der "alex" - München-Allgäu/Oberpfalz/Tschechien

Strecken und Fahrzeuge des Regionalverkehrs (ohne S-Bahn!)
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Beitrag von Entenfang »

Iarn @ 15 Jul 2019, 19:36 hat geschrieben:Süddeutsche auch die Länderbahn/der Alex kämpft mit Lokführer Mangel und einige Zugleistungen fallen aus.
Diesen Ersatzfahrplan als vereinzelte Zugausfälle zu bezeichnen (wie den Totalausfall Immenstadt-Oberstdorf) finde ich ganz schön unverschämt. Es ist ein absolutes Armutszeugnis, derart viele Züge für mehrere Wochen durch Busse zu ersetzen.

Der aktuellen Ausgabe des Eisenbahn Revue International ist zu entnehmen, dass sich die Tschechen über die extreme Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit des Alex beschwert haben. Außerdem ist von zu geringer Auslastung im grenzüberschreitenden Verkehr die Rede und gar ein mögliches Aus der durchgehenden Züge wird ins Spiel gebracht. :(
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Beitrag von TramBahnFreak »

Man könnte fast meinen, die Länderbahn profitiert davon, wenn möglichst viele vom Zug aufs Auto wechseln...


Der Komfort auf der grenzüberschreitenden Verbindung ist aber halt auch immer weiter zurückgefahren..
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Beitrag von Rohrbacher »

Entenfang @ 20 Jul 2019, 22:42 hat geschrieben:Der aktuellen Ausgabe des Eisenbahn Revue International ist zu entnehmen, dass sich die Tschechen über die extreme Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit des Alex beschwert haben. Außerdem ist von zu geringer Auslastung im grenzüberschreitenden Verkehr die Rede und gar ein mögliches Aus der durchgehenden Züge wird ins Spiel gebracht.  :(
Wieder Ausschreibungsbahn im Endstadium? Leute, dann geht halt eine internationale Verbindung hopps, sowas von wurscht, Hauptsache wir haben einen Markt. Und der regelt das dann. Wie hat ja keiner gesagt...
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Beitrag von 218 466-1 »

Entenfang @ 20 Jul 2019, 15:42 hat geschrieben:Der aktuellen Ausgabe des Eisenbahn Revue International ist zu entnehmen, dass sich die Tschechen über die extreme Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit des Alex beschwert haben. Außerdem ist von zu geringer Auslastung im grenzüberschreitenden Verkehr die Rede und gar ein mögliches Aus der durchgehenden Züge wird ins Spiel gebracht.  :(
Damit dürfte sich dieses Thema auch entgültig erledigt haben und kann geschlossen werden.
Rohrbacher @ 20 Jul 2019, 17:29 hat geschrieben:Wieder Ausschreibungsbahn im Endstadium?
Jo, Dezember 2022 ist Schluss, aber das läuft bei BEG immernoch unter "aktuelle Vergabeverfahren". Das wird wieder erst in letzter Minute vergeben, sodass es dann direkt mit Ausschreibungsbahn mit Anlaufschwierigkeiten weitergeht. Ist ja normal. :lol:
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 20 Jul 2019, 23:29 hat geschrieben: Wieder Ausschreibungsbahn im Endstadium? Leute, dann geht halt eine internationale Verbindung hopps, sowas von wurscht, Hauptsache wir haben einen Markt. Und der regelt das dann. Wie hat ja keiner gesagt...
War klar, dass du wieder feuchte ... Hände bekommst, aber komischerweise haben sich weder deutsche noch tschechische EVU bislang ausschreibungsfrei sonderlich darum gerissen, die Verbindung zwischen München und Prag bedienen zu dürfen.
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 21 Jul 2019, 07:56 hat geschrieben:War klar, dass du
Schön, dass du dich um meine Hände sorgst. Aber wie genau löst das nun das Problem, dass entweder lange "Startschwierigkeiten" oder Bahnen mit nur noch "Restlaufzeit", die Qualität immer weiter runterziehen? Und warum scheinst du das zu wollen?
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 21 Jul 2019, 23:37 hat geschrieben: Schön, dass du dich um meine Hände sorgst. Aber wie genau löst das nun das Problem, dass entweder lange "Startschwierigkeiten" oder Bahnen mit nur noch "Restlaufzeit", die Qualität immer weiter runterziehen? Und warum scheinst du das zu wollen?
Ganz sicher will ich das nicht, aber das ändert ja nix daran, dass weder die DB (Fernverkehr) noch die CD noch RegioJet oder sonst wer bislang großes Interesse daran hatte, eigenwirtschaftlich Verkehr zwischen München und Prag anzubieten. Also wird die BEG den bayrischen Anteil weiter ausschreiben müssen. Jetzt da zu sitzen und zu sagen "Ich habe es ja gleich gewusst" und "Ausschreibungsbahn kann gar niemals nicht funktionieren" wird dem Thema halt auch nicht gerecht, weil dann ungefähr genauso viele Züge unterwegs sein werden, wie wenn der Alex momentan ausfällig wird.
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 22 Jul 2019, 06:04 hat geschrieben:Ganz sicher will ich das nicht, aber das ändert ja nix daran, dass weder die DB (Fernverkehr) noch die CD noch RegioJet oder sonst wer bislang großes Interesse daran hatte, eigenwirtschaftlich Verkehr zwischen München und Prag anzubieten. Also wird die BEG den bayrischen Anteil weiter ausschreiben müssen. Jetzt da zu sitzen und zu sagen "Ich habe es ja gleich gewusst" und "Ausschreibungsbahn kann gar niemals nicht funktionieren" wird dem Thema halt auch nicht gerecht, weil dann ungefähr genauso viele Züge unterwegs sein werden, wie wenn der Alex momentan ausfällig wird.
Was hat die Fragestellung, ob vom Staat fianzierte Leistungen ausgeschrieben oder dauerhaft zuverlässig selbst betrieben werden, mit der Frage zu tun, ob parallel zu einer vom Staat finanzieren Linie sich noch einer traut eigenwirtschaftlich zu fahren?
146225 @ 22 Jul 2019, 06:04 hat geschrieben:Jetzt da zu sitzen und zu sagen "Ich habe es ja gleich gewusst" und "Ausschreibungsbahn kann gar niemals nicht funktionieren" wird dem Thema halt auch nicht gerecht, weil dann ungefähr genauso viele Züge unterwegs sein werden, wie wenn der Alex momentan ausfällig wird.
Dann wär's auf jeden Fall einen Versuch wert. Denn das derzeitige Soll ist ein vom Freistaat Bayern festgelegtes und nicht von vom ausführenden Lohnkutscher, der das Soll nicht erreicht. Du machst übrigens immer den Fehler und vergleichst in deinem Wahn deutsche/bayerische Nullbock-, Wirtschaftskrisen- und Ölpreiskrisen-Verkehrspolitik der 70er und 80er mit heute. Das ist ungefähr so doof wie Preise heute in DM umzurechnen. Die Fahrpläne von heute sind jedenfalls genauso in staatlichen Institutionen entstanden wie damals. Auch die SBB-Fahrpläne waren in den 70ern deutlich dünner als heute und in der Schweiz hat man keinen Systemwechsel vollzogen, sondern lediglich einen Politikwechsel.

