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Infektionsrisiko in Bahnen und Bussen reduzieren, Keimdichte in Öffis verringern [Zur Themenübersicht]
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Maschera
  Geschrieben am: 9 May 2020, 14:55


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Hallo zusammen,

mich würde eine Sammlung und Diskusison von Ideen interessieren, mit welchen technischen und organisatorischen Maßnahmen man das zwischenmenschliche Infektionsrisiko in Bussen und Bahnen reduzieren kann oder könnte: Lüftung, Materialien, Personenfluss...

REDUZIEREN ist dabei ernst gemeint, eine "keimfreie Zone Bus und Bahn" wird man nicht hinkriegen.

Gibt es da schon Ideen, die Ihr kennt?
Was kommt Euch an weiteren Ideen in den Sinn?

Hintergrund ist natürlich, dass die öffentlichen Verkehrsmittel im Moment im Moment als Corona-kritische Umgebungen gelten.

Persönlich habe ich mit dem Thema allerdings seit 17 Jahren zu tun. Damals musste ich eine Hochdosis-Chemotherapie über mich ergehen lassen, un einen hoch aggressiven Krebs zu besiegen. Das hat geklappt, aber als Kollateralschaden blieb das Immunsystem fast komplett auf der Strecke. Um weiter halbwegs normal leben zu können, musste ich Maßnahmen zur Reduzierung des Infektionsrisikos im Alltag hinnehmen. Das Ärzteteam erklärte mir, dass Bus und Tram für mich ab jetzt im Winter tabu seien, Fernstrecken mit klimatisietten ICEs gerade noch vertretbar sein könnten, Flüge auf den teuren Frontplätzen auch gerade so - aber am besten solle ich im Interesse eines langen Lebens als ehemals passionierter Bahnfahrer doch bitte aufs Auto umsteigen. Komplett gegen den Trend.

Habe ich getan, so weh es mir tat, aber das Problem als solches werde ich aus dem Kopf nicht mehr los. Was kann man tun?

Eine Anekdote am Rande: Ich hatte damals ein interessantes Gespäch mit dem über 80 Jahre alten Vater meines Hausarztes, der zu den Herzschrittmacher-Pionieren in Deutschland gehörte. Er erzählte mir, dass er sich schon als junger Arzt über die Tendenz, in den Trams selbst die kleinsten Fenster zuzumachen, weil es sonst "zieht", so geärgert habe, dass er aus purer Lust am Streit ein kurioses Patent für einen Tramwagen eingereicht habe, bei dem an jeder Haltestelle zusammen mit den Türen auch alle Fenster aufgehen würden. Einfach, um die verkeimte Luft auszutauschen.

Bearbeitet von Maschera am 9 May 2020, 14:58
    
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Iarn
  Geschrieben am: 9 May 2020, 17:41


Lebende Forenlegende


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Man könnte natürlich die Klimaanlagen wie im Flugzeug drauf ausrichten immer von unten nach oben durch den Fahrgastraum zu strömen und vor Wiederverwendung durch einen passenden Filter zu gehen, wird aber wohl relativ teuer.
Ansonsten würde es helfen, einfach weniger Leute in die Wagen zu pferchen, aber das ist erst recht teuer und man bräuchte erst Jahrzehnte für den Ausbau der Infrastruktur.
    
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Cloakmaster
  Geschrieben am: 9 May 2020, 17:44


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Kleinteilige Abteile für je 1 oder 2 Fahrgäste wären eine Möglichkeit. Früher gabs doch auch eine Tür pro Abteil.

Bearbeitet von Cloakmaster am 9 May 2020, 17:44
    
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Maschera
  Geschrieben am: 9 May 2020, 18:44


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QUOTE (Iarn @ 9 May 2020, 17:41)
Man könnte natürlich die Klimaanlagen wie im Flugzeug drauf ausrichten immer von unten nach oben durch den Fahrgastraum zu strömen und vor Wiederverwendung durch einen passenden Filter zu gehen, wird aber wohl relativ teuer.
Ansonsten würde es helfen, einfach weniger Leute in die Wagen zu pferchen, aber das ist erst recht teuer und man bräuchte erst Jahrzehnte für den Ausbau der Infrastruktur.

Wie sind denn die Lüftungen z.B. in den Münchner Trams gebaut? Unter meinem Balkon sind jetzt nach und nach die gängigen Modelle durchgefahren, ich dachte immer, da würde auch irgendwohin konsequent abgezogen. Und ICE?

