Bayerische Verkehrspolitik

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Jean
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Beitrag von Jean »

Erst muss mehr Geld ins System gebracht werden, das ganze stabilisiert und ausgebaut werden...dann kann man über Reduzierung der Preise nachdenken. :ph34r:
Für den ÖPNV Ausbau Gegen Experimente und Träuereien. Eine Trambahn braucht einen eigenen Fahrweg, unabhängig vom MIV!
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Selbst Beweihräuchert mit einigen interessanten Punkten
Rund 1/5 der Investitionen des Bundesverkehrswegeplans 2030 in Höhe von 270 Mrd. Euro fließen nach Bayern.
Bund gibt einige lang erwartete Ergebnisse der Prüfung von bayerischen Schienenprojekten bekannt (bisheriger Potenzieller Bedarf).
Folgende Projekte sind nun im Vordringlichen Bedarf:
München – Mühldorf – Tüßling – Freilassing (vollständig zweigleisig)
Landshut – Plattling
Nürnberg/München – Furth i.W. – Prag
Güterzugtunnel Fürth
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Metropolenbahner
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Beitrag von Metropolenbahner »

Iarn @ 26 Sep 2018, 18:54 hat geschrieben: Güterzugtunnel Fürth
Was zum Henker will man mit dem Projekt jetzt noch? Mittlerweile ist doch klar, dass auf der VDE8 genau 0,0 Güterzüge fahren. Wie "kreativ" hat man wohl da wieder schöngerechnet. Wenigstens ist das Projekt auf dem letzten Platz, hoffentlich spiegelt das die Priorität wieder.
Mark8031
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Beitrag von Mark8031 »

Die Allianz pro Schiene hat beim Thema nachhaltife Verkehrspolitik eine Bundesländerindex Mobilität und Umwelt aufgestellt. Bayern hat im Gesamtindex den letzten Platz erreicht. Bei den einzelnen Themenbereichen:
  • Verkehrssicherheit Platz 9
  • Lärmminderung Platz 8
  • Flächenverbrauch Platz 9
  • Klimaschutz Platz 15 (zusammen mit Hessen, also letzter Platz)
  • Luftqualität Platz 16
Eine Watschn für das "Bahnland" Bayern. Aber CSU und FW wirds egal sein.
Diese Menschen, die in einem Eisenbahnforum pro Auto argumentieren und in ihrer Kleinsichtigkeit ständig für das Auto Werbung machen, finde ich hier schon etwas deplaziert.
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Das 365€ Ticket soll jetzt in einer abgespeckten Version 2020 nur für Jugendliche und Auszubildende kommen Süddeutsche
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Mark8031 @ 7 Nov 2018, 17:37 hat geschrieben:Die Allianz pro Schiene hat beim Thema nachhaltife Verkehrspolitik eine Bundesländerindex Mobilität und Umwelt aufgestellt. Bayern hat im Gesamtindex den letzten Platz erreicht. Bei den einzelnen Themenbereichen:
  • Verkehrssicherheit Platz 9
  • Lärmminderung Platz 8
  • Flächenverbrauch Platz 9
  • Klimaschutz Platz 15 (zusammen mit Hessen, also letzter Platz)
  • Luftqualität Platz 16
Eine Watschn für das "Bahnland" Bayern. Aber CSU und FW wirds egal sein.
Ehrlich gesagt finde ich das ganze eine teilweise Themaverfehlung. Auch wenn Flächensparen das neue Mantra ist, was hat das mit Verkehrspolitik zu tun?