Deinen glorifizierten Wettbewerbsverkehr muss ich ja gar nicht in der Luft zerreißen, das macht der derzeit ganz alleine und wird, wie ich es vor Jahren schon gesagt habe, jetzt zum Problem. Man kann jetzt nach 20 Jahren eben nicht mehr unabhängig vom Vergabesystem verfügbare technische Einsparmöglichkeiten als Beweis für die Leistungsfähigkeit des "Marktes" missbrauchen, sondern sieht so langsam nur noch, was die Bahnzersplitterung und die Betreiberwechsel anrichten. Zum Beispiel, dass der abgewähte Altbetreiber jahrelang bis zur Übergabe keinen Bock mehr hat, das Personal ohne Rücksicht auf "den Termin" schauen muss, wo es bleibt und der Neubetreiber dann jahrelang mit Null Erfahrung auf der Linie mit einem neu zusammengewürfelten Team mit oft Fahrzeugen, die die nicht kennen, jahrelang erstmal "üben" muss. Jetzt haben wir Lokführermangel und vergrößeren den noch künstlich, indem ein Tf aus Firma A mit Fahrzeugtyp 1 nicht bei Firma B mit Fahrzeugtyp 2 und 3 fahren kann. Das System ist einfach vom Grundsatz her schon nicht praxistauglich. Das haben neben mir auch noch andere "schon immer" gewusst.
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Beitrag von Entenfang »

Rohrbacher @ 22 Jul 2019, 09:39 hat geschrieben: Man kann jetzt nach 20 Jahren eben nicht mehr unabhängig vom Vergabesystem verfügbare technische Einsparmöglichkeiten als Beweis für die Leistungsfähigkeit des "Marktes" missbrauchen, sondern sieht so langsam nur noch, was die Bahnzersplitterung und die Betreiberwechsel anrichten.
Das habe ich mir auch schon oft gedacht. Gerade in Baden-Württemberg wird gerade ganz groß gejubelt, dass man ja jetzt so viel mehr Verkehr bestellen könne, weil die Kosten pro Zugkm nur noch grob die Hälfte sind. Schön und gut, aber was macht man bei der nächsten Ausschreibung, wenn dann kein Einsparpotential mehr da ist?