Beim Flugzeug scheint das ganz gut zu funktionieren, allerdings hat mir vor kurzem mal jemand erzählt, dass die abgezogene Luft von den Business-Plätzen vorn dann weiter hinten wiederverwendet wird. Auch toll, dabei können wohl auch Viren wieder eingeblasen werden.

Bearbeitet von Maschera am 9 May 2020, 18:45
    
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Maschera
  Geschrieben am: 9 May 2020, 18:48


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QUOTE (Cloakmaster @ 9 May 2020, 17:44)
Kleinteilige Abteile für je 1 oder 2 Fahrgäste wären eine Möglichkeit. Früher gabs doch auch eine Tür pro Abteil.

Das hätte jetzt Charme, passt auf die Ausgangsregeln. So viele Türen dürften aber teuer sein - und bei schnellem Fahrgastwechsel eine riesige Fehlerquelle.

Bearbeitet von Maschera am 9 May 2020, 18:48
    
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Maschera
  Geschrieben am: 9 May 2020, 19:17


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Fundstück: Rekordtemperaturen – auch in öffentlichen Verkehrsmitteln Vom August 2018.
Zitat daraus:
QUOTE
Hinsichtlich der Nachrüstung gibt es allerdings schon jetzt ein Problem: Laut MVG sind leistungsfähigere Klimaanlagen zu groß und zu schwer, um in Straßenbahnen eingebaut werden zu können. Vor allem alte Waggons nachzurüsten sei schwierig, da diese nicht darauf ausgelegt seien, das zusätzliche Gewicht einer Klimaanlage auf dem Dach zu tragen.

Wahrscheinlich ist dann auch der Durchsatz nicht super. Bus könnte ähnlich sein, oder geht es da besser?

Bearbeitet von Maschera am 9 May 2020, 19:18
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 9 May 2020, 19:25


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 12544

Wohnort: ja


Als wenn das alles wirkliche Probleme wären. Derzeit sind doch (so gut wie) keine Ansteckungen über den ÖPNV bekannt, allen Vorurteilen zum Trotz, was man sich nicht angeblich alles holen kann, seit die Autolobby in den 50ern allein den eigenen Pkw für sicher erklärt hat. Dabei ist das wie mit der eigenen Kloschüssel oder der eigenen Tastatur: Wann habt ihr die zuletzt sauber gemacht, also so wirklich? Wann habt ihr z.B. das Lenkrad mal desinfiziert? Über Schmierinfektion tragen da die Leute alles mögliche in ihr angeblich sicheres Töfftöff rein. Wann habt ihr eure Autoklimaanlage mal gewartet und saubergemacht? Laut Studien sind 2/3 der Privatautos mit mangelhaften Anlagen unterwegs und regelrechte Keimschleudern. Auf einem halbwegs nach Vorschrift gereinigten Zugklo hat's da weniger, zumal bei Bahnens schon bei den Materialen mehr drauf geachtet wird als in Pkw, die in der Regel nie z.B. 'ne Ozonbehandlung kriegen. Da hast du irgendwann vor Jahren an irgendeiner Türklinke mal fiese Keime mitgenommen, die wohnen Jahre später noch mit allen anderem in deinem Kfz:

Focus 2011: Bakterien-Biotop Auto: Öffentliche Toiletten sind sauberer als das Lenkrad
Auto Motor & Sport 2019: Autos schmutziger als öffentliche Toiletten

Natürlich sollte man im ÖPNV die vor allem nach 1994 betriebene Auslastungsoptimierung überdenken. Wenn man sich überlegt, welche Transportleistungen heute ET von der Größe von nicht ganz zwei Bn heute erbringen, wo zu Bundesbahnzeiten noch deutlich größere, natürlich längst nicht so "effiziente" Gefäße mit weniger Leuten gerollt sind mit (nach Reinigungsmittel riechenden) Kunstledersitzen, Abteilwagen oder Großraumwagen mit Zwischentüren. Und Sitzanordnung vis á vis, damit kriegt man selbst in einem engen Byg noch rund 1,5 m zum gegenüber Sitzenden hin statt dem Vordermann bei optimierten 74 cm Sitzreihenabstand in den Nacken zu schnaufen. Vielleicht sollte man sich einiges unabhängig von Corona nochmal überlegen.