Im Gegenteil finde ich die Flächensparwut äußerst gefährlich für den öffentlichen Verkehr. Wer Flächen deckelt, riskiert, dass der nächste Verkehrsausbau nicht zustande kommt, weil Flächen gespart werden müssen. Solange Nahverkehr und Bildung aus dem Flächensparwahn nicht ausgeschlossen werden, bin ich strikt dagegen.
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Lazarus
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Beitrag von Lazarus »

Naja, aber es kann nicht schaden, wenn die Möglichkeit besteht, den unter die Erde zu verlegen.
Mehr Geld für den ÖPNV-Ausbau in München! Es wird höchste Zeit!
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Beitrag von Autoverbot »

Iarn @ 28 Dec 2018, 23:19 hat geschrieben: Das 365€ Ticket soll jetzt in einer abgespeckten Version 2020 nur für Jugendliche und Auszubildende kommen Süddeutsche
Super, was Söder da hinbekommen hat. Die CSU ist besser als ihr Ruf :)
U5 = letzter U-Bahn-Neu- und Ausbau in München!
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Lobedan
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Beitrag von Lobedan »

Iarn @ 28 Dec 2018, 22:25 hat geschrieben: Ehrlich gesagt finde ich das ganze eine teilweise Themaverfehlung. Auch wenn Flächensparen das neue Mantra ist, was hat das mit Verkehrspolitik zu tun?

Im Gegenteil finde ich die Flächensparwut äußerst gefährlich für den öffentlichen Verkehr. Wer Flächen deckelt, riskiert, dass der nächste Verkehrsausbau nicht zustande kommt, weil Flächen gespart werden müssen. Solange Nahverkehr und Bildung aus dem Flächensparwahn nicht ausgeschlossen werden, bin ich strikt dagegen.
Es ist meines Erachtens sogar ein Argument FÜR den ÖPNV. Straßen und Parkflächen sind wahre Flächenfresser. Um dieselbe Leistungsfähigkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, braucht es nur einen Bruchteil der Fläche. Perfekte Anschauung liefert jede Bahntrasse entlang mehrspuriger Straßen. Und wenn das ganze dann als Rasen- oder auch nur Schottergleis trassiert ist, gilt es auch nicht als versiegelte Fläche.
Die Denkweise "wir wollen auch mal ne Straße (neu)bauen" schlägt sich in diesem Ranking gnadenlos nieder. Mag ja schön für die Lärmstatistik sein, wenn jedes Kaff seine Umgehungsstraße bekommt und die Autofahrer freuen sich auch über die Rennstrecken. Aber die negativen Folgen überwiegen da in Summe deutlich.
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Lobedan @ 29 Dec 2018, 08:21 hat geschrieben:
Iarn @ 28 Dec 2018, 22:25 hat geschrieben: Ehrlich gesagt finde ich das ganze eine teilweise Themaverfehlung. Auch wenn Flächensparen das neue Mantra ist, was hat das mit Verkehrspolitik zu tun?

Im Gegenteil finde ich die Flächensparwut äußerst gefährlich für den öffentlichen Verkehr. Wer Flächen deckelt, riskiert, dass der nächste Verkehrsausbau nicht zustande kommt, weil Flächen gespart werden müssen. Solange Nahverkehr und Bildung aus dem Flächensparwahn nicht ausgeschlossen werden,  bin ich strikt dagegen.
Es ist meines Erachtens sogar ein Argument FÜR den ÖPNV. Straßen und Parkflächen sind wahre Flächenfresser. Um dieselbe Leistungsfähigkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, braucht es nur einen Bruchteil der Fläche. Perfekte Anschauung liefert jede Bahntrasse entlang mehrspuriger Straßen. Und wenn das ganze dann als Rasen- oder auch nur Schottergleis trassiert ist, gilt es auch nicht als versiegelte Fläche.
Die Denkweise "wir wollen auch mal ne Straße (neu)bauen" schlägt sich in diesem Ranking gnadenlos nieder. Mag ja schön für die Lärmstatistik sein, wenn jedes Kaff seine Umgehungsstraße bekommt und die Autofahrer freuen sich auch über die Rennstrecken. Aber die negativen Folgen überwiegen da in Summe deutlich.
Und was passiert wenn die Straße schon da ist und die Bahn neu hinzukommen soll? Nehmen wir ja Beispiel Wolfsratshausen Geretsried. Da ist schon eine B13 und wenn es nach Flächenverbrauch geht, dann kommt jemand auf die Idee, es täte auch ein Bus statt der S-Bahn.
Generell wäre nach dem Motto des Flächenverbrauchs der Bus ohne eigene Spuren das ideale Verkehrsmittel.