Das wesentliche Problem ist, dass nach der ersten Ausschreibung kein nennenswerter Rückgang der Kosten erreichbar ist, ohne dabei Nachteile für den Fahrgast zu schaffen. Kosten senken kann man, indem man mehr Sitzplätze in einen Zug reinquetscht und die vielfach (nicht nur) von mir kritisierten Klappsitze an den unmöglichsten Stellen einbaut. Haben einige Besteller erkannt und beschaffen die Fahrzeuge nun selbst (Ba-Wü). Also kann der Wettbewerb ja eigentlich nur noch über Personalkosten stattfinden. Das Resultat sieht man zur Genüge. Ganz dumme Idee also. Also wird man wohl oder übel zu einer Übernahmegarantie von Fahrpersonal kommen - na und wo bleibt dann noch der Wettbewerb? Dann haben wir halt Länderbahnen statt einer Staatsbahn und kann weiterhin in Hof und Vienenburg umsteigen.
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Beitrag von 218 466-1 »

146225 @ 21 Jul 2019, 23:04 hat geschrieben:weder die DB (Fernverkehr) noch die CD noch RegioJet oder sonst wer bislang großes Interesse daran hatte, eigenwirtschaftlich Verkehr zwischen München und Prag anzubieten.
Eigenwirtschaftlich kann und soll es auch nicht sein. Funktioniert nicht.
Wettberwerb aber auch nicht. Funktioniert nicht, wie man sieht.
Bei Bundesbahn gab es immerhin ein EC-Zugpaar und IR, die das meiste vom Alex-Nord gefahren sind.
Subventioniert vom Staat, nicht von den Ländern. Und langfristig mit der EINEN Bahn mit den EINHEITLICHEN Fahrzeugen, mit langfristiger Pespektive des Personals und hohem Komfort für die Fahrgäste!

Jetzt hat man den Null Bock Alex und was im Dezember 2022 passiert, weiss die BEG noch nichteinmal selbst. Wie wollen die bis dahin bitte Neufahrzeuge und Personal organisieren? Das müsste mindestens fünf Jahre vorher feststehen, wie es weitergeht. So ist das betreits jetzt wieder zum scheitern verurteilt mit Komplettausfällen und Ersatzverkehr bis ~ 2024. :rolleyes:
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Beitrag von Metropolenbahner »

Entenfang @ 22 Jul 2019, 16:24 hat geschrieben: Also kann der Wettbewerb ja eigentlich nur noch über Personalkosten stattfinden.
Theoretisch gäbe es noch die Möglichkeit mit weniger Gewinn zu kalkulieren. Aber ohne den gäbe es dann keinen mehr, der sich bewerben würde. :lol:

Im Endeffekt läuft es aber darauf hinaus. Man lockt die EVUs mit Gewinnaussichten, die quetschen alles aus dem Personal raus, was dann den Krankenstand erhöht und für ausfallende Züge sorgt. Als Gegenmaßnahme will BaWü jetzt eigene Tf einstellen, die die EVUs dann teuer anmieten müssten - damit wäre das Ziel erreicht: Der Zug führe, das Angebot ans Land wäre halbwegs billig und das EVU muss mit weniger Gewinn - wegen der teuren Ersatz-Tfs - leben. Beim nächsten Vertrag können sie dann wieder so kalkulieren und abermals auf die Nase fallen.

Also das System wäre dann schon nahe am Optimum.
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Beitrag von 218 466-1 »

Metropolenbahner @ 22 Jul 2019, 10:19 hat geschrieben:Als Gegenmaßnahme will BaWü jetzt eigene Tf einstellen, die die EVUs dann teuer anmieten müssten - damit wäre das Ziel erreicht: Der Zug führe, das Angebot ans Land wäre halbwegs billig und das EVU muss mit weniger Gewinn - wegen der teuren Ersatz-Tfs - leben. Beim nächsten Vertrag können sie dann wieder so kalkulieren und abermals auf die Nase fallen.
Aber wozu braucht man überhaupt noch EVU's? Da wäre der ganze Wettbewerb wirklich nur noch Bapperln und financial transaction. Eine farce.
Dann kann man das auch gleich sein lassen und offiziell bwegt als EVU Landesbahn selber fahren, was wiederum die Frage der Sinnhafigkeit nach Ländergrenzen aufwirft. Zurück zu Bundesbahn, das Netz ist nach EU-Recht trotzdem für Konkurrenten offen, die (theoretisch) eigene Züge einsetzen können, fertig.
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 22 Jul 2019, 09:39 hat geschrieben: [...] und in der Schweiz hat man keinen Systemwechsel vollzogen, sondern lediglich einen Politikwechsel.
Und wie viele derartiger Politikwechsel hast du denn in Deutschland schon gesehen oder erwartest du noch nachhaltig?
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 22 Jul 2019, 18:06 hat geschrieben:
Rohrbacher @ 22 Jul 2019, 09:39 hat geschrieben: [...] und in der Schweiz hat man keinen Systemwechsel vollzogen, sondern lediglich einen Politikwechsel.
Und wie viele derartiger Politikwechsel hast du denn in Deutschland schon gesehen oder erwartest du noch nachhaltig?
Ein solcher Politikwechsel war der Beginn der Einführung des Taktverkehrs auch im Nahverkehr außerhalb der S-Bahnnetze rund 10 Jahre vor der Bahnreform. Muss man ja auch immer wieder mal dazu sagen, damit man sieht, dass Taktverkehr und Bahnreform in keinem kausalen Zusammenhang stehen, wie immer wieder gerne behauptet wird. Der Abbruch des Börsengangs der DB AG könnte ebenso einer gewesen sein, das Projekt Deutschlandtakt mit dem Ziel den Verkehr zu verdoppeln und den staatlichen Einfluss wieder zu vergrößern, statt "jeder macht einfach was er will", könnte der nächste sein.
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Beitrag von 146225 »

Warum kommt mir das jetzt wie Klammern an Strohhalme vor?
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 22 Jul 2019, 20:26 hat geschrieben: Warum kommt mir das jetzt wie Klammern an Strohhalme vor?
Warum werden deine substanzlosen Einzeiler immer kürzer?
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 22 Jul 2019, 20:23 hat geschrieben: Warum werden deine substanzlosen Einzeiler immer kürzer?
Braucht es denn mehr? Soll ich in die "Feuerzangenbowle" vom Spörl nachschauen? "Pfeiffer, Sä wärden ämmer dömmer!"

