[S] Großbrand in Stuttgarter Busdepot Gaisburg

Strecken, Fahrzeuge und Technik von Bussen
mapic
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Beitrag von mapic »

Jean @ 8 Oct 2021, 18:29 hat geschrieben:Hoffen wir mal dass du Recht hast...weil die derzeitige Generation von Akkus geht gar nicht.
Lithium-Eisenphosphat-Akkus sind eine derzeitige Generation. Bei den Hausakkus ist das so der gängige Standard. Die gibts aber auch schon in PKW. Aufgrund der geringeren Energiedichte sorgen die halt nicht gerade für die größten Reichweiten und Ladeleistungen, weshalb man davon relativ wenig hört.
Step_3
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Beitrag von Step_3 »

Martin H. @ 8 Oct 2021, 13:30 hat geschrieben: Nach einer aktuellen Pressemeldung der MVG war ein eCitaro wie er auch in München fährt Brandursache.
Quelle ??
Link ??
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Jean
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Beitrag von Jean »

Step_3 @ 8 Oct 2021, 22:30 hat geschrieben:
Martin H. @ 8 Oct 2021, 13:30 hat geschrieben: Nach einer aktuellen Pressemeldung der MVG war ein eCitaro wie er auch in München fährt Brandursache.
Quelle ??
Link ??
Tramreport.
Danke für das Forum

Für den ÖPNV Ausbau Gegen Experimente und Träuereien. Eine Trambahn braucht einen eigenen Fahrweg, unabhängig vom MIV!
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Beitrag von Step_3 »

Danke,
Hatte (unsinnigerweise :ph34r: ) auf der MVG-Seite gesucht.
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Beitrag von JeDi »

Jean @ 8 Oct 2021, 21:32 hat geschrieben:
Step_3 @ 8 Oct 2021, 22:30 hat geschrieben:
Martin H. @ 8 Oct 2021, 13:30 hat geschrieben: Nach einer aktuellen Pressemeldung der MVG war ein eCitaro wie er auch in München fährt Brandursache.
Quelle ??
Link ??
Tramreport.
Oder auch direkt die SWM per Pressemitteilung...
Martin H.
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Beitrag von Martin H. »

Hatte erst nur nen Screenshot der Pressemeldung bekommen.....
Rohrbacher @ 8 Oct 2021, 17:08 hat geschrieben:Nachdem was ich lese und verstehe, gehe ich davon aus, die Zukunft werden wohl Feststoffakkus sein, die brennen auch nicht, sind temperaturunempfindlicher und halten ebenfalls länger als die derzeitigen Lithium-Ionen-Akkus.
Diese Citaro, zumindest die Münchner, haben diese Feststoffbatterien. :ph34r:
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Martin H. @ 9 Oct 2021, 01:12 hat geschrieben:Diese Citaro,  zumindest die Münchner, haben diese Feststoffbatterien.   :ph34r:
Dann sollte der Akku bauartbedingt sicherer sein. Aber solange man nicht sicherstellen kann, dass die Akku-Bauart in Stuttgart überhaupt die Ursache war (keine Ahnung was die verbaut hatten) oder die MVG nicht einfach überreagiert oder einen Vorwand braucht, hilft uns das auch nicht weiter. Auch bei einem E-Fahrzeug kann ja irgendwas völlig anderes einen Brand auslösen. Es hieß ja, der Brand sei im Dachbereich eines Busses ausgebrochen. Ich müsste zum Weiterdiskutieren nachschauen, was da jetzt sein könnte. Aber ich weiß halt auch nicht, ob die Info stimmt. Von dem her lass ich das einfach. :D
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Beitrag von 218 466-1 »

Rohrbacher @ 8 Oct 2021, 18:41 hat geschrieben:Es hieß ja, der Brand sei im Dachbereich eines Busses ausgebrochen. Ich müsste zum Weiterdiskutieren nachschauen, was da jetzt sein könnte. Aber ich weiß halt auch nicht, ob die Info stimmt. Von dem her lass ich das einfach. :D
Dach passt schon. Da sind die Batterien (2-6V HV battery cluster (HVBC)) untergebracht
Quelle
Ein weiteres befindet sich unten im Heck.

Alternativ käme am Dach noch die Klimaanlage in Frage, was aber V-Busse auch betreffen würde und daher unwahrscheinlich ist.
Das Dach als Brandherd wurde praktisch überall genannt, wodurch das schon stimmen dürfte und die 2-6V HVBC sehr wahrscheinlich das Problem sind.
Mehr zu diesen Batterien hier und da.
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mapic
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Beitrag von mapic »

Hier wird der Aufbau des eCitaro mit Feststoffakkus erklärt: https://youtu.be/Om3uVW4lskE?t=126

Die Akkus haben eine Wohlfühltemperatur von 80°C. Das heißt, dass die Klimaanlage da also zwangsläufig völlig anders aufgebaut sein muss als beim Dieselbus.
Valentin
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Beitrag von Valentin »

