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Nicht nur ÖPNV in und um Leipzig, Entdeckungen in Sachsens größter Stadt [Zur Themenübersicht]
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Lobedan
  Geschrieben am: 21 Oct 2017, 18:58


Kaiser


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QUOTE (Entenfang @ 21 Oct 2017, 19:26)
Schnurgerade führt die Trasse durch den Wald und der Triebwagen ruckelt mit 60 dahin.
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Äste schlagen gegen die Scheibe und kratzen an der Seitenwand.

Ich wollte nach dem ersten Satz und dem Foto schon einwerfen, dass die Strecke gar nicht Dosto-tauglich aussieht. Wie hat sie die letzten Stürme nur so zugewachsen überstanden? Aber dann kam ja noch der zweite Satz. laugh.gif

Dank für diese Eindrücke, die Parklandschaften sind definitiv mal längere Aufenthalte wert, zu jeder Jahreszeit. Und ja, bitte möglichst ohne Insekten. huh.gif
    
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Valentin
  Geschrieben am: 21 Oct 2017, 20:36


Kaiser


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QUOTE (Entenfang @ 21 Oct 2017, 18:26)


Die Rückfahrt wird bereits sehnlich erwartet (und die im Auto wartende Beifahrerin sah nicht gerade übermäßig begeistert aus).
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Was ist das für eine hohe Stange am Straßenrand vor dem Bahnübergang? Erhöhter Standpunkt fpr den Fotoapparat?

Bearbeitet von Valentin am 21 Oct 2017, 20:37
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 21 Oct 2017, 20:51


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QUOTE (Lobedan @ 21 Oct 2017, 19:58)
Wie hat sie die letzten Stürme nur so zugewachsen überstanden? Aber dann kam ja noch der zweite Satz. laugh.gif

Vielleicht gerade wegen ihres Zustands. Die Bäume stehen so dicht, dass sie sich gegenseitig geschützt haben. Es waren aber schon einige abgesägte Stämme am Streckenrand zu sehen.

QUOTE
Was ist das für eine hohe Stange am Straßenrand vor dem Bahnübergang? Erhöhter Standpunkt fpr den Fotoapparat?

Ja, ein riesiges Stativ.

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Für ein Ende der Ausschreibungen und für eine integrierte Eisenbahn - Netz und Betrieb sind untrennbar.

- Links zu Zugausfällen werden bis zur Berechnung einer fairen Quote für DB und private EVU durch ein Zitat ersetzt -
"Die größten Feinde der Eisenbahn sind Fuzzis und BWLer." - Student der Verkehrswirtschaft
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 1 Nov 2017, 22:50


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Material konnte ich in den letzten Wochen zur Genüge sammeln - nur am zeigen haperts noch etwas. Einen großen herbstlichen Bilderbogen möchte ich mit der Parkeisenbahn beginnen.

Diese dreht - einer Märklin Startpackung ähnlich - ihre Runden um den Auensee.
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Wie auch in Dresden wird der Betrieb überwiegend durch Kinder organisiert und die Spurweite beträgt 381 mm.
Es gibt einen Bahnhof und eine Blockstelle, sodass sie weder infrastrukturell noch betrieblich mit der Dresdner mithalten kann. Es gibt eine Dampf- und eine Akkulok.

Gleich an meinem ersten Tag in Leipzig wurde die Mitfahrt mit einem grünen Haken versehen.

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Majestätisch rollt die Akkulok entlang dem Damm, welcher vor den Wassermassen der Luppe schützt.

Wenn es ab und zu rumpelt, dann liegt das nicht an der Parkeisenbahn, sondern am normalspruigen Pendant. Der Leipziger Güterring - im Wahrsten Sinne des Wortes das Herzstück des Regionalbereich Südost (man schaue sich eine Karte an!) - überquert hier die Luppe.
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Ich habe mir einen guten Fototag ausgewählt, denn einige Sonderzüge werden mit vereinter Dampf-Elektro-Power gefahren. Ich weiß auch nicht, wie die Sonne noch die Wolkendecke durchdringen konnte, aber sie tat es im passenden Moment.
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Schließlich gibt es noch einen Fotohalt in eigener Sache, den ich natürlich ebenfalls zu nutzen weiß.
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Freaks im Dienst - "Immer schön laaangsam kurbeln", wird der neue Kollege eingewiesen.
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Sowohl Blockstelle als auch die BÜ-Posten können und werden aufgrund von Personalmangel durchgeschaltet.
Eine Tfzf wird beim Passieren des offenen BÜ erlegt.
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Eine Runde später hängt sie dann am Zugschluss.
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Bearbeitet von Entenfang am 1 Nov 2017, 22:50

