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Brand am 10.05.1996 im 420 146 am Isartor, Sachverständige finden wirkliche Ursache [Zur Themenübersicht]
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Wirklichkeit
  Geschrieben am: 29 Jul 2005, 17:32


Routinier


Status: gesperrt
Mitglied seit: 13 Jun 05
Beiträge: 347




Am 10. Mai 1996 erlitten zwölf Fahrgäste Rauchvergiftungen, als ein S-Bahn-Triebwagen (420-146) am Isartor (Linie S2 Petershausen-Ostbahnhof) um 19.55 Uhr am Isartor qualmte. Unter dem Zug brannte es! Erst nach 45 Minuten gelang es 130 Feuerwehrmännern, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Bei den Untersuchungen aber hat man dann Ursache und Wirkung miteinander verwechselt, so das Lokmagazin in der Ausgabe Juli 2005: Die Wirkung (eine Explosion) wurde als Ursache angenommen. Hier meine Zusammenfassung:

Der 420 146 hatte einen Unfallschaden, und war deshalb von Dezember 94 bis 8.Mai 1996 im Ausbesserungswerk Nürnberg, das ja für die S-Bahn-Baureihe 420 zuständig war. Dort tauschte man den Transformator, und baute einen anderen ein (vom 420 784). Bei Probefahrten stellte man schließlich fest, daß sich das Öl im B-Wagen (welcher war das noch gleich?) 420 646 nur auf 30 Grad erwärmt, im A-Wagen aber auf 60 Grad. Diesen Unterschied wollte man beseitigen, indem man die Wirkrichtung der Ölpumpe umkehrte, was man dann auch tat. Doch die wirkliche Ursache hatten die Werkstattmitarbeiter indes nicht erkannt: Es war nämlich ein richtungsverkehrt eingebautes Rückschlagventil innerhalb des Ölkreislaufs. Mit dieser verkehrt eingebauten Ölpumpe kam unsere S-Bahn wieder nach München, wo sie am 9. Mai (einen Tag vor dem Unglück) im Fahrgastverkehr eingesetzt wurde. Als drei Stunden nachher, um 16.10 Uhr, der Leuchtmelder dem Tf eine Trafostörung anzeigte, meldete er es der Werkstatt, und fuhr weiter, bis 20.11 Uhr. Am nächsten Vormittag bemerkte man im Bw Steinhausen, daß sich das Öl auf 84 Grad erhitzt hatte. Man entdeckte die falsche Laufrichtung der Ölpumpe und korrigierte sie. Daß aber das Rückschlagventil falsch eingebaut war, und der Ölumlauf daher immer noch unterbrochen war, bemerkte keiner. Und so wurde die S-Bahn um 15.27 Uhr wieder eingesetzt. Als der Zug in Richtung Ostbahnhof gerade zwischen Karlsplatz (Stachus) (Oje, war das jetzt die richtige Bezeichnung?) fuhr, zeigte der Leuchtmelder wieder eine Trafostörung an. Der Tf, der im A-Wagen saß, meldete das und fuhr mit verminderter Leistung weiter bis Isartor. Immerhin wollte man die Stammstrecke nicht unnötig lange blockieren. Wenige Sekunden danach explodierte der Transformator, und der Zug brannte. Nach einem ersten Gutachten klagte die Staatsanwaltschaft acht Eisenbahner des Nürnberger und des Münchner Betriebswerks an. Allerdings fand der Anwalt Christoph Ostler der Gegenseite Widersprüche, und beauftragte einen neuen Gutachter: Eberhard Wiese aus Leverkusen, welcher in Hannover Elektrotechnik studiert hat und im AW Opladen gearbeitet hat. Er war ganz und gar unabhängig und arbeitete am Heiligen ET 420 nach wissenschaftlichen Methoden! Wiese wies nach, daß es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem elektrischen Überschlag zwischen der Hochspannungseinführung in den Trafokessel (hat der 420er denn sowas eigentlich?) und der ersten halben Windung der Hochspannungswicklung kam, welcher zu einer sehr plötzlichen Erhöhung des Drucks innerhalb des Trafos und damit zur Ausbeulung des Gehäuses führte. Und nachdem der Trafokessel geplatzt und in ihn somit Sauerstoff gelangt war, entzündete der Lichtbogen das Öl. Dank dieses Gutachtens wurden die Angeklagten freigesprochen! Außerdem faßte die Polizei unter den Fahrgästen mit Rauchvergiftung einen gesuchten Dieb, nachdem dieser falsche Angaben zur Person gemacht hat. Was es nicht alles gibt.

Bearbeitet von Wirklichkeit am 29 Jul 2005, 17:34
    
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420er Vorserie
  Geschrieben am: 29 Jul 2005, 17:41


Kaiser


Status: Mitglied
Mitglied seit: 1 Oct 03
Beiträge: 1586

Alter: 41



Ahh. Da hat wohl jemand die Juli-Ausgabe vom LokMagazin gelesen? biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif

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VT 609
  Geschrieben am: 29 Jul 2005, 18:47


Unregistered









QUOTE (Wirklichkeit @ 29 Jul 2005, 18:32)
Karlsplatz (Stachus) (Oje, war das jetzt die richtige Bezeichnung?)

Ja, es ist die richtige Schreibweise. Ohne jetzt den Streit neu anheizen zu wollen: Was ist daran so schwer, sich das zu merken?
    
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ET 423
  Geschrieben am: 29 Jul 2005, 18:48


Lebende Forenlegende


Status: Validating
Mitglied seit: 23 Oct 02
Beiträge: 14773




Btw. gesagt möchte ich erwähnen, daß ich das andere Thema mit gleichem Inhalt und Thementitel eingezogen habe. Steht ja nix anderes wie hier drin.

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Ich schaue weg, weil mir hier Einiges nicht paßt.
    
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Wirklichkeit
  Geschrieben am: 2 Aug 2005, 19:13


Routinier


Status: gesperrt
Mitglied seit: 13 Jun 05
Beiträge: 347




Ja, danke. Ich habe zuerst das Datum falsch geschrieben, und dann wollte ich es mit richtigem Datum nochmal absenden. OK.
    
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4 Antworten seit 29 Jul 2005, 17:32 Thema abonnieren | Thema versenden | Thema drucken

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