JeDi @ 3 Oct 2021, 16:21 hat geschrieben:Das genannte Polizeigutachten wurde nahezu fristgemäß Anfang Mai vorgelegt, und sollte nur Untersuchen, ob es sich um Brandstiftung handelte, oder nicht. Die Fachgutachten ziehen sich naturgemäß länger - und so lange sollte man sich mE auch mit Spekulationen a la "war bestimmtn E-Bus" auch zurückhalten.
In Düsseldorf hatte der Gutachter schon vor Monaten sein Abschlußgutachten vorgelegt. Wegen des starken Feuers konnte nur noch eine allgemeine technische Ursache als Brandursache festgestellt werden.
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bayernfan2
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Beitrag von bayernfan2 »

Die MVG zieht E-Busse des gleichen Typs bis zur Klärung der Ursache aus dem Verkehr

https://www.br.de/nachrichten/bayern/nach-b...verkehr,SlKRvUk
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Der Akku an sich kann's dann ja eigentlich nicht sein. Ist es vielleicht ein indirektes Problem, dass überhitzende Akkus andere Teile in Brand stecken können? Im Video über den eCitaro ist bei etwa 4:40 von einer Styropor-Isolation die Rede. Bei dem Wort werde ich hellhörig. Das ist jetzt aber nur eine synonyme Verwendung für geschäumte Kunststoffe oder ähnliches und nicht tatsächlich genau dieses Material, bekannt z.B. von den mittlerweile unstrittenen, weil brandgefährlichen Fassadendämmungen?

"Das Brandverhalten von expandiertem Polystyrol wird davon dominiert, dass es bei Temperaturen wenig über 100 °C erweicht und dann abtropft, wobei die Tropfen (...) Feuer fangen können und dann brennend abtropfen. Das Material zersetzt sich oberhalb von etwa 300 °C unter anderem zu Styrol (Flammpunkt von ca. 31 °C). Gegebenenfalls werden auch Rückstände des Treibmittels Pentan (Flammpunkt ca. -50 °C) freigesetzt. Dies kann zum selbstständigen Abbrand und Abtropfen des Polystyrols führen. Brennend abtropfendes Polystyrol kann zu einer Brandausbreitung durch Entzündung von darunter befindlicher Materialien führen. (...) Durch geeignete Flammschutzmittel kann die Entflammbarkeit von (expandiertem bzw. extrudiertem) Polystyrol reduziert werden. (...) Das Brandverhalten von flammgeschütztem Polystyrol-Hartschaum für Bauanwendungen wird gemäß EN 13501-1 klassifiziert und in die europäische Klasse zum Brandverhalten E eingestuft."

E ist knapp besser als F ("brennt wie Sau"). Das kann's eigentlich nicht sein, andererseits wissen wir seit einigen Unfällen, dass im Straßenverkehr im Gegensatz zur Eisenbahn fast alles erlaubt ist. Der riesen Vorteil von Styropor, was bekanntlich auch gerne für Verpackungen verwendet wird, ist der günstige Preis. Und bei Elektrofahrzeugen zählt derzeit wahrscheinlich jeder Cent. Jetzt bin ich echt neugierig ... :ph34r: :ph34r: :ph34r:
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Beitrag von Valentin »

Rohrbacher @ 9 Oct 2021, 13:44 hat geschrieben: Der Akku an sich kann's dann ja eigentlich nicht sein. Ist es vielleicht ein indirektes Problem, dass überhitzende Akkus andere Teile in Brand stecken können? Im Video über den eCitaro ist bei etwa 4:40 von einer Styropor-Isolation die Rede. Bei dem Wort werde ich hellhörig. Das ist jetzt aber nur eine synonyme Verwendung für geschäumte Kunststoffe oder ähnliches und nicht tatsächlich genau dieses Material, bekannt z.B. von den mittlerweile unstrittenen, weil brandgefährlichen Fassadendämmungen?

"Das Brandverhalten von expandiertem Polystyrol wird davon dominiert, dass es bei Temperaturen wenig über 100 °C erweicht und dann abtropft, wobei die Tropfen (...) Feuer fangen können und dann brennend abtropfen. Das Material zersetzt sich oberhalb von etwa 300 °C unter anderem zu Styrol (Flammpunkt von ca. 31 °C). Gegebenenfalls werden auch Rückstände des Treibmittels Pentan (Flammpunkt ca. -50 °C) freigesetzt. Dies kann zum selbstständigen Abbrand und Abtropfen des Polystyrols führen. Brennend abtropfendes Polystyrol kann zu einer Brandausbreitung durch Entzündung von darunter befindlicher Materialien führen. (...) Durch geeignete Flammschutzmittel kann die Entflammbarkeit von (expandiertem bzw. extrudiertem) Polystyrol reduziert werden. (...) Das Brandverhalten von flammgeschütztem Polystyrol-Hartschaum für Bauanwendungen wird gemäß EN 13501-1 klassifiziert und in die europäische Klasse zum Brandverhalten E eingestuft."