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  Geschrieben am: 1 Nov 2017, 22:50


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Der Fdl gibt seine Zustimmung zur Abfahrt.
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Kurze Pause zwischen den Runden
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Lobedan
  Geschrieben am: 2 Nov 2017, 09:11


Kaiser


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Schöne Aufnahmen von einem leider sehr traurigen Ort. Am benachbarten Zeltplatz nächtigte ich mehrmals während der GamesConvention. Damals war das Wasser des Auensees mehr ein silbriger Spiegel als klares Nass.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 5 Nov 2017, 15:51


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Meine Befahrung des Straßenbahnnetzes schreitet voran. Nach und nach möchte ich euch mitnehmen und auch den einen oder anderen Blick neben die Gleise werfen.

Sicherlich eine der bekanntesten Linien ist die Überlandlinie nach Schkeuditz. Die Bahnen der Linie 11 verkehren hier werktags im Takt 20, sonntags und SVZ im Takt 30. Eingesetzt werden vorwiegend NGT12 und der eine oder andere Tatra-Großzug mit Nf-Beiwagen.


Und Bahn frei für den Goldenen Herbst!
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Beginnen wir Teil 1 am westlichen Endpunkt, dem Schkeuditzer Rathausplatz.
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Bis zum Jahr 2001 wurde der Betriebshof zu seinem eigentlichen Zweck genutzt und beherbergt heute einen Modellbahnverein.

Unzählige Motive, die lichttechnisch den ganzen Tag umsetzbar sind, bietet die Strecke in Altscherbitz. Unter der Woche verhagelt jedoch der starke Verkehr auf der Leipziger Straße so manche Aufnahme.

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2179 passiert die Altscherbitzer Kirche
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Der im Hintergrund sichtbare BÜ wird übrigens durch BÜSTRA gesichert - bloß verstehen auch hier einige Kraftfahrer nicht, warum die rote Ampel auch gilt, wenn sie geradeaus fahren wollen. Nur durch das Anhalten des Verkehrs auf der Vorfahrtstraße kann sichergestellt werden, dass Fahrzeuge, die von der Kirche kommen, den BÜ räumen können.

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Entenfang
  Geschrieben am: 6 Nov 2017, 22:47


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Im 2. Teil geht es in die ländliche Schkeuditzer Gartenstadt.

Den Reiz bei Nachtfotos macht hier sicher die schwache Hintergrundbeleuchtung aus.
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Für den Nachtfotografen sehr von Vorteil ist die Nichtexistenz von Bedarfshaltestellen bei der Leipziger Tram. Insbesondere auf dem Überlandabschnitt könnten schon am frühen Abend oder Wochenende einige Haltestellen durchfahren werden.

Außerdem ein Hinweis für Nachahmer: Abends zwischen 19 und 20 Uhr wird der Takt 20 auf 30 ausgedünnt, dafür aber stadteinwärts im Takt 15 gefahren. Dadurch ergeben sich stets andere Kreuzungen der Bahnen und man vermeidet allzulange Wartezeiten.

Stillleben mit Wartehäuschen
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Unbeeindruckt von vorbeirollenden 1205 gehen die Hühner ihrer Beschäftigung nach.
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Wer das Motiv lieber mit Licht und Altwagen, dafür ohne Hühner haben möchte:
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Die Strecke hat auch einige BÜ zu bieten, von denen manche nur durch ein Andreaskreuz gesichert sind.
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Die Bebauung macht die Ausleuchtung während der tiefstehenden Spätherbstsonne nicht unbedingt einfacher, doch mit etwas Mühe findet sich auch eine Stelle mit Blick zum Bismarckturm im Hintergrund.
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Hier überschreiten wir die Tarifzonengrenze, worauf auch bei der Haltestellenansage hingewiesen wird und befinden uns damit wieder auf Leipziger Stadtgebiet.