Aber ich erklär es Dir gerne, wie es gemeint war, und fühlst Du dich wie Flasche leer, hier ist 'ne volle, bitte sehr:

So wie es letztlich ab 1985 ein mehr oder weniger zufälliges Rumstochern mit Einzelstrecken war, auf denen "die neue Bahn" damals Einzug hielt, was dann u.a. dazu geführt hat, dass man in Oberschwaben oder im Landkreis Konstanz wirklich nicht mehr ewig auf "die da oben" warten wollte, sondern selbst das (erfolgreiche) Heft des Handelns übernahm, so ist auch der ach so wundervolle Deutschland-Takt 2030 bis jetzt nur eine Sammlung von Bits, bei der es mich wirklich mehr als überraschen würde, wenn 2030 tatsächlich erfahrbares mit Netzwirkung dabei herauskommt. Wahrscheinlicher ist aber, "Sachzwänge" höhlen das schöne Konzept aus, übrig bleibt, was nix kostet (also nicht viel), der Rest wird mal wieder vertrödelt bis St. Nimmerlein. Wird in Deutschland selbst dann so passieren, wenn die CSU ihre abgehalfterten Gruselclowns nicht mehr Bundesverkehrsminister werden lassen darf.

Ich weiß, substanzlos...
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 22 Jul 2019, 21:37 hat geschrieben:Ich weiß, substanzlos...
Korrekt.
146225 @ 22 Jul 2019, 21:37 hat geschrieben:So wie es letztlich ab 1985 ein mehr oder weniger zufälliges Rumstochern mit Einzelstrecken war, auf denen "die neue Bahn" damals Einzug hielt
Jo. Quasi ganz Schleswig-Holstein. Auch Bayern und BaWü waren bis 1994 schon weitgehend vertaktet im Gegensatz z.B. zu den neuen Bundesländern. "Drüben" fuhr genauso eine Staatsbahn wie bei uns, aber mit völlig anderem Ergebnis.

Gerade wenn Bayern sagt, sie hätten die Zugkilometer deutlich erhöht, dann könnte das daran liegen, dass auf Einzelstrecken wie München - Augsburg seit der Trennung von Regional- und Fernverkehr viel mehr Züge fahren, bei der S-Bahn München zumindest in der Theorie der Takt oft verdoppelt wurde (das summiert sich dann beim Gesamtanteil der S-Bahn natürlich gewaltig) oder auch die letzten Strecken mit quasi Alibibetrieb wie die Donautalbahn dann auch noch auf Taktverkehr umgestellt wurden. Teilweise musste auch die Infrastruktur ertüchtigt werden, das dauert bekanntlich und Fahrzeuge muss man auch erstmal haben. Aber im großen und ganzen findest du den Stundentakt schon 1993 recht flächendeckend. Wenn man die Steigerung seither im Verhältnis zur Entwicklung z.B. des Straßenverkehrs betrachtet und sich überlegt wie die wirtschaftliche Entwicklung Westdeutschlands in den 80ern im Gegensatz zu heute war, auch dann ist das alles so super gar nicht gelaufen seither. Dass man auch noch ein paar Statistiktricks drin hat, würde ich auch mal bedenken. Ich geh schwer davon aus, dass der alex z.B. bei der Berechnung von Anfang an eine "neue Leistung" des Regionalverkehrs war. Die früheren D-, IR- und EC-Züge waren ja Fernverkehr, fährt man die jetzt innerhalb Bayerns als Regionalverkehr hat man lauter neue Leistungen geschaffen!

Kursbuch 1992/93, ab München Hbf auf der 930 (Mo-Do), Kurswagenverbindungen nicht geprüft:
12:47 D Oberstdorf-Berlin
13:28 E München-Coburg
13:47 E München-Passau
14:12 D Zürich-Prag
14:47 D Oberstdorf-Dresden
15:08 N München-Landshut
15:28 E München-Coburg
15:47 E München-Passau
16:08 E München-Passau
16:27 E München-Eggmühl
16:47 D München-Zwickau
17:08 N München-Landshut
17:28 E München-Nürnberg
17:47 E München-Passau
18:08 E München-Passau
18:28 E München-Landshut
18:47 D München-Hof
19:28 E München-Regensburg
19:47 E München-Passau

