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Städtebahn Sachsen stellt Betrieb ein, Ab 25.7. kein Betrieb mehr bei der SBS [Zur Themenübersicht]
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autolos
  Geschrieben am: 25 Jul 2019, 10:42


Lebende Forenlegende


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SZ zu Einstellung Betrieb SBS

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Für die, die sich anmaßen über den Wert und Unwert anderer zu urteilen: Die Würde des Menschen ist unantastbar!
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 25 Jul 2019, 12:02


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Inzwischen gibt es mehr Infos bei den DNN.

Die Städtebahn ist ein Musterbeispiel für die Folgen der Ausschreibungen, die ja alles billiger machen. Die Städtebahn gewinnt die Ausschreibung, weil sie das "billigste" Angebot gemacht hat. Und hier sieht man nun, wohin die Kosten externalisiert wurden. Zunächst auf das Personal, denn erst seit 2018 gilt dort der Flächentarifvertrag. Infolgedessen fand man kein Personal und ständig sind Züge ausgefallen - die Fahrgäste sind die Leidtragenden.
DB Netz betreibt mangelhaften Grünschnitt, um Kosten zu sparen und externalisiert die Kosten auf das EVU, welches gegen die Bäume kracht.
Also landet der ganze Fall vor Gericht und es muss entschieden werden, wer denn für die Kosten nun aufkommt.

Doch dann kommen die Anteilseigner der Städtebahn und wollen Gewinn sehen, nicht Pönale und Gerichtskosten. Und nun kollabiert das ganze System - Gewinner sind die Anwälte, Verlierer letztlich wie immer die Fahrgäste. Inzwischen kann man ja schon froh sein, wenn überhaupt noch SEV gefahren wird. Kann man den Menschen eigentlich noch deutlicher klarmachen: Kauft euch 1 Auto oder auch 2 oder 3, denn der ÖPNV funktioniert in Deutschland ohnehin nicht und keinen interessiert es. Ist es dann verwunderlich, dass alle in die Großstädte wollen?

Am Ende muss dann doch wieder eine "Direktvergabe" erfolgen, sollte doch noch ein Interesse bestehen, dass im Dresdner Umland vor 2024 wieder Züge fahren. Wäre es vermessen, zu sagen - warum nicht gleich so? Selbst im Ausschreibungswahnland Großbritannien musste seit 2007 dreimal der Staat eingreifen, um den Eisenbahnverkehr der East Coast Main Line zu retten - nun hat man den Betrieb für die nächsten 5 Jahre direkt vergeben.


146 225 und Rohrbacher - ihr dürft! Ich geh Popcorn holen. biggrin.gif

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Für ein Ende der Ausschreibungen und für eine integrierte Eisenbahn - Netz und Betrieb sind untrennbar.
SBS kollidiert mit Baum wegen mangelhafter Vegetationspflege von DB Netz - Kompletteinstellung der SBS ohne Vorankündigung wegen Rechtsstreitigkeiten - Ausfall "einzelner" Züge bei der OPB und Alex Nord wegen Personalmangel - Totalausfall Alex Immenstadt - Oberstdorf vom 20.07. bis 14.12. wegen Personalmangel - Urlaub für die BRB zwischen Kaufering und Landsberg vom 29.07. bis 08.09. wegen Personalmangel - Zahlreiche Zugausfälle bei der BRB wegen Personalmangel - Massive Einschränkungen bei der BOB im Januar wegen nicht geräumter Gleise Ausfälle bei der Regio-S-Bahn Bremen über fast 1 Jahr - Vertrag mit der NWB trotzdem verlängert
    
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JeDi
  Geschrieben am: 25 Jul 2019, 19:56


Lebende Forenlegende


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Die Städtebahn hat übrigens inzwischen per Pressemitteilung mitgeteilt, dass ihr der Leasingvertrag für die Desiros wegen der vielen Schäden gekündigt worden sei. Demnach sei dem VVO durchaus bekannt gewesen, dass die Betriebseinstellung droht...

Bearbeitet von JeDi am 25 Jul 2019, 19:56

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146225
  Geschrieben am: 25 Jul 2019, 21:04


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QUOTE (Entenfang @ 25 Jul 2019, 12:02)
146 225 und Rohrbacher - ihr dürft!

Geschätzter Kollege Entenfang, vielen Dank fürs freundliche Zp 9 - ich habe allerdings wenig Interesse, das Feld gegen jene zu beackern, die ohnehin alles wissen - vor allen Dingen alles besser.