E ist knapp besser als F ("brennt wie Sau"). Das kann's eigentlich nicht sein, andererseits wissen wir seit einigen Unfällen, dass im Straßenverkehr im Gegensatz zur Eisenbahn fast alles erlaubt ist. Der riesen Vorteil von Styropor, was bekanntlich auch gerne für Verpackungen verwendet wird, ist der günstige Preis. Und bei Elektrofahrzeugen zählt derzeit wahrscheinlich jeder Cent. Jetzt bin ich echt neugierig ... :ph34r: :ph34r: :ph34r:
Die Ingeneure einer 80°C heißen Batterie werden sicherlich einen anderen Kunststoff verwendet haben als der im Link erwähnte:
Es ist wenig wärmebeständig, ab 55 °C setzt eine Beschleunigung der Alterung ein, weshalb es nur bis 70 °C einsetzbar ist

Vielleicht waren andere geschäumte Styrole mit dem generischen Ausdruck Styropor gemeint?


Und wenn die Temperatur der Batterie einmal anfängt, aus dem Normalbereich wegzulaufen, ist die Flammtermperatur der Isolierung sicherlich das geringste Problem.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Valentin @ 9 Oct 2021, 20:36 hat geschrieben:Die Ingeneure einer 80°C heißen Batterie werden sicherlich (...)
Vielleicht waren andere geschäumte Styrole mit dem generischen Ausdruck Styropor gemeint?
Wie gesagt: Ich will's mal sehr hoffen.
Valentin @ 9 Oct 2021, 20:36 hat geschrieben:Und wenn die Temperatur der Batterie einmal anfängt, aus dem Normalbereich wegzulaufen, ist die Flammtermperatur der Isolierung sicherlich das geringste Problem.
Dann brennt eine Feststoffbatterie, wie ich sie kennengelernt habe, trotzdem nicht. Wenn man sie z.B. einfach mal anbohrt, soll sie wohl sehr heiß werden, mehr passiert aber angeblich nicht. Die Temperatur im Worst Case ist dann schon auch für die Umgebung relevant. Genauso wie beim Turbolader oder einem Rußfilter beim Regenerieren. Die Teile glühen im Zweifel bei über 1.000 °C, brennen selbst aber nicht. Blöderweise ist die Feuerwehr trotzdem deswegen schon öfters zu Pkw ausgerückt, wenn die Ingenieure doch nicht ganz so viel Budget hatten bzw. die Kunden/Werkstätten es hinbringen Zustände herbeizuführen an die keiner gedacht hat. Oder einfach mal ein Hitzeschild in so einem verbauten Motorraum vergessen wieder einzubauen. Die Frage ist ja auch, war das Fahrzeug im Serienzustand als es Dinge gemacht hat, die nicht hätten passieren sollen? Bei mir im Kreis ist ein E-Auto mal abgebrannt, weil der Besitzer es ein bisschen gepimpt hatte.
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Metropolenbahner
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Beitrag von Metropolenbahner »

146225 @ 8 Oct 2021, 18:21 hat geschrieben: Für BEMU auf der Schiene werden wohl tatsächlich Lithium-Eisenphosphat-Akkus verbaut.
Jo, oder die Titanat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lithiumtitana...nat-Akkumulator

Die Energiedichte ist zwar nochmal schlechter, dafür halten die doppelt so viele Zyklen aus und funktionieren auch bis -40. In nem einstöckigem Bemu ist außerdem genügend Platz um den Nachteil der Energiedichte ausgleichen zu können. Die Akkus halten dann praktischerweise ca. die 6-8 Jahre, in denen ein ET zur HU muss. Anders gesagt: Alle anderen Akkus halten entsprechend weniger ... da bin ich gespannt, ob die ETs zum Ende hin nicht irgendwo auf der Strecke liegen bleiben.
Mühldorfer
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Beitrag von Mühldorfer »

Hallo,

Akkubusse usw. alles Unsinn, bestimmt für die nächsten 40 Jahre.

Stattdessen:

1. In dichten Siedlugnsgebieten elektrische Strassenbahnen. Iin Stuttgart am Vorbild Linz-Pöstlingsberbahn orientieren wegen möglicher Steigungen, ggf auch ganz neue Streckenführungen.

2. Bis 2060 erstmal 99,9% aller Öl- und Gasheizungen durch Solarthermie und Wärmpumpen ersetzen.

3. Auf Aussenstrecken bewährte Dieselbusse oder gerne sehr leise Busse mit Stirlingmotor-Schwungradspeicher-hybrid.

4. Einfahrtsgebühr für Stuttgart "Kessel" ungefähr soteuer wie für 4 Personen ÖPNV von Feurbach oder Flughafen hin- und zurück! Dafür aber mit gebuchten und reservierten Pflicht-Parkplatz inklusive. Null freie Parkplätze zum Selbstsuchen!
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