NTV Pläne für Deutschland Verkehre

Strecken und Fahrzeuge von DB Fernverkehr und anderen als DB Fernverkehr.
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Jean
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Re: NTV Pläne für Deutschland Verkehre

Beitrag von Jean »

Nordlicht hat geschrieben: 19 Jun 2026, 07:31 Es geht ja wohl um die unkomplizierte Nutzbarkeit.

In der Westbahn habe ich noch nie eine Fahrt erlebt, in der nicht mehrere Personen mit DB-Ticket im Zug waren (zB weil sie ihren eigentlichen Anschluss verpasst hatten und dann den nächsten Zug in ihre Richtung nehmen wollten), und dann nachlösen mussten.

Das ist in IT mit Italo und FS ja genauso...
Es gibt gerade auf ein Artikel in der TZ wegen den neuen Radlverleihsystem in München. Die Leute sollen einfach mal kurz das Gehirn einschalten...ist das heutzutage zu viel verlangt?
Stündliche Fahrten eines Anbieters sind natürlich attraktiver als jeweils 2 stündliche Fahrten von zwei Anbieter.
Für den ÖPNV Ausbau Gegen Experimente und Träuereien. Eine Trambahn braucht einen eigenen Fahrweg, unabhängig vom MIV!
Fahrradwege auf Kosten des ÖPNV braucht keiner!
reinhold_by
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Re: NTV Pläne für Deutschland Verkehre

Beitrag von reinhold_by »

Mit nur einem Anbieter klappt das einsteigen in den späteren Zug einfach so, die Zugbindung ist ja bei Verspätung aus voriger Fahrt aufgehoben,
nehme ich andern Zug, sei es Westbahn, Flix, Italo,... geht das nicht mehr. Aus Kundensicht ist das eindeutig eine Verschlechterung.

Man muss nach aktueller Lage eine neue Fahrkarte vom vollen Preis des anderen Anbieters kaufen und darf sich nachher rumstreiten mit der Abrechnung. Im schlimmsten Fall bleibt man auf den Mehrkosten sitzen.
Wenigstens für Flexpreis Fahrkarten sollte es ohne Mehrkosten möglich sein. Die kosten ja ungefähr dasselbe bei jedem Anbieter.
Bei Sparpreisen wäre ein Hinweis beim Kauf, bei der Fahrplanauskunft oder auf dem Ticket selbst sinnvoll.
Wer solche kauft, muss sich bewusst sein dass man den Fahrplan seines Anbieters (also hier z.B. nur 2h Takt) nutzt, die anderen Züge quasi 'nicht existieren.

Hier mal offtopic, betreffend den Verweis auf die Radl-Ausleihe (tz-Artikel), hab mir das angeschaut:
  • myBike will Rückgabe nur an Leihstationen
  • Wer das Radl absperrt 'gibt es zurück', absperren ausserhalb Rückgabestation bewirkt Strafzahlung.
  • Wenn ich dasselbe Radl ein Stück später wieder ausleihe, bleibt die Strafzahlung aktiv, obwohl deren Sinn ja ist dass das Radl an bekannter Adresse zum (wieder-)ausleihen steht.
  • Damit das Radl nicht geklaut wird, ist aber ein absperren nötig.
  • Will man es selbst wieder nutzen, muss man es vorher in der App als pausiert abmelden und darf danach erst absperren
Aus meiner Sicht ist das unnötig kompliziert, die einfache Lösung sollte sein, die Strafzahlung entfällt wenn das Radl innerhalb x Stunden wieder gebucht wird, sei es der vorige Nutzer oder jemand anderes.
Oder zumindest eine automatisch einsetzende 'Pausen-'Gebühr fällt an, wird aber in der Höhe auf die Strafzahlung limitiert.
Sinn der Strafzahlung ist ja 'verstecktes' abstellen zu verhindern. Aber eben selbst das pausieren direkt nach dem abstellen würde zur Strafzahlung führen, was zu dem hohen Betrag von >100 Euro für eine Fahrt mit mehreren Unterbrechungen führte.
Auf den Bahnberiech bezogen wäre dass so dass für jeden Zug (beim jedem umsteigen) jeweils die 60 Euro EBE verrechnet würden statt es als einen Vorgang zu sehen.
Das ist für mich ein Fehler in der Geschäftslogik bei myBike (ist bei anderen Anbietern eben nicht so) den man nicht der Kundschaft anlasten sollte. Die 'Pause' Funktion sollte immer implizit aktiviert werden ausserhalb der Stationen, ohne extra Aktion seitens des Kunden oder zumindest nach dem abstellen noch wählbar sein
Bei uns im Ort (Knapp ausserhalb München) sind solche Stationen in den letzten Monaten ja wie die Schwammerl gewachsen, aber mit solchem Regelwerk wird das nicht klappen und die Räder nur gelegentlich genutzt werden
Rohrbacher
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Re: NTV Pläne für Deutschland Verkehre

