es gab zwei Dinge, die ich den Urlaub unbedingt machen wollte: Das Aquädukt von Pont Du Gard besuchen und mit dem Train Jaune die Cevennen erklimmen. Dazu gibt es noch ein paar Eindrücke aus Perpignan und Carcassonne.
Train Jaune
Abfahrt des Train Jaune ist in Villefranche–Vernet-les-Bains. Dorthin kommt man per TER von Perpignan aus alle zwei Stunden (Fahrtdauer ca. 50min). Da ich mir nicht ganz sicher war, ob beim Rasil Tour Ticket im Train Jaune gilt, habe ich die Zugbegleiterin in meinem TER nach Villfranche gefrag. So war sich auch nicht sicher und meinte, sie würde ich informieren. Zehn Minuten später kam sie wieder und meinte: Ja, gilt. Und so war es dann auch. So hat mich der Trip 10€ gekostet, statt den regulären 48€. Entschleunigt geht es in 3 Stunden die 60 Kilometer bis Latour-de-Carol–Enveitg. Bei der Tour gilt: Der Weg ist das Ziel. Im offenen Wagen die Natur genießen

Zugkreuzung

An einem Bahnhof war einer von den beiden "neuen" Stadler Triebwagen abgestellt (sind auch schon 20 Jahre alt)

Markantes Bauwerke der Strecke: Die Pont de Cassagne oder Pont Gisclard


Damit niemand rausfällt: Doppelte Sicherung der Tür

Natur pur. Auf dem Hinweg noch mit blauem Himmel


Die Rückfahrt war eher düster



Deswegen hatte ich mich dafür aus Sorge naß zu werden und im geschlossenen Wagen einquartiert.

Da man die Fenster öffen konnte, war mein Kopf aber mehr draußen als drinnen
Linienplan im Wagen. An den weißen Orten wird immer gehalten. Ausstieg an den gelben Stop muß man beim Zugbegleiter anmelden. Bei der Hinfahrt gab es in Villefranche Ticketkontrolle vor dem Zugstieg und es wurde gefragt, bis wo man fahren will.

Am Zielort Latour-de-Carol ist nicht viel los. Wahrhaft großer Bahnhof für wenig Betrieb. Eigentlich kann man hier in RENFE Züge (auf Breitspur) nach Barcelona umsteigen, die aber wg. Bauarbeiten nicht fuhren. Außerdem fahren eigentlich TER nach Toulouse, aber die Strecke war bis Foix wg. Unwetterschäden gesperrt. In der Folge fielen auch die Nachzüge von/nach Paris weg. Damit in Latour nochmal weniger los als sonst

Meine Garnitur wartet auf die Rückfahrt. Aufenthalt waren so ca. 2 Stunden. Die meisten Fahrgäste sind ins Bistro am Bahnhof zum Essen gegangen und zur Rückfahrt trafen sich viele bekannte Gesichter wieder.


Die Fahrt kann ich jedem nur ans Herz legen. Wurde auch in meinem Reiseführer in den höchsten Tönen gelobt und empfohlen - völlig zu recht!
Villefranche
Ich war noch einmal nach Villefranche gefahren um den Ort (auch massiv befestigt)

und vorallem die Festungsanlage Fort Libera oberhalb zu besuchen.

Auf dem Weg zur Feste mußte ich über die Strecke des Train Jaune dessen Abfahrt just anstand


Hoch zur Feste bin ich durch den Tunnel gelaufen (runter dann den Serpentinen-Wanderweg)

Die Tatsache, daß ich zweimal am Tag 200 Treppenstufen bis zu mein Büro in den 10. Stock laufe, war eine gute Vorbereitung. Trotzdem war ich gut geschlaucht als ich oben ankam

In der Fest führte ein Rundweg zum einem über Zinnen zum anderen aber runter bis in den Keller, sodaß ich am Ende bestimmt auf 1000 Stufen kam


Schöner Blick von der Feste runter auf Villefranche

Die Gleisanlagen des Bahnhofs. Nach hinten raus schlängelt sich die Bahnlinie gen Perpignan

Perpignan
In Perpignan macht sich in der Architektur die katalanische Vergangenheit (gehört erst seit dem 17. Jahrundert zu Frankreich) bemerkbar. Die Straßenschilder sind in Französich und Katalan


Neben dem Palast der Könige von Mallorca das Wahrzeichen der Stadt: Das Castillet

Baustil der Kathdrale: Wilde Mischung


Carcassonne
Der eine oder kennt vielleicht das Gesellschaftsspiel Carcassonne (oder wie das in meiner Familie immer hieß: Ein Spiel für 6 Leute und am Ende gewinnt mein Bruder). Benannt wurde es nach der Cité von Carcassonne, die etwas am Rand der Altstadt liegt. Im 19. Jahrhundert Eugène Viollet-le-Duc (der u.a. auch Notre Dame de Paris restauriert hat), die verfallene Feste wieder aufbauen lassen. Liegt nett am Berg oberhalb des Flußes Aude


Die Bauten sind schon eindrucksvoll




Hat mir von außen wesentlich besser gefallen als von innen. Innen fühlte ich mich an Quebec City erinnert: Enge Gassen voll mit Tourimassen, Nippesshops und Gastronomie. Da war mir die Außenansicht lieber.
Beim Vespern am Canal du Midi nahe des Bahnhof kommt ein TER vorbei

Carcassonne hätte ich eigentlich von Toulouse aus besuchen wollen, weil das näher gewesen waäre. Aber über Himmelfahrt baute die SNCF zwischen Toulouse und Carcassone - nach SEV Bus stand mir nicht der Sinn.
Salses-le-Chateau
Weil ich den Trümmer immer aus dem Zug gesehen habe, bin ich vor den Toren Perpignans ausgestiegen für einen Blick auf die Festung von Salses-le-Chateau.



Der Bahnhof

Zum Bahnsteig Richtung Narbonne muß man über die Gleise. Warnhinweis und -leuchten mahnen zur Vorsicht.


Neben den hier haltenden TER verkehren Güterzüge, TGV und AVE auf der Strecke

Das solls gewesen sein für Teil 3. Ich hoffe der Festungsmix hat gefallen.
Adieu
Charly