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  Geschrieben am: 7 Nov 2017, 21:39


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Im 3. Teil liegt der Fokus rund um den Bismarckturm Hänichen.

Der aus dem Jahr 1915 stammende, 30 m hohe Turm kann jeden 1. Sonntag im Monat besichtigt werden.
Bei Tag...
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...und bei Nacht
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Bescheidenes Fahrgastaufkommen erwartet den Tatra-Großzug

Perspektiven- und Tageszeitenwechsel um 180° - das Bild entstand übrigens nicht zur blauen Stunde. Das Restlicht kommt durch den sehr hellen Mond dieses Abends zustande.
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1228 rollt im schönsten Herbst vorbei
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1212 ist in landwärtiger Richtung unterwegs
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Eine völlig andere Stimmung bietet die Haltestelle im Dunklen
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Langsam wird es vom langen Herumstehen kalt und obendrein bin ich auch noch im Dunklen in eine Pfütze getappt, also steigen wir ein und rauschen unter Mondenschein weiter stadtwärts.
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Entenfang
  Geschrieben am: 8 Nov 2017, 23:36


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Der 4. Teil führt uns in dichtere Bebauung nach Wahren und weiter in die Innenstadt.

Während die Trasse zwischen Schkeuditz und Lützschena abseits der Straße hinter den Häusern vorbeiführt, folgt dann ein kurzer straßenbündiger Abschnitt, ehe es dann wieder auf besonderem Bahnkörper parallel zur Halleschen Stra0e weitergeht.

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2147 in Stahmeln

Es folgt der einizige eingleisige Abschnitt der Strecke, welcher auf dem BÜ im Hintergrund auf die Südseite der Halleschen Straße wechselt. An der Pittlerstraße folgt eine Ausweichstelle.
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In Wahren folgt eine enge Wendeschleife, ab hier verkehrt die Linie 11 im Takt 10 und wird durch die ebenfalls im Takt 10 verkehrende Linie 10 verstärkt, sodass sich in der Georg-Schumann-Straße ein sauberer Takt 5 ergibt.
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Von hier ist die Parkeisenbahn mit kurzem Fußweg erreichbar.

Einige Hauptstraßen sind inzwischen sehr großzügig für Radfahrer ausgebaut - leider häufig auf Kosten der Straßenbahn, die sich den Fahrstreifen mit dem MIV teilen muss und in der HVZ oft im Stau steht. Auch die Nachrüstung der Haltestellen mit Zeitinseln erfolgt allmählich, dennoch gibt es noch unzählige Haltestellen, bei denen es die Kraftfahrer ganz ohne Ampel schaffen müssen, hinter der Bahn anzuhalten. In Ostdeutschland gelingt das meiner Erfahrung nach deutlich besser als im Westen.
Über den Viadukt verläuft der Leipziger Güterring.
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Der geringe Anteil eigenständiger Bahnkörper sowie die geringe Funktionalität der Vorrangschaltung resultieren in der HVZ gerne in einem attraktiven Takt 14-1-0. Auf meinen zahlreichen Fototouren ist mir die enorme Instabilität des Netzes während der HVZ schon oft aufgefallen - manchmal steht man gefühlt eine halbe Stunde und dann kommen drei Bahnen hintereinander. Trotz der weitgehend üppigen Wendezeiten an den Endpunkten müssen immer wieder Fahrten vorzeitig wenden.
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Das Thema Barrierefreiheit klappt manchmal weniger gut...
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...aber zumindest nach Umbauten meistens.
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Stadtnäher bekommt die Tram dann doch ihren eigenen Bahnkörper, dieses Mal zulasten der Fußgänger, die keine ausreichenden Querungsinseln angeboten bekommen und daher an eher ungünstigen Stellen warten. Insbesondere an der Umsteigehaltestelle Georg-Schumann/Lindenthaler Straße ist das ein großer Nachteil. Außerdem ergeben sich durch die breiten Straßenquerschnitte lange Räumzeiten und damit kurze Grünphasen für Fußgänger und/oder lange Verlustzeiten.
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Ein paar Haltestellen weiter passieren wir das seit 1996 leerstehende Hotel Astoria und erreichen damit wieder den Hbf, womit ich die Serie der Linien 10 und 11 Nord beenden möchte.
Hinter der Bahn versteckt sich die Halteposition der Linie 9, welche nicht die Haupthaltestelle anfährt.
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Entenfang
  Geschrieben am: 12 Nov 2017, 20:17