Denk dir die grauen Fernzüge weg (die waren ab München nur bis Freising zuschlagpflichtig), dann sieht das heute echt nach mehr aus, aber auch nur dann, sonst ist es in dem Zeitraum inkl. HVZ genau ein Zug mehr und der heutige ALX hatte schon vor fast 30 Jahren die gleiche Taktung, wenn auch ohne Prager Zugteil. Aber dafür dass das damals noch nicht in der EU war, kann die Eisenbahn ja nichts. Wohl aber dafür, dass die Züge nicht mehr über Hof hinaus fahren. Die EU-Grenzen sind offen, die innerdeutschen Bestellergrenzen dafür umso unüberwindbarer:

12:43 ALX München-Hof/Prag
13:24 RE München-Passau
13:44 RE München-Nürnberg
14:24 RE München-Passau
14:43 ALX München-Hof/Prag
14:58 RB München-Landshut
15:24 RE München-Passau
15:43 RE München-Nürnberg
16:02 ALX München-Hof
16:23 RE München-Passau
16:23 ALX München-Hof/Prag
16:59 RB München-Regensburg
17:24 RE München-Passau
17:44 RE München-Nürnberg
18:00 RB München-Landshut
18:24 RE München-Passau
18:43 ALX München-Marktredwitz
19:01 RB München-Landshut
19:24 RE München-Passau
19:44 RE München-Nürnberg

Wahnsinn, oder? Blöd, dass die Strecke damals schon an der Maximalkapazität lief. Deine Wettbewerbsbahn hatte jetzt fast drei Jahrzehnte Zeit, das zu ändern. Ach ne, falsche Zuständigkeit. Da braucht's den Bund und die Politik. Weißt du selbst, hoffe ich.

Aber ja, statt sich mit sowas mal zu beschäftigen, kann man auch zu tief in die Feuerzangenbowle gucken, da hast du recht, Pfeiffer.
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Beitrag von Trapeztafelfanatiker »

146225 @ 22 Jul 2019, 05:04 hat geschrieben: Ganz sicher will ich das nicht, aber das ändert ja nix daran, dass weder die DB (Fernverkehr) noch die CD noch RegioJet oder sonst wer bislang großes Interesse daran hatte, eigenwirtschaftlich Verkehr zwischen München und Prag anzubieten. Also wird die BEG den bayrischen Anteil weiter ausschreiben müssen. Jetzt da zu sitzen und zu sagen "Ich habe es ja gleich gewusst" und "Ausschreibungsbahn kann gar niemals nicht funktionieren" wird dem Thema halt auch nicht gerecht, weil dann ungefähr genauso viele Züge unterwegs sein werden, wie wenn der Alex momentan ausfällig wird.
Was meinst du wohl woher der Personalmangel kommt?
Die Branche verliert Arbeitskräfte. Der Mangel bei einigen EVU kommt nämlich nicht daher dass man immer weniger Leute bekommt, sondern durch Abwanderung und Fluktuation und darüber sollte man sich mal Gedanken machen.

Es gibt zwar keinen Wettbewerb mehr über die Gehälter, da es ein Flächentarifsniveau gibt, aber dafür über die Arbeitsbedingungen und das ist genauso schlimm. Da werden Dienstpläne betriebswirtschaftlich optimal, oft sogar von automatischen Dienstplanprogrammen, erstellt, total an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer*innen vorbei! Dazu bei Mangel gerne mal Schichten verlängert oder sonstige Nettigkeiten gemacht, bis hin zu Daueranrufen doch auf den freien Tag zu verzichten. Dass da der Krankenstand ansteigt oder manche die Branche ganz verlassen ist doch normal.
Der SPNV wird so zusammenbrechen, wenn wir hier nicht massiv umsteuern. Ich verstehe nicht warum es für so marktradikale Methoden so große Zustimmung gibt.

Von mir aus weiter Wettbewerb, aber das Personal sollte man beim Land anstellen und dann den EVU zur Verfügung stellen (würde auch den Personalbedarf sinken lassen). Das würde die Sicherheit einer öffentlichen Anstellung bringen und man müsste sich nie mehr sorgen um Ausschreibungsverluste (auch wenn Übernahme verpflichtend ist, weiß man nicht wie die Bedingungen hinterher sind), obwohl die Arbeitsstelle eigentlich weiter bleibt.

Ansonsten Schweizer Modell. Warum haben ausgerechnet die Schweiz und Österreich die meisten Bahnfahrgäste in Europa?

Natürlich fährt zwischen Prag und München keiner eigenwirtschaftlich. Das ist auch gar nicht eigenwirtschaftlich bei der Infrastruktur zu betreiben. Da wäre der Bund gefordert und wir wissen dass der bei jedem grenzüberschreitenden Verkehr versagt.
Aber die Schweiz kennt hier ein Konzessionsmodell bzw. man bezahlt potentiellen Fernverkehr einfach.
Ohne Streckenausbau wird das aber eh nichts, denn der eingleisige Abschnitt ist hochgradig überlastet.