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Maschera
  Geschrieben am: 9 May 2020, 20:06


Mitglied


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Beiträge: 29




QUOTE (Rohrbacher @ 9 May 2020, 19:25)
Als wenn das alles wirkliche Probleme wären. Derzeit sind doch (so gut wie) keine Ansteckungen über den ÖPNV bekannt, allen Vorurteilen zum Trotz, was man sich nicht angeblich alles holen kann, seit die Autolobby in den 50ern allein den eigenen Pkw für sicher erklärt hat. Dabei ist das wie mit der eigenen Kloschüssel oder der eigenen Tastatur: Wann habt ihr die zuletzt sauber gemacht, also so wirklich? Wann habt ihr z.B. das Lenkrad mal desinfiziert? Über Schmierinfektion tragen da die Leute alles mögliche in ihr angeblich sicheres Töfftöff rein. Wann habt ihr eure Autoklimaanlage mal gewartet und saubergemacht? Laut Studien sind 2/3 der Privatautos mit mangelhaften Anlagen unterwegs und regelrechte Keimschleudern.

Alles geschenkt - aber bei mir und meinen Hochrisiko-Kollegen sind die Lenkrad-Desinfektion, die überall greifbaren Antiviren- und Bakterientücher, das Schieben von Einkaufswagen mit Einmal-Handschuhen, das Wechseln von Einmal-Handschuhen vor dem Türgriff-Anfassen und all so Zeug bis hin zur Wartung der Klimaanlage und Einstellung auf hohen Luftaustausch halt in Fleisch und Blut übergegangene Überlebensroutinen, die zu Corona-Zeiten nun eben auch von Normalos übernommen werden und funktionieren.
Und in der Bahn dann eben FFP2-Maske und wieder ein Einmal-Handschuh-Verbrauch en masse - witzigerweise etwas, das mir jetzt sogar leichter fallen würde, weil mich keiner mehr dumm deshalb angucken würde.
Aber trotzdem kann man ja überlegen, was sich verbessern ließe.
Die Ärzte hatten Studien an der Hand, nach denen die Öffis sehr wohl zu den stärksten Ansteckungsquellen für Standard-Infektionen wie Erkältung, Grippe, Lungenentzündung, Magen-Darm und so weiter gehörten. Das Problem waren dabei auch weniger die Schmierinfektionen, sondern die pure Konzentration von Keimen in der Luft (Tröpfchen und Aerosole) und die Nähe der Menschen zueinander, vor allem im Herbst und Winter bei vollen Zügen und Bussen. Um das geht's mir, und z.B. um weniger bakterien- und virenfreundliche Griffe, Stangen, Polster, die von Dir erwähnte Sitzanordnung und so weiter. Denn bei aller Vorsicht ist doch alles besser, was beim Risikoreduzieren hilft.

Ach, und noch was zu den vielen Keimen auf dem Handy, dem PC, dem Lenkrad und so weiter.

Was viele nicht wissen und die Statistiken nicht spiegeln: Das sind für viele ja meist die Bakterien und Viren, die sie und die engeren Vertrauten immer mit sich rumschleppen, die dem eigenen Immunsystem vertraut sind und mit denen deshalb selbst ein ziemlich kapputes Immunsystem noch klarkommt. Als ich während der Chemo noch auf der Isolierstation lag, durfte meine Frau deshalb viel früher zu mir als irgendwer sonst. Das lang "bewohnte" Auto ist deshalb tatsächlich ungefährlicher als die Bahn, solange man den Eintrag fremder Keime reduziert.

Bearbeitet von Maschera am 9 May 2020, 20:26
    
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Valentin
  Geschrieben am: 9 May 2020, 20:26


