskrise saß das Geld nicht mehr so locker und die Universal-Drehstromlok kündigte sich an, war aber noch nicht serienreif, der Bau von Dieselloks war nahezu beendet. Damals haben auch die Interesssenvertreter derjenigen, die nur Loks gebaut haben, erreichen können, dass die S-Bahnnetze (als die fast einzigen Großaufträge damals) aus rein industriepolitischen Gründen mit x-Wagen und zusätzlichen 111 ausgestattet wurden statt mit weiteren 420 oder einem ggf. auch in einer Regionalversion denkbaren Nachfolger, der aber nur den Triebwagenbauern genutzt hätte. Heute haben wir eine andere Bahn und eine andere Wirtschaft, heute beschafft man sich seine Krücken, weil man gerade nichts anderes kriegt oder jemand eine Lücke in der Ausschreibung gefunden hat ... Das Problem, dass der Markt für Triebwagen für Kurz- und Mittelstrecken enger werden könnte, dürfte Stadler sicher auf dem Schirm haben. Dadurch dass die Plattformen im Gegensatz zu früher nur untereinander funktionieren und jede Vergabe eventuell für lange Zeit die Bindung an einen (anderen) Hersteller bedeutet bzw. dass man selbst für längere Zeit bei diesem Kunden raus ist (im Gegensatz zu den Herstellern z.B. von Güterzugloks), man aber die Arbeitsplätze und Werke dauerhaft unterhalten und auslasten muss, verschärft die Sache natürlich, auch weil nicht überall so'n Mischwarenladen zusammengekauft wird in Deutschland. Da könnten ein paar Aufträge sicher für die Hersteller mehr als nur nice to have oder (in einen bestimmten Zeitraum) gleichwertig ersetzbar sein.
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Beitrag von JeDi »

Iarn @ 18 Apr 2021, 10:01 hat geschrieben: PM der DSB zur Verlängerung der Züge
Auch wenn in Hamburg gleich jemand explodiert: die zusätzlichen Wagen bekommen eine 2+1-Bestuhlung mit mehr Beinfreiheit als echte 1. Klasse: https://ipaper.ipapercms.dk/DSB/udogse/2021...r-2021/?page=20
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