Es geht hier nicht mehr um für oder gegen Ausschreibungsbahn. Dieses Battle zwischen Radikalthesen von euch beiden (146 und Rohrbacher) geht doch total am Thema vorbei. Jeder vertritt hier die Radikalposition, aber man muss sehen, was würde helfen, ohne irgendwelche Vorbehalte.
Ich könnte mit einem Wettbewerb auch leben, aber dann muss man das Personal rausnehmen. Die marktradikale BEG finanziert schon Fahrzeuge etc., entlastet die EVU wo es geht, aber das Personal soll eiskalt den Härten ausgesetzt werden und dann wundert man sich über den Mangel.

Lassen wir den SPNV halt zusammenbrechen wenn wir so weitermachen. Das heißt doch nicht dass man deswegen in die alte Zeit zurück muss. Das ist das typische Schwarz-Weiß-Denken in Extrempositionen im erwähnten Battle.
Wir müssen schauen wie kann ich den SPNV bzw. die Eisenbahn nachhaltig verbessern und das geht weder mit dem heutigen Wettbewerbsmodell (ohne radikale Reform) noch mit dem alten Modell der vor90er. Aber es kann nicht weiter sein dass die Personale Nachteile haben durch den Wettbewerb und so lange man hier nicht ansetzt, wird das Problem nicht behoben.

Man sollte auch aufhören irgendwelche EVU zu kritisieren, die machen 1:1 das was vorgegeben wird.
Das machen die Schweizer EVU auch, nur wird da vernünftig vorgegeben, kein Wettbewerb in deutscher Form durchgeführt und es ist erfolgreich.
Wichtig sind die Vorgaben und dass man endlich das Personal aus diesem perversen System rausnimmt.
Warum wurde durch den extremen Mangel denn nichts besser bei den Arbeitsbedingungen? Im Gegenteil? Ich habe lange gehofft dass das irgendwann einen Druck auslöst und die Bedingungen besser werden, aber Pustekuchen und das muss auch ein Nichtbahner wie 146 verstehen oder sind im die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner egal?
Die Gehälter sind gestiegen und man hat ein Flächentarifsniveau. Das muss man anerkennen, aber das wurde alles hart erkämpft. Aber an den Arbeitsbedingungen hat sich nichts verbessert und das fördert Unzufriedenheit und Abgänge. Trotz Mangel tritt hier kein Umdenken ein und das seit langem nicht. Natürlich würde das mehr Personal kosten, aber mit dem derzeitigen Modell verliert man Personal und findet immer weniger neues Personal.

Das derzeitige arbeitnehmerfeindliche Modell ist gescheitert. Jetzt muss man Lösungen finden die die Mitarbeiter*innen mitnehmen.
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Beitrag von Rohrbacher »

Trapeztafelfanatiker @ 23 Jul 2019, 10:43 hat geschrieben:Von mir aus weiter Wettbewerb, aber das Personal sollte man beim Land anstellen und dann den EVU zur Verfügung stellen
Ähm... nehmen wir mal wieder BaWü: Landesfahrzeuge/Landesleasing, Landesdesign, Landestarif, Landesfahrplan, bestellt vom Land, wie gesagt, wo genau wäre mit Landespersonal dann überhaupt noch ein Wettbewerb möglich? Beispielsweise Go Ahead hat in BaWü wohl nur gewonnen, weil sie mit einem wahnwitzigen Fahrplan, gegen den der MüNüX eine gemütliche Rundfahrt ist, auf dem Prüfstand äh... in der Theorie Züge und Leute einsparen. So langsam ist die Einsparspirale durch Ausschreiben damit aber ganz unten angekommen. Ich kann mich täuschen, aber mittlerweile gibt's auch immer mehr Ausschreibungen für den Zugbetrieb oder beim Einkauf von Rollmaterial mit vielleicht noch genau einem einzigen Bieter. So richtig toll scheint der Markt ja dann nicht zu funktionieren, wenn die Firmen die Aufträge gar nicht wollen oder froh sind, wenn sie sie nicht bedienen müssen. Bei DB Regio geht man z.B. dem Personalmangel ja scheinbar per Schrumpfung aus dem Weg, indem man z.B. der BRB die Augsburger Dieselnetze "überlässt", das Personal aber schätzungsweise in nicht geringer Zahl bei der DB bleibt und in die anderen Netze geht. BRB, alex, agilis, überall gibt's akute Probleme wegen Personalmangels, bei DB Regio geht's aber wohl ohne flächendeckende Zugausfälle, oder?
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Beitrag von Trapeztafelfanatiker »

Es wechseln sogar wo es möglich ist in bestimmten Regionen Personale reihenweise von NE zu DB Regio. Nur mal als Hinweis.

Der Wettbewerb ohne Personal ginge dann nur noch um Marketing, Fahrgeldeinnahmen, das beste Konzept.
Mir sch...egal wie das aussehen könnte. Das Personal muss raus aus dem Wettbewerb. Entweder so oder wie in der Schweiz oder anderswo.

Jeder der den heutigen Wettbewerb so erhalten will wie er ist, der schlägt den Arbeitnehmer*innen ins Gesicht und sagt: "Ihr seid mir total egal".
Es ist Fakt dass der Mangel an den Arbeitsbedingungen NICHTS aber auch gar nichts verbessert hat. Nur die Gehälter sind gestiegen, aber das ist eben nicht alles.