Das einzige was mir zu dem Fall SBS allerdings einfällt: DDR reloaded bzw. frühe 90er reloaded. Da hat es auch auf vielen Nebenbahnen zwischen Sachsen und der Ostsee die Betriebseinstellung gehagelt, weil die Infrastruktur nach jahrzehntelanger Vernachlässigung so kaputt war, dass weiterer Zugbetrieb nicht mehr zu verantworten war. "Sperrung aus technischen Gründen" nannte sich damals als Euphemismus, was eigentlich hätte Stilllegung heissen müssen. 25 Jahre später wiederholt sich die Geschichte, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Das ist ein Armutszeugnis für den Infrastruktureigner, wenn ich mich nicht irre, ist es in allen betroffenen Fällen die Bundesrepublik Deutschland.

Wir werden sehen, ob und unter welchen Bedingungen auf den betroffenen Bahnstrecken nochmals Leben einkehrt. Die letzten Jahre sächsischer Verkehrspolitik betrachtend, bin ich da allerdings nicht sonderlich optimistisch.

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 25 Jul 2019, 22:17


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QUOTE (Entenfang @ 25 Jul 2019, 13:02)
146 225 und Rohrbacher - ihr dürft! Ich geh Popcorn holen.  biggrin.gif

Sorry, Popcorn ist alle. Das friss' ich immer weg, wenn der werte Heilbronnser Kollege sich einloggt. biggrin.gif

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Diskutierst du noch oder trollst du schon?
    
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Alex101
  Geschrieben am: 25 Jul 2019, 22:37


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QUOTE (JeDi @ 25 Jul 2019, 20:56)
Die Städtebahn hat übrigens inzwischen per Pressemitteilung mitgeteilt, dass ihr der Leasingvertrag für die Desiros wegen der vielen Schäden gekündigt worden sei.

Ist sowas üblich/plausibel? Ich würde doch stark davon ausgehen, dass die Städtebahn als Leasingnehmer für etwaige Schäden aufkommen muss.
Gut, vielleicht konnte oder wollte man das nicht. Dann hat man aber im erweiterten Sinne einfach das Leasing nicht bezahlt wofür man schon mal eine Kündigung kassieren kann.
Zu behaupten, dass die Kündigung durch Alpha Trains wegen "zu vielen Schäden" erfolgt sei, wäre in dem Fall aber mindestens irreführend.

    
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mapic
  Geschrieben am: 26 Jul 2019, 06:23


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Und eine derartige Kündigung passiert vor allem sicherlich nicht kurzfristig über Nacht. Also selbst wenn das stimmt, dann ist zusätzlich noch einiges mehr schief gegangen.

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218 466-1
  Geschrieben am: 26 Jul 2019, 06:32


Lebende Forenlegende


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Städtebahn stellt Betrieb ein – das sind die Hintergründe, so geht es weiter

Die PM gab es wohl nur für auserwählte und ist hier einsehbar.

Ein Hoch auf die Bahnreform und die Ausschreibungsbahn! ph34r.gif

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Keine Alternative zum Transrapid MUC
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JeDi
  Geschrieben am: 26 Jul 2019, 06:50


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QUOTE (218 466-1 @ 26 Jul 2019, 06:32)
Die PM gab es wohl nur für auserwählte

Die kam über den ganz normalen Presseverteiler...

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168er
  Geschrieben am: 26 Jul 2019, 16:00


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Wohnort: Dresden


https://www.wochenkurier.info/sachsen/artik...ahn-dazu-73374/

Die Rolle des VVO ist interessant. Fast könnte man unterstellen, man wollte auf die Weise die Städtebahn loswerden und den Vertrag vor Ablauf aufkündigen des vielen Ärgers wegen in letzter Zeit.... ph34r.gif

Edit: Vom VVO kam unterdessen auch etwas

Was dabei natürlich vollkommen richtig ist, dass die Schwarzer-Peter-Frage, die abgesehen davon sicher nicht eindeutig zu beantworten ist, nicht über das Primärziel einen stabilen Betrieb wiederherzustellen hinwegtäuschen darf.

Bearbeitet von 168er am 26 Jul 2019, 16:50

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Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man hat - Theodor Storm
    
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Alex101
  Geschrieben am: 26 Jul 2019, 19:35


Routinier


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QUOTE (168er @ 26 Jul 2019, 17:00)
https://www.wochenkurier.info/sachsen/artik...ahn-dazu-73374/

Die Rolle des VVO ist interessant. Fast könnte man unterstellen, man wollte auf die Weise die Städtebahn loswerden und den Vertrag vor Ablauf aufkündigen des vielen Ärgers wegen in letzter Zeit.... ph34r.gif

Die angebliche Überraschung beim Besteller über die Betriebseinstellung wenn man schon eine Woche von der Gefahr wusste ist natürlich völlig unglaubwürdig.

Die restlichen Vorwürfe des Anwalts kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen:
Dass der Besteller in Anbetracht der Situation Gespräche mit anderern möglichen Betreibern führt halte ich prinzipiell für nachvollziehbar, wobei natürlich die Intensivität und Zeitpunkte eine Rolle spielen.