Genauso mit Schulen. Schule mit kleinem Pausenhof ohne Sportplatz auf einmal "besser" als eine mit großem Pausenhof ?
Ich halte Flächensparen ohne Ausnahmen immer noch für eine selten dämliche Idee der Ökoparteien.
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Beitrag von Trapeztafelfanatiker »

Darum ist auch intelligentes Flächensparen wichtig und beim Straßenbau wäre es wichtig, diese nicht immer noch attraktiver und breiter zu machen. Verkehrsvermeidung fängt damit an Strecken unattraktiv zu machen und Alternativen attraktiver.
Was da ist ist da, aber man muss nicht ständig Straßen weiter ausbauen und nochmal neue bauen, obwohl wir eh schon ein dichtes Netz haben.

Auch kann man Gewerbeansiedlungen auf bestimmte Flächen konzentrieren. Das Problem ist doch, dass jede Gemeinde ihre eigene Suppe kocht. Es sollte hier eine übergeordnete Planung geben, die nicht die Kommunen machen und die Gewerbesteuereinnahmen werden dann fair verteilt.
Neubaugebiete sollte man gezielt in strategisch guten Orten fördern, wie an Bahnstrecken oder im Umkreis von Oberzentren. Es gibt immer noch zu viele Neubaugebiete in "Donut-Orten" und das dürfte nicht mehr erlaubt sein. So lange Ortskerne ausbluten, sollten diese erstmal umgebaut werden, wenn es sein muss auch mit Abriss älterer Häuser. Lieber abreißen und neu bauen als Leerstände (natürlich nicht bei einem Haus aus dem 16. Jahrhundert, aber ein Haus von 1910 kann man abreißen, wenn die Renovation unverhältnismäßig ist).

Flächensparen ja, aber nicht um jeden Preis und eben intelligent, wo möglich, sinnvoll und nötig.
Auch sollte niemals der Komfort und unser Wohlstand darunter leiden. Das Beispiel Schule ist gut, da gehören einfach großzügige Flächen hin im Grünen. Das ist positiver Flächenverbrauch.
Bei einer Straße kann das schnell anders aussehen. Da muss man nicht unbedingt Bundesstraßen auf Autobahnniveau bringen. Da reichen einfache ausbauten die flächensparend sind und man muss nicht immer alles bei Ausbau begradigen. Da müssen eben Geschwindigkeitsrestriktionen her.
Bei Bahnstrecken steckt man ja leider auch kein Geld in Begradigungen rein, wo sie richtig ausgebremst wird und es nicht mehr zeitgemäß ist (z. B. Mirskofen, Aitrang usw.).
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Beitrag von Cloakmaster »

Eine begradigte Strecke ist aber kürzer, als eine kurvige, und senkt damit den Flächenverbrauch.

Das die Gemeinden alle ihr eigenes Süppchen kochen haben die sich nicht selbst ausgesucht. Wie willst du das auf die schnelle ändern?
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Beitrag von Trapeztafelfanatiker »

Cloakmaster @ 29 Dec 2018, 12:40 hat geschrieben: Eine begradigte Strecke ist aber kürzer, als eine kurvige, und senkt damit den Flächenverbrauch.

Das die Gemeinden alle ihr eigenes Süppchen kochen haben die sich nicht selbst ausgesucht. Wie willst du das auf die schnelle ändern?
Bei der Eisenbahn würde es auch den Flächenverbrauch senken und trotzdem wird nichts begradigt, sofern es keine NBS gibt.