Und das Hauptproblem ist die Abwanderung aus der Branche und die Fluktuation, die führt derzeit zum Zusammenbruch und nicht weil man kaum noch Leute findet. Das schlägt in Zukunft dann stark durch. Heute ist es die Abwanderung und jetzt sollen mal die Wettbewerbsfreunde erklären warum es denn zu einer Fluktuation und Abwanderung kommt?
Die sind dann meist für die Branche gesamt verloren und die vielen Quereinsteigler, die teilweise eh nichts mit Eisenbahn zu tun haben oder keinen Bezug dazu haben, sind eben auch schnell wieder weg.
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Tegernseebahn
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Beitrag von Tegernseebahn »

Rohrbacher @ 23 Jul 2019, 11:18 hat geschrieben: Beispielsweise Go Ahead hat in BaWü wohl nur gewonnen ...
Hat Go Ahead nicht gewonnen, weil die DB einen Fehler im Angebot hatte und eigentlich der günstigste Anbieter war?

Im Prinzip kochen alle nur mit Wasser, egal ob DB oder privates EVU. Ausfälle gibt es ja auch z. B. bei der SOB, S-Bahn München oder im Werdenfels, da darf ja auch Oberammergau ständig dran glauben.

MfG tegernseebahn
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Wildwechsel
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Beitrag von Wildwechsel »

218 466-1 @ 22 Jul 2019, 17:56 hat geschrieben: Aber wozu braucht man überhaupt noch EVU's? Da wäre der ganze Wettbewerb wirklich nur noch Bapperln und financial transaction. Eine farce.
Dann kann man das auch gleich sein lassen und offiziell bwegt als EVU Landesbahn selber fahren, was wiederum die Frage der Sinnhafigkeit nach Ländergrenzen aufwirft. Zurück zu Bundesbahn, das Netz ist nach EU-Recht trotzdem für Konkurrenten offen, die (theoretisch) eigene Züge einsetzen können, fertig.
Diese (rhetorische) Frage lässt sich mit einem Blick ins Geschichtsbuch beantworten. Stark verkürzt: Die Übernahme privater Bahnen durch den Staat hatten wir schon, und den Zusammenschluss dieser Länderbahnen zur DRG ebenso.
Beste Grüße usw....
Christian


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2. Wo kamat ma denn da hi
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Beitrag von 218 466-1 »

146225 @ 22 Jul 2019, 14:37 hat geschrieben:So wie es letztlich ab 1985 ein mehr oder weniger zufälliges Rumstochern mit Einzelstrecken war, auf denen "die neue Bahn" damals Einzug hielt, was dann u.a. dazu geführt hat, dass man in Oberschwaben oder im Landkreis Konstanz wirklich nicht mehr ewig auf "die da oben" warten wollte, sondern selbst das (erfolgreiche) Heft des Handelns übernahm
Ich vermute, du spielst auf die BOB-FN an. Wenn man eine einzelne Teilstrecke zw. [acronym title="TRB: Ravensburg <Bf>"]TRB[/acronym] und [acronym title="TF: Friedrichshafen Stadt <Bf>"]TF[/acronym] bedient, dann ist das kein zufälliges Rumstochern mit Einzelstrecken? :wacko: Das war übrigens erst 1993, nachdem die DB bereits über einen Monat davor den Allgäu-Schwaben Takt in der gesamten Region eingeführt hatte. Vergleichbares hatte die DB zw. [acronym title="TU: Ulm Hbf <Bf>"]TU[/acronym] und [acronym title="TBI: Biberach (Riß) <Bf>"]TBI[/acronym] zu der Zeit auch schon längst wieder im Angebot.
Und wie sind diese NE-Bahnen ausgeschrieben worden? Richtig: Gar nicht! :ph34r:

Das war bisher dein krassestes Eingentor. :D
Rohrbacher @ 23 Jul 2019, 04:18 hat geschrieben:Ähm... nehmen wir mal wieder BaWü: Landesfahrzeuge/Landesleasing, Landesdesign, Landestarif, Landesfahrplan, bestellt vom Land, wie gesagt, wo genau wäre mit Landespersonal dann überhaupt noch ein Wettbewerb möglich?
Überhaupt nicht mehr. Das ist der Beleg, dass Ausschreibungsbahn total sinnlos ist.
Wie erwähnt, einfach bwegt als EVU das alles selber macht und gut is. Dann fällt einmal der ganze Schwachfug mit Personalmangel, Lieferverzögerungen und Fahrzeugstörungen weg. Zuverlässige, gepflegte Züge, die man rechtzeitig und ohne Zeitdruck beschaffen und testen kann.
Wenn jemand bessere Ideen hat, steht das Netz wie damals für die BOB-FN offen, eigene Züge zu fahren.
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Beitrag von Metropolenbahner »

218 466-1 @ 22 Jul 2019, 17:56 hat geschrieben: Aber wozu braucht man überhaupt noch EVU's? Da wäre der ganze Wettbewerb wirklich nur noch Bapperln und financial transaction. Eine farce.
Ganz ehrlich? Um die Tfs weiter ausquetschen zu können. Ex-Arbeitslose mit 9 Monatskurs sind halt billiger als Festangestellte des Landes und durch deren Konkurrenz kann man auch die alten Hasen in Schach halten :(

Die Frage ist jetzt, was bei dem Konzept überhaupt noch als Gewinn übrig bliebe und ob man das dann nicht für ne anständige Entlohnung verwenden könnte. Vermutlich ja, von daher geb ich Dir im Sinn schon recht, in der Realität spinnt aber jeder Politiker auf die super-dolle Privatwirtschaft, die angeblich alles besser könnte.