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Teilabschied von der Pfefferminzbahn

Von 146 225 dort ermuntert, mache ich mich eines schönen Sonntags auf den Weg zum Bahnhof. Ich besteige den Abellio-RE nach Erfurt. Im Vierer gegenüber sitzt eine junge Frau und drückt auf ihrem Handy herum. Eine Familie mit zwei Töchtern, 6 und 8 Jahre alt, steigen zu, kurz bevor sich der Triebwagen in Bewegung setzt. Der Vater mit der älteren Tochter nimmt die beiden Plätze gegenüber der Frau ein, die Mutter nimmt die Kleine auf den Schoß und setzt sich mir gegenüber.
Mama liest aus einem Buch vor, Papa packt die UNO-Karten aus und beginnt mit der Älteren zu spielen. Die junge Frau verfolgt das Spiel zunehmend aufmerksam, das Handy bleibt liegen. "Uno! Ich sage dir aber nicht, welche Farbe ich habe!", verkündet der Papa. Die Tochter ändert zwar nicht die Farbe, doch seine Karte passt trotzdem nicht.
"Uno!", ruft die Tochter voller Vorfreude und rudert wild mit den Armen herum. "Jetzt habe ich deine Karte gesehen. Die darfst du mir nicht zeigen", tadelt der Vater.
Nach mehreren Wendungen ist der Kartenstapel ist fast aufgebraucht, als er das Spiel für sich entscheiden kann.

Der Vater beginnt, den Stapel zu mischen, die junge Frau hat das Spiel ebenso verfolgt wie ich. "Sie wollen doch bestimmt mitspielen?", erkundigt sich der Vater. "Eigentlich schon", meint die schmunzelnd. Ich frage, ob ich auch mitspielen darf.

Nun also eine Runde zu viert, ich bekomme gute Karten zum Start. Einige Aussetzer und +2 sind dabei. Es werden viele Richtungswechsel gespielt, die Runde dreht sich mal so rum, mal andersherum. Ich lege meine vorletzte Karte ab. Uno!
Es folgt eine +2 in Rot.
Anschließend eine +2 in Grün.
Zuletzt eine +4. Oh weia. "Gelb", meint die junge Frau...
...und ich lege grinsend meine gelbe +2 drauf.

So vergeht die Fahrt rasend schnell, in Naumburg verabschiedet sich der Rest. Die Familie will weiter mit der Burgenlandbahn nach Freyburg.

Ich bleibe noch ein paar Minuten länger drin und verlasse den Hamster erst in Bad Sulza, denn der RE hält nicht in Großheringen. Das ist für die Anschlusssituation zur Pfefferminzbahn natürlich extrem kontraproduktiv. Gut 500 Meter beträgt der Übergang zum Hp Bad Sulza Nord an der Pfefferminzbahn. Da ich ohnehin mein Fahrrad dabei habe, suche ich gleich nach einer passenden Fotostelle, werde aber nicht so recht fündig und erlege 642 562 von der Westfrankenbahn unweit von Großheringen. Leider ist inzwischen vom blauen Himmel nicht mehr die geringste Spur zu sehen.
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Da der Triebwagen nun eine gut einstündige Pause hat, bleibt mir noch ein wenig Zeit, mich in der Nähe umzuschauen.
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ICE S passiert den Lokschuppen Großheringen, links ist der Signalgarten sichtbar.

Ein Abelliohamster in der tristen Herbstlandschaft
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Nur die RB von/nach Halle stellt den Anschluss an die Pfefferminzbahn her.
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Schließlich wird der Desiro für die Rückfahrt bereitgestellt.
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Außer mit warten noch vier Fahrgäste auf den Zug, zwei verlassen ihn schon in Bad Sulza Nord wieder, Auerstedt passieren wir ohne Halt und die anderen beiden steigen zusammen mit mir in Eckartsberga aus. Der Triebwagen rollt fahrgastlos weiter Richtung Sömmerda.

