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Was mich freut!, Gegenstück zu "Wat mir stinkt" [Zur Themenübersicht]
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Trapeztafelfanatiker
  Geschrieben am: 11 Feb 2019, 20:08


Kaiser


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Mitglied seit: 17 May 14
Beiträge: 1221




Das ist total arbeitnehmerfeindlich, denn bei 8 Tagen kann jeder Arbeitgeber reagieren.
Aber andererseits, wenn das dazu führt dass Bedingungen nicht besser werden, dann geht der Schuss nach hinten los, weil dann Züge wegen Personalmangel reihenweise ausfallen und das tut dann mehr weh, denn das kann man nicht mehr aufhalten.

Aber klar dass solche abartigen Methoden bei manchen Anklang finden.
Da würde ich dann mit Massenkrankmeldungen darauf reagieren um diese Methodik zu zerstören.
    
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JLanthyer
  Geschrieben am: 11 Feb 2019, 20:34


Haudegen


Status: Mitglied
Mitglied seit: 30 Sep 13
Beiträge: 707




Das ist nicht richtig. Es geht darum, daß die Fahrgäste frühzeitig auf die Streikmaßnahmen am Streiktermin reagieren können, indem sie anderweitig für die Fahrten von A nach B organisieren (z.B. mit dem Auto oder andere Verkehrsmittel, wenn sie es können) und die Betroffenen, die die Möglichkeit nicht haben, weiterhin mit dem Zug und/oder Bus fahren können. Und wenn die Züge (oder Busse) im Minimaldienst fast leer durch die Gegend fahren (damit die auf die ÖV angewiesene Fahrgäste trotzdem, wie geplant, ihre Reise antreten können), dann sind die Schmerzen für die belgische Bahnen recht groß. Es entstehen für sie aufgrund der fast leer fahrende Züge große finanzielle Schmerzen (Weil dadurch die Einnahmen wegfallen und die Betriebskosten steigen). Aber: Die meisten Leute, die regelmäßig von zu Hause zur Arbeit und zurück fahren, haben die Fahrt im Voraus bezahlt, da ist es schlicht und einfach daneben, diese Leute (das sind die zu Recht "Unbeteiligte", die vom Streik betroffen sind und für sie entstehen im Gegensatz zu "bestreikten" Verkehrsunternehmen finanzielle Schäden), die ihre Fahrt im Voraus bezahlt haben, zu bestreiken. Auch im Dienstleistungsbereich muß man versuchen, einen Ausgleich zwischen den Fahrgästen und den Gewerkschaften zu finden. Aber wenn die Gewerkschafter nicht bereit sind, auf freiwilliger Basis - für die betroffenen Fahrgästen - planbare Minimaldienste zu akzeptieren, dann brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn der Gesetzgeber mit dem Gesetz das letzte Wort spricht.

Die Gewerkschafter in Belgien können froh sein, daß das Gesetz anscheinend nicht so restriktiv ist, wie das in Italien. Dort besteht im Berufsverkehr eine Garantiepflicht und Streikverbot in Schulferien. Die Ankündigungspflicht erfolgt zwei Tage früher, als in Belgien. Bis wann die "Notfallfahrpläne" in Italien stehen, ist mir nicht bekannt. Sicher ist aber nur, daß der Berufsverkehr grundsätzlich garantiert wird.

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"Der Streik ist immer eine Niederlage." - Premierminister Charles Michel von der Partei Mouvement Réformateur (MR) - dt. Reformbewegung
    
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Mark8031
  Geschrieben am: 11 Feb 2019, 20:45


Lebende Forenlegende


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QUOTE (JLanthyer @ 11 Feb 2019, 20:34)
Das ist nicht richtig.

Doch. In einem Bereich, bei dem es nicht um Leib und Leben geht das Streikrecht quasi auszuhöhlen ist arbeitnehmerfeindlich. Ein bisschen mehr Solidarität und weniger Egoismus bitte.
    
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Trapeztafelfanatiker
  Geschrieben am: 11 Feb 2019, 21:46


Kaiser


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Beiträge: 1221




QUOTE (JLanthyer @ 11 Feb 2019, 20:34)
Das ist nicht richtig. Es geht darum, daß die Fahrgäste frühzeitig auf die Streikmaßnahmen am Streiktermin reagieren können

Jeder Streik wird vom Arbeitgeber provoziert.
Geht der auf die Angebote ein, gibt es keinen. Also müsste man doch eher den öffentlichen Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen, statt hier Arbeitnehmerrechte zu beschneiden.
Wenn man will dass bei der Eisenbahn nicht gestreikt wird, muss man die Eisenbahner/innen wieder verbeamten, fertig!
Entweder oder, ein Zwischending gibt es nicht.

Bei der Eisenbahn gibt es im NE-Bereich hierzulande seit Jahren kaum Streiks und bei der DB diesmal, außer das eine kurze mal, auch nicht und auf lange Zeit nicht.
Im Eisenbahnbereich müsste man die Forderungen 1:1 übernehmen, da das der einzige Weg ist um dem Mangel zu begegnen.
    