Salopp gesagt eine sehr Modeerscheinung, laut einer Anstaltsfolge von 2017 allerdings von langer Hand geplant:
https://www.dailymotion.com/video/x68i2ej
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 23 Jul 2019, 10:18 hat geschrieben: Beispielsweise Go Ahead hat in BaWü wohl nur gewonnen, weil sie mit einem wahnwitzigen Fahrplan, gegen den der MüNüX eine gemütliche Rundfahrt ist, auf dem Prüfstand äh... in der Theorie Züge und Leute einsparen.
Nein. GoAhead konnte vor allem deswegen gewinnen, weil sich der noch günstigere Bieter DB Regio nicht regelkonform verhalten hat und deswegen vor Gericht ausgeschlossen wurde. Wäre dem nicht so gewesen, wäre GoAhead auch niemals zum Zuge gekommen. Und dass es in Deutschland nicht mehr möglich ist, Wendezeiten > 10 Minuten mit ET zuverlässig einzuhalten, weil auf der heruntergekommenen Infrastruktur zu viele Züge nicht mehr nach Fahrplan verkehren, ist tatsächlich Wahnwitz - aber nicht in dem Sinne, wie Du es meinst.
[...]bei DB Regio geht's aber wohl ohne flächendeckende Zugausfälle, oder?
Sei froh, wenn es bei Dir vor der Haustüre aktuell so ist, anderswo in Deutschland (z.B. bei der S-Bahn Mitteldeutschland) ist auch DB Regio fest im Würgegriff des Personalmangels.
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 23 Jul 2019, 18:29 hat geschrieben:Nein. GoAhead konnte vor allem deswegen gewinnen, weil sich der noch günstigere Bieter DB Regio nicht regelkonform verhalten hat und deswegen vor Gericht ausgeschlossen wurde. Wäre dem nicht so gewesen, wäre GoAhead auch niemals zum Zuge gekommen. Und dass es in Deutschland nicht mehr möglich ist, Wendezeiten > 10 Minuten mit ET zuverlässig einzuhalten, weil auf der heruntergekommenen Infrastruktur zu viele Züge nicht mehr nach Fahrplan verkehren, ist tatsächlich Wahnwitz - aber nicht in dem Sinne, wie Du es meinst.
Starke Logik. Weil andere noch krasser drauf gewesen wären, ist das also nicht so schlimm.
Zu den 10 Minuten sag ich nichts, denn man soll Forentrolle nicht füttern.
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 23 Jul 2019, 18:32 hat geschrieben: Starke Logik. Weil andere noch krasser drauf gewesen wären, ist das also nicht so schlimm.
Zu den 10 Minuten sag ich nichts, denn man soll Forentrolle nicht füttern.
Das ist so kaputt, da erspare ich mir wirklich jegliche weitere Argumentation. :wacko: :wacko: :wacko:
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 23 Jul 2019, 20:01 hat geschrieben:
Rohrbacher @ 23 Jul 2019, 18:32 hat geschrieben: Starke Logik. Weil andere noch krasser drauf gewesen wären, ist das also nicht so schlimm.
Zu den 10 Minuten sag ich nichts, denn man soll Forentrolle nicht füttern.
Das ist so kaputt, da erspare ich mir wirklich jegliche weitere Argumentation. :wacko: :wacko: :wacko:
Super Vorschlag, bin ich sofort einverstanden. Deal. :D :D :D
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Beitrag von Trapeztafelfanatiker »

Was bringt jetzt diese Streiterei der Thematik an sich? Wie trägt es zu einer Lösung des Problems bei?

Wir müssen das Personal aus dem Wettbewerb nehmen.
Wieso wird den EVU so gut wie jedes Risiko abgenommen, aber ausgerechnet das Personal soll weiter dem Wettbewerb ausgesetzt werden.
Aber dann über Personalmangel jammern und dass die meisten Beschäftigten demotiviert sind und die Schnauze voll haben.
Der derzeitige Wettbewerb ist arbeitnehmerfeindlich, da die Arbeitsbedingungen sich nicht gebessert haben, trotz Mangel und damit zeigt sich dass die Marktgesetze bei Arbeitnehmern nicht funktionieren.

Und wenn wir einen Wettbewerb um Marketing und das beste Konzept haben, warum nicht? Oder eben Schweizer Modell.
Aber wieso soll ausgerechnet das Personal die Stellschraube des Wettbewerbs sein? Braucht sich doch keiner wundern dass es keiner mehr machen will und vor allem, was derzeit noch schlimmer ist, Abwanderung stattfindet, komplett aus der Branche.
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