Die komplette Strecke der Pfefferminzbahn gehört der Thüringer Eisenbahn, es findet noch regelmäßiger Güterverkehr, vorwiegend Getreidetransporte, statt.

Die Strecke verläuft mit wenigen Bögen durch die leichte Hügellandschaft, erlaubt überwiegend 80 km/h und bietet meiner Ansicht nach keine besonders spektakulären Ausblicke.

Sehr ortsfern liegt der Bf Eckartsberga, welcher auch touristisch interessant sein könnte. Er befindet sich an der tiefsten Stelle der Straße.
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Knapp 2 km und einen kleinen Aufstieg entfernt trotzt die Eckartsburg Wind und Wetter. Nicht gerade zu meiner Freude fallen auch schon die ersten Tropfen.
Vom Turm kann man den Blick schweifen lassen.
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Bei leichtem Regen und mit kräftigem Gegenwind komme ich nicht so flott voran wie erhofft, sodass ich die nächste Zugleistung nach Sömmerda verpasse.
Bei dem Wetter wollen nicht mal die Hühner ins Freie.
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Da der Regen eher an Stärke zulegt, beschließe ich, von Buttstädt mit dem nächsten Zug wieder nach Großheringen zurückzufahren.
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Danke an 146 225 für den Tipp, die Abbestellung Buttstädt – Großheringen hätte ich sonst ganz übersehen…




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146225
  Geschrieben am: 12 Nov 2017, 20:46


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Ich danke für die freundliche (und umfassende) Zugabe zu meinem Kurzreisebericht! smile.gif

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Tågskryt!
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 19 Nov 2017, 23:08


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Heute möchte ich einen Kommentar zum INSEK Leipzig 2030 loswerden.

Immer wieder geistern die weiteren Tunnelpläne der Stadt Leipzig durch die Presse:
http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipzig-...nbahn-und-Autos

Ein Tunnel für den MIV, einen für die Straßenbahn oder doch noch einen zweiten S-Bahn-Tunnel in Ost-West-Richtung, das ist hier die Frage.


Der Teil zum Verkehr beginnt ab S.245.

Darin heißt es:
QUOTE
Durch das Bevölkerungswachstum ist mit einer deutlich wachsenden Verkehrsmenge in der Stadtregion, einer daraus resultierenden Überlastung der Verkehrsinfrastruktur und
einer zunehmenden Umweltbelastung zu rechnen. Vor diesem Hintergrund setzt das Fachkonzept einen wesentlichen Schwerpunkt des kommunalen Handelns auf die Stärkung des Umweltverbundes, ein leistungsfähiges Verkehrsmanagement und eine deutliche Verbesserung der Angebotsqualität des Rad- und Fußverkehrs, des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), weil diese Verkehrsträger besonders flächeneffizient bzw. besonders ressourcenschonend im Vergleich zu den uns heute bekannten Verkehrsmitteln des motorisierten Individualverkehrs (MIV) sind.


Als besonders kritisch gilt der Promenadenring, der eine vier- bis zehnstreifige Schneise rund um die Innenstadt zieht, hier am Goerdelerring.
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Durch die großen Parkhäuser direkt in der Innenstadt wird die Problematik noch verschärft. Zudem kostet einen ganzen Tag parken an einigen Stellen lediglich 5€ - für den Preis kann nicht mal eine Person mit dem ÖPNV hin- und zurückfahren.

QUOTE
Eine wichtige Maßnahme der letzten Jahre war die schrittweise Umsetzung der ebenerdigen Querungen des Promenadenrings.

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Die zahlreichen Fußgängerampeln schalten nur auf Anforderung – bzw. zwei Minuten nach der Anforderung. Und die Aufstellflächen neben den Gleisen reichen manchmal kaum für ein Fahrrad.

Und es bleibt genügend zu tun, wie hier zwischen Augustusplatz und Wilhelm-Leuschner-Platz
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Übrigens ist das Radfahren auf dem Promenadenring generell verboten – dafür gibt es ja attraktive Alternativrouten, oft gemeinsam mit Fußgängern und kleinen Hürden.
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QUOTE
Darüber hinaus sind ca. 500 km Wege in Grünanlagen und Wäldern für den Radverkehr nutzbar.