Beitrag von Rohrbacher »

reinhold_by hat geschrieben: 19 Jun 2026, 10:15 Mit nur einem Anbieter klappt das einsteigen in den späteren Zug einfach so, die Zugbindung ist ja bei Verspätung aus voriger Fahrt aufgehoben,
nehme ich andern Zug, sei es Westbahn, Flix, Italo,... geht das nicht mehr. Aus Kundensicht ist das eindeutig eine Verschlechterung.
Das Problem an der Sache ist, dass Bahnkapazitäten eben nicht beliebig erweitert werden können. Man kann drei Vollsortimenter-Supermärke im Wettbewerb nebeneinander stellen, dafür ist der Platz in der Regel da und der Markt ist auch groß genug. Wunderbar.

Dass meinetwegen drei SPFV-Bahnanbieter jeweils ein Taktsystem parallel betreiben, wo es in jedem System für sich genug Fahrten gibt, um z.B. "einfach den nächsten Zug zu nehmen" wird einfach nicht passieren. Dazu ist das Netz zu klein, der Aufwand viel zu groß, es zu erweitern und vor allem auch der Markt nicht ausreichend da, damit es wirtschaftlich parallel zu fahren. Das hat selbst im Fernbusnetz und im Flugverkehr wirtschaftlich auf Dauer nicht geklappt. Es geht hier rein um einen Verdrängungswettbewerb. Durch den wird das Angebot letztlich immer schlechter.

Wobei sich Verdrängung, wie schon gesagt, nicht nur auf die Anbieter bezieht, sondern auch auf das Streckennetz an sich. Nach 1990 sind die ganzen für die Fahrgäste praktischen, aber in sich gesehen nicht wirtschaftlichen Heckeneilzüge, Kurswagen, Hinterlandverbindungen und zum Schluss auch der IR aus dem Angebot geflogen, um wettbewerbsfähig zu werden. In der nächsten Stufe wurden immer mehr ehemalige IR/IC-Verbindungen tariflich ins ICE-Netz reinoptimiert und auch das ICE-Kernnetz samt der mit jeder Generation profanisierten ICE-Züge immer weiter auf Kosten/Nutzen für den Betreiber optimiert worden. Im nächsten Schritt, wenn tatsächlich Wettbewerb ins Kernnetz käme, wird die DB ganz sicher nicht hingehen und das alles umkehren, im Gegenteil, sämtliche Ressoucen wird man dort verwenden, wo auch die Wettbewerber fahren/halten, woanders wird man Fahrten/Halte wie schon in der Vergangenheit noch weiter wegoptimieren.

Was spart aktuell die Lufthansa ein, um wettbewerbsfähiger gegen die Golf-Airlines zu werden, die überlegen, Stuttgart, Düsseldorf oder Berlin direkt anzufliegen? Genau, die Cityline und Verbindungen, wo absolut keine Gefahr droht, dass sich da ein Langstreckenjet aus Dubai oder ein Billigflieger hinverirrt. Wo sparen Audi, BMW und Mercedes, wenn die Konkurrrenz im größen Automarkt der Welt = China größer wird? Genau, bei den eher typisch deutschen Kompakt- oder Kombimodellen, die in China (und USA) keiner kauft und den Nischenmodellen. Somit gibt es zwar bei den beliebtesten Modellen mehr Angebot durch mehr Hersteller, gleichzeitig verschlankt sich das Angebot aber! Wenn du ein Cabrio oder einen E-Kombi kaufen willst, nutzt es dir nix, wenn es drölfzig konkurrierende SUV gibt.

Und so langsam begreift das sogar die CSU, dass "der Markt" rein gar kein Interesse dran hat auf flächendeckende SPFV-Versorgung oder sich um die Resilienz (praktisch das Gegenteil von Effizienz!) zu kümmern. Ist halt ein bisschen spät, jetzt wo's schon um Städte wie Augsburg oder Ingolstadt geht, und nicht mehr um den IR in Pfaffenhofen oder Eichstätt.