Und warum sollte der Besteller Schuld sein, wenn sich Betreiber und Leasing-Unternehmen finanziell nicht einigen können?
Wenn ich für DHL Pakete mit einem selbst geleasten Fahrzeug ausfahre und aufhöre meine Leasing-Raten zu bezahlen wird mir DHL auch nicht helfen.
Wäre die Städtebahn finanziell nicht in der Lage den Verpflichtungen aus dem Leasing-Vertrag nachzukommen wäre sie meiner Meinung nach insolvent. Ein Insolvenzantrag wurde aber bisher scheinbar nicht gestellt.


    
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Trapeztafelfanatiker
  Geschrieben am: 26 Jul 2019, 22:36


Kaiser


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QUOTE (146225 @ 25 Jul 2019, 21:04)
25 Jahre später wiederholt sich die Geschichte, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Das ist ein Armutszeugnis für den Infrastruktureigner, wenn ich mich nicht irre, ist es in allen betroffenen Fällen die Bundesrepublik Deutschland.


So sehr ich mitgehe dass die Infrastruktur in einem katastrophalen Zustand ist, aber glaubst du ernsthaft dass das alles auf den Freischnitt zurückzuführen ist? Es gibt in Deutschland dutzende solcher Strecken und nur nach Altenberg soll es dann so schlimm sein wie nirgendwo sonst?

Du umgehst aber auch anderswo sämtliche Fragen, wie man den Personalmangel beheben will.
Das geht mit einem Wettbewerb auf dem Rücken der Arbeitnehmer eben nicht mehr.
Da muss man das Personal beim Land anstellen und Fahrzeuge in einem Pool stellen, so dass sie übergreifend eingesetzt werden können.

Ob man dann gleich eine Landesbahn einsetzt oder der Wettbewerb über Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Name des Betreibers stattfindet ist mir und den Arbeitnehmern eigentlich egal. Wichtig ist dass das Personal aus dem perversen Wettbewerbssystem genommen wird, denn die Bedingungen haben sich nicht mal durch den jetzt großen Mangel verbessert und das wird sich auch nicht ändern, da braucht dann keiner die Zustände bejammern.

Bei der SBS war der Personalmangel kein Problem mehr, nachdem man auf Flächentarifsniveau umgestellt hat, aber mir kann keiner erzählen dass die Probleme nur aufgrund der Bäume gekommen sind. Sollte das der Fall sein, die Öffentlichkeitsarbeit und das Abtauchen sprechen nicht gerade für ein gesundes Auftreten und wie man liest wurde ja das eigene Personal ausgesperrt. Ist da dann auch der Infrastrukturbetreiber schuld?
    
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146225
  Geschrieben am: 27 Jul 2019, 07:35


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Ja genau, ich bin der böse Grosskapitalist, der die Arbeitnehmerschaft versklavt und ausquetscht wie eine Zitrone. Mit Verlaub: was für ein Schwachsinn. Ich bin mit der Erste, der für Arbeitnehmerrechte und für wertschätzende, fair bezahlte Arbeitsbedingungen eintritt. Das muss auch in einem Wettbewerbsumfeld machbar sein, ohne irgendwelche Nostalgien von der einen großen Staatsbahn zu träumen oder sonstigen von den Realitäten der Welt abweichenden Fantasien. Der - auch durch andere Branchen - sich wie ein roter Faden ziehende Personalmangel zeigt nun eben sehr deutlich auf, bei welchen EVU das Arbeitsumfeld stimmt, und bei welchen eben nicht.

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 27 Jul 2019, 11:57


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QUOTE (146225 @ 27 Jul 2019, 08:35)
Ja genau, ich bin der böse Grosskapitalist, der die Arbeitnehmerschaft versklavt und ausquetscht wie eine Zitrone. Mit Verlaub: was für ein Schwachsinn. Ich bin mit der Erste, der für Arbeitnehmerrechte und für wertschätzende, fair bezahlte Arbeitsbedingungen eintritt. Das muss auch in einem Wettbewerbsumfeld machbar sein

Das geht natürlich. Nur geht im SPNV = natürliches Monopol kein Wettbewerbsumfeld ohne dass eben unschöne Dinge passieren. Außer du reglementierst eben alles bis ins Detail, aber dann hat der Wettbewerb keinen Spielraum mehr.

QUOTE (146225 @ 27 Jul 2019, 08:35)
Der - auch durch andere Branchen - sich wie ein roter Faden ziehende Personalmangel zeigt nun eben sehr deutlich auf, bei welchen EVU das Arbeitsumfeld stimmt, und bei welchen eben nicht.