Kaiser


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QUOTE (Maschera @ 9 May 2020, 20:06)
Alles geschenkt - aber bei mir und meinen Hochrisiko-Kollegen sind die Lenkrad-Desinfektion, die überall greifbaren Antiviren- und Bakterientücher, das Schieben von Einkaufswagen mit Einmal-Handschuhen, das Wechseln von Einmal-Handschuhen vor dem Türgriff-Anfassen und all so Zeug bis hin zur Wartung der Klimaanlage und Einstellung auf hohen Luftaustausch halt in Fleisch und Blut übergegangene Überlebensroutinen, die zu Corona-Zeiten nun eben auch von Normalos übernommen werden und funktionieren.
Und in der Bahn dann eben FFP2-Maske und wieder ein Einmal-Handschuh-Verbrauch en masse - witzigerweise etwas, das mir jetzt sogar leichter fallen würde, weil mich keiner mehr dumm deshalb angucken würde.
Aber trotzdem kann man ja überlegen, was sich verbessern ließe.
Die Ärzte hatten Studien an der Hand, nach denen die Öffis sehr wohl zu den stärksten Ansteckungsquellen für Standard-Infektionen wie Erkältung, Grippe, Lungenentzündung, Magen-Darm und so weiter gehörten. Das Problem waren dabei auch weniger die Schmierinfektionen, sondern die pure Konzentration von Keimen in der Luft (Tröpfchen und Aerosole) und die Nähe der Menschen zueinander, vor allem im Herbst und Winter bei vollen Zügen und Bussen. Um das geht's mir, und z.B. um weniger bakterien- und virenfreundliche Griffe, Stangen, Polster, die von Dir erwähnte Sitzanordnung und so weiter. Denn bei aller Vorsicht ist doch alles besser, was beim Risikoreduzieren hilft.

Sinnvoll wäre ein Verbot von FFP2-Masken mit Ventil im ÖPNV.

Die Stoffmasken sind dazu da, daß die eigenen ausgeblasenen Tröpchen mit den Viren zurückgehalten werden. Sie schützen dagegen nicht vor infektiösen Tröpfchen von Fremden..

FFP2-Masken mit Ventil filtern dagegen die Luft von fremden Viren. Die eigenen werden dagegen durch das Ventil weit herausgeblasen.

Ein eindeutiger Fall von einseitiger Inkompabilität der beiden Filtersysteme. Träger von FFP2-Masken mit Ventil infizieren einseitig die Stoffmaskenträger an. In der Gegenrichtung gibt es dagegen kaum Infektionen.




    
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Iarn
  Geschrieben am: 9 May 2020, 20:30


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Maschera @ 9 May 2020, 18:44)
Beim Flugzeug scheint das ganz gut zu funktionieren, allerdings hat mir vor kurzem mal jemand erzählt, dass die abgezogene Luft von den Business-Plätzen vorn dann weiter hinten wiederverwendet wird. Auch toll, dabei können wohl auch Viren wieder eingeblasen werden.

Das ist blanker Unsinn. Und ich habe zu Beginn meines Berufslebens mit Flugzeug Klimaanlagen zu tun gehabt und noch nie von so etwas gehört. Macht auch keinen Sinn, weil der Aufwand dafür einfach zu groß wäre. Ja die Belüftung ist in manchen Maschinen vorne etwas besser als hinten, was aber an Themen wie Leitungslängen liegt.
Bei einigen Klimaanlagen wird die Luft nur einmal verwendet (Vorteil Klimaanlage simpel, Nachteil die Temperatur und Feuchtigkeits Anpassung ist aufwändig) bei den meisten zum Teil recycled. Beim Recycling wird die Luft aber zentral mit frisch gezapfter Luft gemischt. Die Filter sind relativ virenfest. Die Einführung dieser Filter war übrigens ein Grund wieso fast alle Fluggesellschaften innerhalb kurzer Zeit das Rauchen verboten haben. Tabakqualm macht die teuren Filter kaputt, folglich waren alle Fluggesellschaften um das Wohl der Nichtraucher besorgt.
    
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Maschera
  Geschrieben am: 9 May 2020, 21:38


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Beiträge: 29




QUOTE (Valentin @ 9 May 2020, 20:26)

Sinnvoll wäre ein Verbot von FFP2-Masken mit Ventil im ÖPNV.

Die Stoffmasken sind dazu da, daß die eigenen ausgeblasenen Tröpchen mit den Viren zurückgehalten werden. Sie schützen dagegen nicht vor infektiösen Tröpfchen von Fremden..

FFP2-Masken mit Ventil filtern dagegen die Luft von fremden Viren. Die eigenen werden dagegen durch das Ventil weit herausgeblasen.

Ein eindeutiger Fall von einseitiger Inkompabilität der beiden Filtersysteme. Träger von FFP2-Masken mit Ventil infizieren einseitig die Stoffmaskenträger an. In der Gegenrichtung gibt es dagegen kaum Infektionen.