Das mit den Kommunen ginge nur auf dem Wege einer Gesetzesänderung und einer überregionalen Planungsgesellschaft.
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Lobedan
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Beitrag von Lobedan »

Iarn @ 29 Dec 2018, 09:29 hat geschrieben: Und was passiert wenn die Straße schon da ist und die Bahn neu hinzukommen soll? Nehmen wir ja Beispiel Wolfsratshausen Geretsried. Da ist schon eine B13 und wenn es nach Flächenverbrauch geht, dann kommt jemand auf die Idee, es täte auch ein Bus statt der S-Bahn.
Generell wäre nach dem Motto des Flächenverbrauchs der Bus ohne eigene Spuren das ideale Verkehrsmittel.

Genauso mit Schulen. Schule mit kleinem Pausenhof ohne Sportplatz auf einmal "besser" als eine mit großem Pausenhof ?
Ich halte Flächensparen ohne Ausnahmen immer noch für eine selten dämliche Idee der Ökoparteien.
Es gibt neben dieser B11 auch schon ein Industriegleis, das man nutzen könnte (und nur noch etwas verlängern müsste), die Pläne sehen jetzt eben eine komplett neue Trasse vor, das könnte man unter diesem Gesichtspunkt durchaus in Frage stellen.
Interessant wäre, wann die B11 in dem Abschnitt vierspurig ausgebaut wurde. Gab es zu dem Zeitpunkt bereits handfeste Pläne für die S-Bahn-Verlängerung. Wenn ja, dann hast du genau da den Punkt, an dem man den Fehler gemacht hat.

Bei Infrastruktur jeder Art, egal ob Schulen oder andere Flächen, sollte der Fokus darauf gelegt werden, sie möglichst gut auszulasten. Beim Beispiel Schule hieße das im Idealfall, mehrere Schulen nebeneinander zu bauen und Sport- und Freizeitanlagen damit gemeinsam zu nutzen.
Und Flächensparen ist keineswegs dämlich. Oft soll es ja erstmal nur dazu führen, vor dem Ausweisen neuer Flächen ein bisschen nachzudenken. Oftmals finden sich in bereits erschlossenen Gebieten unzählige Baulücken oder ungenutzte Gebäude, die man bebauen und neu nutzen könnte, ohne dass man am Stadtrand neue Areale auf der grünen Wiese beanspruchen muss.
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Beitrag von 146225 »

Iarn @ 29 Dec 2018, 09:29 hat geschrieben: Generell wäre nach dem Motto des Flächenverbrauchs der Bus ohne eigene Spuren das ideale Verkehrsmittel.
Das ist aber sehr stark kapazitätsabhängig, wie viele Busse du denn so brauchst. Eine zweigleisige elektriizierte Bahnstrecke ist mit Masten und sonstigem Zubehör nach EBO knappe 14 m breit. Bei Vollauslastung kann man darauf allerdings je Zeiteinheit das Äquivalent an Menschen und Gütern zu einer 6-spurigen Straße, welche ca. 38 m breit ist, befördern.
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

146225 @ 29 Dec 2018, 22:54 hat geschrieben:
Iarn @ 29 Dec 2018, 09:29 hat geschrieben: Generell wäre nach dem Motto des Flächenverbrauchs der Bus ohne eigene Spuren das ideale Verkehrsmittel.
Das ist aber sehr stark kapazitätsabhängig, wie viele Busse du denn so brauchst. Eine zweigleisige elektriizierte Bahnstrecke ist mit Masten und sonstigem Zubehör nach EBO knappe 14 m breit. Bei Vollauslastung kann man darauf allerdings je Zeiteinheit das Äquivalent an Menschen und Gütern zu einer 6-spurigen Straße, welche ca. 38 m breit ist, befördern.
Das ist mir bewusst.
Ich denke die Strecken in Vollauslastung stehen nicht zur Disposition. Aber wenn man wirklich einen harten Deckel auf den Flächenverbrauch setzt, wird jede Bahnlinie in Takt 60 Recht angreifbar durch einen Bus, der angeblich im Straßenverkehr mitschwimmt und keine eigene Trasse braucht.