…welche überwiegend nicht beleuchtet sind.


QUOTE
Das starke Bevölkerungswachstum bringt das ÖPNV-Netz zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen, womit Unpünktlichkeit und Attraktivitätsverluste verbunden sind. Derzeit stagniert der ÖPNV-Anteil im Modal Split bei 17,6 %. In den Stadtrandgebieten spielt der ÖPNV mit einem 10-prozentigen Anteil eine nachrangige Bedeutung, was u. a. auch an der geringeren Siedlungsdichte liegt, bei der attraktive ÖPNV-Angebote nur schwer wirtschaftlich zu betreiben sind.


Der Bereich Goerdelerring – Hbf ist zwar durchaus leistungsfähig für die Tram ausgebaut und ermöglicht durch vorgezogene Weichen oder mehrgleisiges Aufstellen vor den LSA eine hohe Durchlassfähigkeit bei begrenzter Freigabezeit.
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Doch selbst die am Hbf angelegte Dreifachhaltestelle (2x Tram und 1x Bus) reicht in Spitzenzeiten gelegentlich nicht aus, um dem Verkehrsaufkommen Herr zu werden.
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Ein weiterre Punkt des Attraktivitätsverlust ist und bleibt meiner Ansicht nach die fehlende Klimaanlage. Immerhin sind die NGT12 und die NGT10 mit diesem Luxus ausgestattet, die nagelneuen Urbinos aber nicht.

Auf S.255 ist daher in den vorgesehenen Maßnahmen
QUOTE
Neuorganisation des ÖPNV auf dem Innenstadtring, Kapazitätserweiterung des zentralen ÖPNV-Drehkreuzes am Hauptbahnhof

genannt. Leider wird kein konkreter Lösungsvorschlag aufgezeigt.


Des Weiteren findet sich dort der Punkt
QUOTE
Vereinfachung Ticketzugang


Auch dazu nichts Konkretes, zum Status Quo kann ich nur sagen, dass die stationären Automaten längst nicht an jeder Tramhaltestelle anzutreffen sind, viel zu häufig überhaupt kein Wechselgeld vorrätig haben oder extrem benutzerunfreundlich sind.
Aber wo liegt das Problem, schließlich gibt es ja auch Fahrkarten beim Busfahrer oder am Automaten in der Tram. Nur blöd, dass diese nur Münzen akzeptieren, worauf beim Zustieg freundlich hingewiesen wird. So wurde ich schon mehrfach zum Graufahren gezwungen, weil ich keinen Fahrschein kaufen konnte.
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Da kommen doch die neuen Automaten gerade recht. Verbesserte Bedienoberfläche und Möglichkeit zur Kartenzahlung – oh, Moment. Wechselgeld war in dem Fall übrigens ebenfalls nicht vorhanden.


Auf S.257 findet sich der Punkt
QUOTE
Verbesserung Abgasstandards, u. a. der Busse im ÖPNV mit Fokus „Elektrobus“


Da entbehrt es doch nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet auf dem weitgehend identischen Streckenverlauf zur heutigen Buslinie 89, deren Umstellung auf Elektrobusse bisher erfolglos blieb, erst im Jahr 1999 die dort verkehrende Tramlinie 24 eingestellt wurde.

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  Geschrieben am: 19 Nov 2017, 23:17


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Rund 3/4 aller Fahrgäste im ÖPNV Leipzig werden mit der Straßenbahn befördert.
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esr...1HDUr-yF0xHrjgZ ; S.2

Dabei sind mir im Wesentlichen zwei Problemfaktoren aufgefallen:
1. Der geringe Anteil besonderer Bahnkörper, sodass die Tram oft im Stau steht oder durch Linksabbieger behindert wird.
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2. Die geringe Wirksamkeit der Vorrangschaltung, wodurch sehr ungleichmäßige Zugfolgezeiten mit dementsprechend ungleichmäßigen Füllungsgraden auftreten.
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Dieser Effekt wird durch die unterschiedlichen Gefäßgrößen noch verstärkt. Während ein NGT8 lediglich 141 Fahrgästen Platz bietet, fasst ein Tatra-Großzug 219 und ein NGT12 gar 265 Personen (angenommen 4 P/m2).