Quatsch, doch nicht die, die will doch keiner. Ich kenne praktisch nur die, die analog zu den OP-Masken aufgebaut sind und nur ein anderes Vlies haben. Die filtern in beide Richtungen.
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 9 May 2020, 22:25


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Maschera @ 9 May 2020, 21:06)
Das Problem waren dabei auch weniger die Schmierinfektionen, sondern die pure Konzentration von Keimen in der Luft (Tröpfchen und Aerosole) und die Nähe der Menschen zueinander, vor allem im Herbst und Winter bei vollen Zügen und Bussen.

Das sage ich ja, was man verbessern sollte, ist das freilich die Auslastung. Da haben wir seit der Bahnreform ziemlich viel in Richtung "Legebatterie" optimiert. An sich ist das aber nicht ÖPNV-spezifisch. Im gesamten öffentlichen Raum trifft man auf andere Leute und hat in geschlossenen Räumen ähnliche Verhältnisse wie in einer Bahn. Bahnfahren gilt als böse, aber in den Aufzug, auf's Konzert oder ins Restaurant, wo schon fünf Leute auf die gleiche Tischdecke oder den Krug mit dem Besteck gesabbert haben, das geht.

QUOTE (Maschera @ 9 May 2020, 21:06)
Das lang "bewohnte" Auto ist deshalb tatsächlich ungefährlicher als die Bahn, solange man den Eintrag fremder Keime reduziert.

Genau das ist eben "bei Normalos" die Illusion, da trägt jeder alles mögliche über die Hände von Zapfpistolen, Druckluftprüfern, Türklinken, Parkhausautomaten, Einkaufswagen, Bankautomaten und ähnlichem in das Auto rein und je nachdem wie langlebig das ist, bleibt das auch da. Man fühlt sich zu Hause, sobald man die Autotür zumacht und schon infiziert man sich beim unbeobachteten Popeln beim Ampelstopp, was man in der vollen U-Bahn eher vermeidet. Es ist ja gerade nicht so, dass sich bei den üblichen Grippe- und Erkältungswellen vor allem die ÖPNV-Nutzer anstecken und die Autofahrer nicht, sondern eher im Gegenteil der U-Bahnnutzer viel mehr gewohnt ist und in relativ kontrollierten (!) Dosen alles mögliche abbekommt und ständig automatisch geimpft wird. Die kranken Kinder mit Allergien und so weiter sind selten die, die mit drei neben dem Misthaufen mit der freilaufenden Katze gespielt haben, sondern die mit Sagrotan-Mama. Und ich rede jetzt von den 95% "Normalos", wie du sagst. Mit von Haus aus irgendwelchen schweren Krankheiten ist das natürlich anders und auch wenn du direkt den falschen Kontakt mit einem Überträger hast, aber da würde ich das ganze Thema nicht auf den ÖPNV verengen, sondern allgemein auf öffentliche Umgebungen schauen. Das soll kein Whataboutismus sein, aber Covid-19 geht auch und gerade in Ländern mit eher wenig ÖPNV rum. Schon der Thementitel suggeriert aber was anderes.

Zum Thema Klimaanlage: Wie gesagt, da halte ich die eh schlecht gewarteten im Pkw, wo man erst auf's Amaturenbrett hustet und die Keime vom Parkautomaten rumschmiert und dann alles wieder auf kurze Entfernung in den Innenraum blasen lässt für deutlich kritischer. Das aktuelle Coronavirus mag eine vereinzelt sehr unvorteilhaft verlaufende Krankhreit auslösen, aber rein vom Infektionsgeschehen, wäre es die letzten Jahrzehnte dennoch z.B. mit der infektiöseren Influenza oder einzelnen Leuten, die mit seltenen Viren vom Flughafen kommen, mal aufgefallen, wenn es hier bei den Bahnen ein Problem gäbe. Hier sind jetzt auch die "Hotspots" Ischgl und ein paar Faschingsfeiern und es war bisher auch bei den meisten Viren so, dass die im Kindergarten, im Altenheim oder auf einer Party rumgingen, aber eben nicht explizit in der S4 und dem RE6 oder so. Deswegen sind die auch jetzt weitergefahren als sonst alles dicht war.

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Entenfang
  Geschrieben am: 9 May 2020, 23:07


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 5840

Alter: 26
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QUOTE (Rohrbacher @ 9 May 2020, 22:25)
Bahnfahren gilt als böse, aber in den Aufzug, auf's Konzert oder ins Restaurant, wo schon fünf Leute auf die gleiche Tischdecke oder den Krug mit dem Besteck gesabbert haben, das geht.