Auch im SPNV ist es, anders als in der BEG-PR immer dargestellt, ja nicht "der Markt" gewesen, der die Zugkilometer gegenüber 1990 wesentlich erhöht hat, sondern neben so simplen externen Effekten wie heute viel längeren Pendlerwegen, vor allem sehr viel Geld vom Staat, das man zu Bundesbahnzeiten auch inflationsbereinigt, so eben nicht ausgeben hat als es noch "Bundesbahndefizit" hieß. Wenn der Bund das ggf. bald nicht mehr tut oder man zur Netzentlastung dann doch die "unpopulären Maßnahmen" wählt, also die Reduzierung der Zugfahrten z.B. im Knoten München, die gleichzeitig halt den SPNV-Aufgabenträgern genau das Geld sparen würden, das sie eh nicht haben, bin ich mal gespannt, wie die PR-Abteilungen das dann darstellen, insbesondere in Bezug auf die historische Schiene und die bisher ja immer darüber argumentierte eigene Daseinsberechtung, dass nur durch sie alles viel besser sei als zu Bundesbahnzeiten. Man wird's halt zur Not wie immer totschweigen.
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Re: NTV Pläne für Deutschland Verkehre

Beitrag von Auer Trambahner »

reinhold_by hat geschrieben: 19 Jun 2026, 10:15 Hier mal offtopic, betreffend den Verweis auf die Radl-Ausleihe (tz-Artikel), hab mir das angeschaut:
Weiter gehts bitte in viewtopic.php?p=799175#p799175
Der mit dem Ölkännchen tanzt!
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Re: NTV Pläne für Deutschland Verkehre

Beitrag von Rohrbacher »

ET 412 hat geschrieben: 18 Jun 2026, 14:55 Stimmungsmache der EVG
Jetzt macht auch die BRB "Stimmung" - und Arverio, ProBahn, die BEG, Minister Bernreiter ... alle machen sie Panik. Nur die selbstbewussten Foristen kennen sich aus. Eh klar. ;-) Und lustig, dass sich offensichtlich von DB Regio auch niemand geäußert hat (obwohl die SZ sicherlich angefragt hat) bzw. für den am laut Artikel mit am stärksten betroffenen RE1 nur die BEG spricht. DB Regio ist ja bekanntlich eine Schwesterfirma von DB Fernverkehr, die ja genau das plant, was ich vorhin skizziert habe, also den potentiell im direkten Wettbewerb stehenden Express-SPFV auf der Rennstrecke ausbauen, koste es SPNV oder ICE-Zwischenhalte was es wolle ...

Süddeutsche Zeitung: Italo in Deutschland - Gerät der Nahverkehr in Bayern unter die Räder? (Bezahlschranke)

"Das deutsche Schienennetz ist ziemlich ausgelastet. Aber Italo will von 2028 an Schnellzüge fahren lassen. Es muss also jemand weichen. Viele befürchten, dass das der Regionalverkehr sein wird – mit Folgen für die Pendler. (...) Beim Eisenbahnunternehmen Arverio, das mit seinen Zügen den Nahverkehr rund um Augsburg bedient, spüren sie das. (...) Schnell vor langsam, das stellt auch die Bayerische Regiobahn BRB vor Probleme, heute schon. (...) Sollte von 2028 wie geplant zusätzlich Italo auf den Markt drängen (...), sieht Geschäftsführer Arnulf Schuchmann „sorgenvoll“ in die Zukunft. „Ich weiß nicht, wie wir noch unserem Auftrag der Daseinsvorsorge nachkommen sollen“, sagt er. Ausfälle, Verspätungen, verpasste Anschlüsse: Am Ende, betont Schuchmann, seien Pendler und Schüler im Nahverkehr die Leidtragenden. Das zeigt auch eine Untersuchung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) im Auftrag des Bundesverbands Schienennahverkehr (BSN). Demnach könnten die Auswirkungen eines Italo-Markteintritts auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in gleich mehreren Teilen Bayerns erheblich sein (...) Der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Lukas Iffländer, sieht die Verantwortung für die nun entstandene Unsicherheit in Berlin. (...) Auch der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (...) schickt mahnende Worte nach Berlin. „Wir brauchen bei der Eisenbahnregulierung und Trassenvergabe ein stabiles System, das den Bahnverkehr in der Fläche garantiert und nicht noch erschwert“, sagt er. Daher werde er dafür kämpfen, „dass neue Trassen durch die DB Infrago erst wieder vergeben werden, wenn der Bund und seine Schieneninfrastruktur-Gesellschaften die Infrastruktur in den dafür notwendigen Zustand gebracht hat“. Nach dieser Logik würde statt der Vergabe neuer Trassen tatsächlich ein Verdrängungswettbewerb stattfinden." Doch Bernreiter macht gleichzeitig auch klar: „Rosinenpickerei zulasten des Regionalverkehrs oder bisheriger Fernzughalte lehnen wir als Freistaat ab.“ Die Verkehrsminister der Länder würden in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Bund nach konstruktiven Lösungen suchen. „Unserem ohnehin angespannten Bahnverkehr hilft kein Wild-West, sondern wir brauchen die richtigen Entscheidungen bei den Rahmenbedingungen.“

Aber liebe SZ, Pfaffenhausen liegt woanders, nicht zwischen Petershausen und Rohrbach. ;-)
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