QUOTE
Das Leipziger Straßenbahnnetz ist radial auf die Innenstadt ausgerichtet und deckt einen großen Teil des Siedlungsgebietes ab. Die Linien werden zur Hauptverkehrszeit an Werktagen im 10-min-Takt, sonst im 15-min-Takt bedient. Die LVB-Fahrzeugflotte wird schrittweise modernisiert und mit zusätzlichen barrierefreien Fahrzeugen ausgestattet. 2015 konnten 97 % der Fahrten werktags mit barrierefreien Niederflurfahrzeugen ausgeführt werden. Am Wochenende können bereits alle Fahrten mit Niederflurfahrzeugen bedient werden.


Seit Ende 2015 gibt es als große Neuerung Takt 10 bei (fast) allen Tramlinien, sodass dasselbe Angebot wie unter der Woche gefahren wird.

Wie die barrierefreien Fahrten gezählt werden, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass weder diese Fahrzeuge noch diese Haltestellen gemeint sind. Samstags sind jedenfalls zahlreiche artreine Tatrakurse im Einsatz.
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Im Zuge der geplanten Qualifizierung des S-Bahn-Angebotes werden weitere Haltepunkte ergänzt sowie barrierefrei umgebaut und die Verknüpfungen zu den anderen Verkehrsträgern verbessert.

Auch wenn sich bei der S-Bahn einiges getan hat, liegt immer noch eine relativ schlechte Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln vor. Insbesondere zur Tram sind die Umsteigewege oft lange.

Auch die Eröffnung des Citytunnels konnte noch nicht den großen Durchbruch beim Modal Split in der Stadt bringen.
https://www.leipzig.de/fileadmin/mediendate...adt-Leipzig.pdf S.9

QUOTE
An einem durchschnittlichen mittleren Werktag legen die Leipziger 3,6 Wege zurück. Bei prognostizierten ca. 150.000 zusätzlichen Einwohnern entspricht dies rund 540.000 (plus ca. 25 %) zusätzlichen Wegen pro Werktag. Aus heutiger Sicht ist eine Änderung der durchschnittlichen Verkehrsmittelwahl der Leipziger geboten. Andernfalls wäre durch eine Zunahme des Pkw-Bestandes von 30 bis 40 % bis 2030 nicht nur mit einer Verschärfung des Parksuchverkehrs zu rechnen, sondern auch mit erheblichen Stauerscheinungen und der Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit für alle Verkehrsmittel.


Gefahr erkannt, aber noch lange nicht gebannt. Denn leider stehen im INSEK keine konkreten Lösungsvorschläge drin. So gibt es in Leipzig völlig unverständlicherweise nahezu keine Parkraumbewirtschaftung.

Und kann man selbstgesteckte Ziele ernst nehmen, wenn das tatsächliche Verhalten nicht im Geringsten geeignet ist, diese auch zu erreichen?
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Die Anwohner in Stadionnähe haben die Schnauze voll davon, dass bei Fußballspielen ständig Gehwege zugeparkt werden, also könnte man ja mal Strafzettel verteilen, oder Herr Heinemann (vom Verkehrs- und Tiefbauamt)?
QUOTE
Gefordert wurde dort auch der Einsatz von Politessen während der RB-Spiele. Denn Falschparker würden ständig Gehwege zuparken. Heinemann erklärte, dass dies machbar wäre, aber vermutlich auch viele Anwohner treffen würde. Denn die kämen am Abend nach Hause und würden mangels regulärer Parkplätze ihre Autos vielleicht auch auf Gehwegen abstellen.

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Anwohner...h-der-Jahnallee


Auf S.265 findet sich zum Abschluss eine Übersichtskarte mit geplanten Maßnahmen im Bereich Verkehr. Einige Straßenzüge stehen bei der Sanierung auf dem Plan und für die Tram gibt es lediglich zwei wage Untersuchungsstrecken.
Dazu gehört die Streckenverlegung inklusive Verlängerung bis in den Ortskern Thekla. Dort sollen auch zwei neue S-Bahnstationen angelegt werden. Außerdem ist eine Verlängerung von Meusdorf nach Liebertwolkwitz vorgesehen. In den nächsten Jahren ist aber mit keiner Erweiterung des Leipziger Straßenbahnnetzes zu rechnen.