Anekdote dazu - ich war kürzlich mit einem Freund auf einem Ausflug mit der Bahn. Da wir Fahrräder dabeihatten, zogen wir den Aufzug vor. Übrigens steht am Bahnhofsaufzug ein Zettel, dass man den nicht mit unbekannten Personen zusammen nutzen soll. Den Taster im Aufzug hat er dann irgendwie mit dem Fuß gedrückt - meine Türklinke daheim hat er aber angefasst. Aber die habe ja auch nur ich angefasst, der zuvor die Haltestangen im Zug angefasst hat - oder so ähnlich... Ich hab den Knopf im Aufzug jedenfalls einfach mit dem Finger gedrückt. Er hat aber auch eine Flasche Desinfektionsmittel im Auto.

Fahrgäste mit Handschuhen habe ich allerdings keine mehr gesehen, anfangs war das wohl gerade in der U-Bahn recht häufig, wie mir berichtet wurde.

QUOTE (Rohrbacher @ 9 May 2020, 22:25)

Das soll kein Whataboutismus sein, aber Covid-19 geht auch und gerade in Ländern mit eher wenig ÖPNV rum. Schon der Thementitel suggeriert aber was anderes.

Korrelation bedeutet nicht automatisch Kausalität - nur weil Covid-19 auch in Ländern mit wenig ÖPNV wütet, heißt es nicht, dass der ÖPNV kein Verbreitungs-Hotspot sein kann. Ich kann mir das bei stark überfüllten Fahrzeugen vor der Maskenpflicht sogar sehr gut vorstellen. Wo ist denn der Unterschied zum Apres-Ski, zur Demo oder zum Festival?

QUOTE (Rohrbacher @ 9 May 2020, 22:25)
Deswegen sind die auch jetzt weitergefahren als sonst alles dicht war.

Auch dazu - Korrelation und Kausalität. Weil der ÖPNV weitergefahren ist, kann es sich nicht um einen Hotspot gehandelt haben - das ist eindeutig keine sinnvolle Schlussfolgerung. Der ÖPNV ist weitergefahren, weil sonst die Krankenschwester nicht mehr zur Arbeit gekommen wäre. Und als die Ausbreitung schnell abgelaufen ist und die Ausgangsbeschränkungen kamen, war der ÖPNV auch ziemlich leer, sodass die Ansteckungsgefahr tatsächlich sehr niedrig sein dürfte.



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JeDi
  Geschrieben am: 9 May 2020, 23:51


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Entenfang @ 9 May 2020, 23:07)
Wo ist denn der Unterschied zum Apres-Ski, zur Demo oder zum Festival?

Im Zweifel tatsächlich die Verweildauer. In einer überfüllten U-Bahn stehst du selten mehr als 15, 20 Minuten ;-)

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Boris Merath
  Geschrieben am: 9 May 2020, 23:57


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Chat: BorisM 

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QUOTE (Rohrbacher @ 9 May 2020, 20:25)
Derzeit sind doch (so gut wie) keine Ansteckungen über den ÖPNV bekannt

Allerdings ist hier die wichtige Frage wie aussagekräftig ist. Eine Ansteckung am Arbeitsplatz lässt sich relativ einfach nachweisen (wenn der Kollege im gleiche Büro infiziert ist, und man selbst dann entsprechend einige Tage später ebenfalls) - aber wie weist man eine Infektion im ÖPNV nach? Das ist denke ich nahezu unmöglich.

Was dagegen für die These spricht dass der ÖPNV nicht gar so schlimm ist ist die Tastsache dass im Umfeld der Infektionen bei Webasto primär die Kollegen infiziert wurden die über Tage im gleichen Besprechungsraum saßen, nicht dagegen Taxifahrer und andere "kurzzeitige" Kontakte.

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Bis zur vollzogenen Anbringung von ausreichenden Sandstreuapparaten an allen Maschinen haben die Bahnwärter bei aufwärtsgehenden Zügen auf stärkeren Steigungen die Schienen ausgiebig mit trockenem Sand zu bestreuen und für die Bereithaltung eines entsprechenden Vorrathes zu sorgen.

Fahrdienstvorschrift bayerische Staatsbahnen 1876
    
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