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JLanthyer
  Geschrieben am: 12 Feb 2019, 20:49


Haudegen


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Beiträge: 707




QUOTE (Trapeztafelfanatiker @ 11 Feb 2019, 21:46)
Jeder Streik wird vom Arbeitgeber provoziert.
Wenn die Verhandlungsführer bei den Tarifverhandlungen keine Argumente haben, dann gehen sie in den Streik (Das ist das Gleiche, wie in der Diskussionsplattform, wenn den Diskutanten die Argumente ausgehen, werfen sie die Beleidigungen in den Raum), wobei der Streik im Produktionsbereich eine völlig andere Ebene ist, als der im Dienstleistungsbereich. Die Äußerung des Premierministers von Belgien, Charles Michel, daß die Streiks immer eine Niederlage sind, sind nicht so ohne.

QUOTE (Trapeztafelfanatiker @ 11 Feb 2019, 21:46)
Geht der auf die Angebote ein, gibt es keinen. Also müsste man doch eher den öffentlichen Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen, statt hier Arbeitnehmerrechte zu beschneiden.
Das kann man machen, wenn das Angebot den Arbeitnehmervertreter zusagt. Wo werden die Arbeitnehmerrechte beschnitten, wenn sie, wie im jüngsten belgischen Beispiel (Frankreich ist auch nicht alleine damit), nicht am Streik beteiligen und die anderen am Streik beteiligen wollen? Wenn die Arbeitnehmer arbeiten und nicht streiken möchten, dann dürfen/müssen sie arbeiten und die Kunden befördern (Es liegt im Interesse der Kunden von Mitarbeitern der belgischen Bahnen von A nach B transportiert zu werden, auch wenn gestreikt wird) und der Rest geht streiken. Und da der Dienstleistungsbereich eine sehr wichtige Dienstleistung (Auch Italien hat den Bahn- und Busverkehr als sehr wichtigen Dienstleistungsbereich eingestuft, sonst wären die strikte Streikregeln nicht zustandegekommen) an Menschen, die verreisen, oder zur Arbeit fahren möchten, darstellt, ist es deshalb wichtig, daß die Arbeitgeber im Dienstleistungsbereich ebenso, wie die unbeteiligte Dritte auf den Streik vorbereitet sind, daß sie spätestens 24 Stunden vor dem Streiktermin den betroffenen Kunden informieren können, welche Züge/Busse zu welcher Zeit fahren und in welchem Zeitraum und wo der Verkehr streikbedingt eingestellt ist. Der belgische Gesetzgeber wird sich das dabei gedacht haben, er will den Gewerkschaftsmitgliedern das Recht auf Streik nicht nehmen, auf der anderen Seite sind die belgische Bahnunternehmen gesetzlich verpflichtet, einen Minimaldienst im Streikfall einzurichten, es gibt genügend Fahrpersonal, die nicht mitstreiken möchten.

QUOTE (Trapeztafelfanatiker @ 11 Feb 2019, 21:46)
Wenn man will dass bei der Eisenbahn nicht gestreikt wird, muss man die Eisenbahner/innen wieder verbeamten, fertig!
Es ist durchaus möglich, daß die Beamten in Belgien, da sie keine hoheitliche Aufgaben wahrnehmen, im Gegensatz zu denen hierzulande das Streikrecht haben. Also scheinen die Beamten dort streiken zu dürfen. Das jüngste Beispiel waren die beamtete türkische Lehrerinnen, die sich am Streik beteiligt und auf die "Europäische Menschenrechtskonvention" berufen haben. Der Fall der beamteten Lehrerinnen und die Gerichtsurteile hierzulande hat das mehr als deutlich gezeigt, daß das Grundgesetz (allgemeiner Beamtenstreikverbot) mit dem EMRK kollidiert.

QUOTE (Trapeztafelfanatiker @ 11 Feb 2019, 21:46)
Entweder oder, ein Zwischending gibt es nicht.
Du hast das gesehen, daß das, wie es in Frankreich, Italien, Spanien (da wurde der Flugverkehr im alten Streikthema des Bahnstreiks 2014/2015 als Beispiel herangezogen) und jüngst in Belgien sehr wohl gibt. Die eine Seite streikt und die andere Seite führt die Fahrten (um die Personen und die Fracht zu transportieren) durch.

QUOTE (Trapeztafelfanatiker @ 11 Feb 2019, 21:46)
Im Eisenbahnbereich müsste man die Forderungen 1:1 übernehmen, da das der einzige Weg ist um dem Mangel zu begegnen.
So sehr ich diese Forderungen (teilweise) unterstütze, aber das ist nicht immer erfüllbar, weil die Arbeitgeber auch auf die Finanzen achten müssen. Deshalb sollten beide Seiten bei den Verhandlungen die Mitte zwischen den Willen des Arbeitgebers und -nehmers finden. Und dem Mangel kann man glaube ich, trotz der Übernahme der 1:1-Forderung auch nicht begegnen, wenn ein Unternehmen statt der dringend benötigte 20.000 Fahrer (Das formuliere ich mal so, da es neben dem Zug auch Bus gibt, die es zu fahren gilt) "nur" 5-10% von 20.000 finden und einstellen kann. Dazu kommt noch die Zeitspanne, die für eine Schulung benötigt wird, bevor die "neue" Leute selbständig die Personen und Güter befördern dürfen.

Bearbeitet von JLanthyer am 12 Feb 2019, 21:09

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"Der Streik ist immer eine Niederlage." - Premierminister Charles Michel von der Partei Mouvement Réformateur (MR) - dt. Reformbewegung
    
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