Alles in allem lautet mein Fazit:
Vom Ziel der künftigen Verkehrsplanung hat man recht konkrete Vorstellungen, nur leider findet sich gar nichts Konkretes, womit man die Ziele erreichen kann. Noch scheint der Leidensdruck nicht hoch genug zu sein und ich wette darauf, dass erstmal alles beim Alten bleibt und die Anzahl der Autos jedes Jahr zunehmen wird.


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Abschließend noch eine Ergänzung zum Thema Graffiti, worüber wir bereits diskutiert hatten:

Auf S. 141 steht, dass die Stadt Leipzig jährlich 330.600€ zur Entfernung illegaler Graffiti ausgibt.

Doch vielerorts bleibt der Erfolg bescheiden.
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Deshalb tritt mancher Hausbesitzer die Flucht nach vorne an, indem er einfach selbst aktiv wird.
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Auch pflanzlicher Graffitischutz hat sich bewährt.
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Für ein Ende der Ausschreibungen und für eine integrierte Eisenbahn - Netz und Betrieb sind untrennbar.

- Links zu Zugausfällen werden bis zur Berechnung einer fairen Quote für DB und private EVU durch ein Zitat ersetzt -
"Die größten Feinde der Eisenbahn sind Fuzzis und BWLer." - Student der Verkehrswirtschaft
    
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  Geschrieben am: 3 Jan 2018, 23:19


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Ein absolut genialer Tag für mich war der Bus- und Betttag. Denn der ist in Sachsen Feiertag (Hurra, ich habe frei!), aber er ist nur in Sachsen Feiertag (Hurra, der ÖPNV außerhalb Sachsens verkehrt nach Mo-Fr-Fahrplan). Da ließ ich glatt Bus und Bett links liegen und begab mich zur Überlandstraßenbahn Halle - Bad Dürrenberg.

Eine Fahrt über die 31 km lange Strecke von Bad Dürrenberg nach Halle-Kröllwitz dauert 91 min. und bietet zahlreiche Höhepunkte, von denen ich leider aufgrund der kurzen Tage im November nur eine sehr kleine Auswahl zeigen kann. Mo-Fr tagsüber vekehrt die Tram auf dem Überlandabschnitt ab Ammendorf im Takt 30, in der SVZ und am Wochenende nur im Takt 60.

Nachdem mich der RE pünktlich in Bad Dürrenberg abgesetzt hat, besteige ich nach kurzem Übergang den bereitstehenden MGT-K von Bombardier.
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Nett ist die Netzübersicht:
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Den ersten Stop lege ich in Kirchfährendorf ein.
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Der ICE über die Saalebrücke ist inzwischen (nahezu) Geschichte.
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Es folgt ein ziemlich gerader Überlandabschnitt, dem nach der Wende sogar drei Blocksignale verpasst wurden. Sie sind aber nicht mehr in Betrieb.
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699 zwischen Kröllwitz und Daspig
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653 am Krähenberg
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Anschließend führt die Strecke durch Leuna. Ein Kuriosum ist nicht nur die Gestaltung der Haltestelle Leunaweg...
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...welche gelegentlich den MIV zu Ausweichmanövern zwingt...
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...sondern auch die Fahrplangestaltung. Hier zweigt die Stichstrecke nach Merseburg Süd ab, welche von der Linie 5 mitbedient wird. Dies erfolgt jedoch tageszeitabhängig in unterschiedlicher Richtung. Morgens fahren die Bahnen direkt von Halle nach Bad Dürrenberg, mittags wechselt die Abfahrtsminute und die Bahnen fahren von Bad Dürrenberg direkt nach Halle. Die Bahnen der anderen Richtung verkehren mit Umweg über Merseburg Süd, am Leunaweg kann stets direkt umgestiegen werden.
Fahrplan Richtung Halle
Fahrplan Richtung Bad Dürrenberg

Ein bisschen Ostalgie ist auf diesem Abschnitt definitiv zu spüren.
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Es gibt viele verlassene Häuser, Müllhaufen und Graffiti.
    
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