Mit Verlaub, das ist Schwachsinn: Das ist für dich vielleicht noch neu, aber du wirst auch feststellen, wo demnächst Verkehrsverträge auslaufen und die Leute abspringen und welche Regionen gefragter sind als andere. Wenn's nach dem Arbeitsumfeld ginge, dürften einige Betriebe gar keine Mitarbeiter, andere keinerlei Probleme haben. Vielleicht erinnert sich noch einer wie groß die Ausbildungsgruppen vor 15-20 Jahren waren, als man meinte, zu viele Leute zu haben und außer der DB so gut wie keiner ausgebildet hat, weil's Geld spart und eine vermeindliche Vielzahl an Beamten und "Ossis" übrig waren. Jedenfalls wenn man bis zum nächsten Quartal oder der nächsten Vertragslaufzeit gedacht hat. Ist also vielleicht der Wettbewerb gar Schuld auch an diesem Problem? Rhetorische Frage. Genauso wie man die materiellen Ressourcen nach der Bahnreform ausgeholzt hat, ist man auch mit dem Personal, den "Human Resources" umgegangen. So wie jetzt Strecken, Gleise, Weichen, Bahnsteigmeter und Fahrzeuge fehlen, fehlt natürlich auch das Personal. Der allgemeine Fachkräftemangel kommt da nur noch dummerweise oben drauf. In sämtlichen Bereichen fliegen uns jetzt die Fehlentscheidungen der letzten 25 Jahre um die Ohren.

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218 466-1
  Geschrieben am: 27 Jul 2019, 14:51


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QUOTE (146225 @ 27 Jul 2019, 01:35)
Ja genau, ich bin der böse Grosskapitalist, der die Arbeitnehmerschaft versklavt und ausquetscht wie eine Zitrone. Mit Verlaub: was für ein Schwachsinn. Ich bin mit der Erste, der für Arbeitnehmerrechte und für wertschätzende, fair bezahlte Arbeitsbedingungen eintritt. Das muss auch in einem Wettbewerbsumfeld machbar sein
Im Güterverkehr ist es z.T. machbar, zumindest bei privaten EVU, weil da fährt eben jedes EVU ihre Züge und das weitgehend unbefristet. Das ist der entscheidente Punkt. Nicht nur der Verdienst.
Diese 8-13 Jahre Witzverträge, wo Tf schon wissen, dass sie nach Vertragsablauf ggf. das EVU oder den Wohnort wechseln müssen, sind das Problem! Und solange sich das nicht ändert, ist es im Wettberweb beim SPNV eben nicht möglich. Gerade bei der NVBW gab es Personalbedingte Ausfälle lange Zeit nicht, wo alles DB Regio gefahren hat. Erst seit andere EVU zum Zug kommen und wo Betreiberwechsel bevorstehen, geht es im Endstadium - egal bei welchem EVU - steil bergab.
QUOTE (146225 @ 27 Jul 2019, 01:35)
Der - auch durch andere Branchen - sich wie ein roter Faden ziehende Personalmangel zeigt nun eben sehr deutlich auf, bei welchen EVU das Arbeitsumfeld stimmt, und bei welchen eben nicht.
Ah ja. Bei welchem EVU gibt es den keinen Personalmangel, vlt. abgesehen von denen, die gerade erst den Betrieb aufgenommen haben und dafür noch mit Anlaufschwierigkeiten kämpfen?
Und es würde mich wundern, wenn Elektriker Termine absagen, die Müllabfuhr ausfällt oder der Friseursalon geschlossen bleibt, wegen Personalmangel. Soweit ist es in anderen Brachen noch nicht. Falls doch, dann wäre Deutschland in den letzten drei Jahren gewaltig den Bach hinunter gegangen.
Und das beste Arbeitsumfeld nutzt der Ausschreibungsbahn garnix, wenn sie Ausschreibungen verliert, weil das Arbeitsumfeld interessiert die Besteller überhaupt nicht.
Mit meinem hier gedachten, eigen(un)wirtschaftlichem EVU hätte ich jetzt z.B. zw. Landsberg und Kauferig ein paar Monate(!) das Monopol. Ebenso im Netz der SBS. biggrin.gif Und diese Fahrgäste würden bei pünktlichem Bahnbetrieb auch nichtmehr zur Ausschreibungsbahn zurück wechseln. tongue.gif
Klar, es ist unrealistisch, dass jemand als Mutter Theresa des SPNV auftritt und dem Staat die Grundversorgung an Mobilität der Bevölkerung abnimmt. Der Sinn hinter dieser Aktion ist aufzuzeigen, wie man den SPNV verbessern kann. Meine Billionen stehen für Steuergeld, mein EVU für Bundesbahn. Da die Bundesbahn, anders als ich auch noch Einfluss auf die Infratruktur hätte, könnte man die auch noch aufarbeiten. Ich sehe keinen anderen Weg aus der Krise.

Bearbeitet von 218 466-1 am 27 Jul 2019, 14:55

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