Und wenn es einen harten Deckel gibt und es kommt zu einem "entweder oder" zwischen Bahnausbau und Straßenbau dann prophezeie ich Euch wird die Bahn den kürzeren ziehen, egal was ihr hier argumentiert.

Insofern ist aus meiner Sicht der einzige Weg, diesen gefährlichen Unfug als solchen zu brandmarken, bevor er weitere Kreise zieht.
Man sieht ja jetzt schon an der Herrmann Hesse Bahn, wie sehr heute sogenannte Umweltschützer in ihrem Kampf um ein paar Fledermaus Nistplätze den Status Quo erhalten können und damit mehr gegen die Bahn aktiv sind als der Verein Deutscher Automobilhersteller.
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Beitrag von AK1 »

146225 @ 29 Dec 2018, 22:54 hat geschrieben:
Iarn @ 29 Dec 2018, 09:29 hat geschrieben: Generell wäre nach dem Motto des Flächenverbrauchs der Bus ohne eigene Spuren das ideale Verkehrsmittel.
Das ist aber sehr stark kapazitätsabhängig, wie viele Busse du denn so brauchst. Eine zweigleisige elektriizierte Bahnstrecke ist mit Masten und sonstigem Zubehör nach EBO knappe 14 m breit. Bei Vollauslastung kann man darauf allerdings je Zeiteinheit das Äquivalent an Menschen und Gütern zu einer 6-spurigen Straße, welche ca. 38 m breit ist, befördern.
Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie das laufen soll...
Durch die oft langen Blockabstände sind Bahnstrecken im Allgemeinen eher schlecht ausgelastet. Selbst auf der Stammstrecke schafft man mit der LZB grade mal einen 2-Minuten-Takt.
Mit Bussen kann man die Fläche doch viel besser ausnutzen. In der Praxis natürlich nicht möglich, woher sollen die Fahrer kommen?
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Beitrag von 146225 »

Wieviele Busse und wieviel Fläche glaubst du denn so zu brauchen, um alle 2 Minuten einen vollen Langzug 423/433 zu ersetzen..?
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Boris Merath
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Beitrag von Boris Merath »

AK1 @ 30 Dec 2018, 13:00 hat geschrieben: Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie das laufen soll...
Durch die oft langen Blockabstände sind Bahnstrecken im Allgemeinen eher schlecht ausgelastet. Selbst auf der Stammstrecke schafft man mit der LZB grade mal einen 2-Minuten-Takt.
Mit Bussen kann man die Fläche doch viel besser ausnutzen.
Ist das so? Bedenke bitte dabei auch dass Busse auf normalen Straßen an Ampeln warten müssen, dass man zwischen jedem Bus Sicherheitsabstand braucht, dass Busse langsamer beschleunigen müssen, und dass es auch mit Bussen sofort spannend wird sobald die Busse auch mal an Haltestellen halten müssen. Spätestens an der Stelle hast Du ein Problem - mehr als zwei Haltepositionen pro Linie geht nicht, sonst springen die Fahrgäste im Dreieck. Man kann also nicht die gesamte Buskolonne einfach mal anhalten lassen und alle Busse (das sind immerhin fast 10) machen auf 210m Länge Fahrgastwechsel, sondern die Busse müssen irgendwie an die jeweiligen Haltestellen hinfahren und ein- und ausscheren. Das muss - um auf den gleichen Durchsatz wie die Stammstrecke zu kommen - aber im 2-Minuten-Takt passieren.

Um einen 423er-Langzug zu ersetzen brauchst Du gut 11 Busse. D.h. alle 10 Sekunden kommt ein Bus, und an jeder Haltestelle brauchst Du das obengeschriebene Busballett damit die Busse an die Haltestellen kommen. Und sobald ein Bus mal etwas länger als 60 Sekunden steht gibts ein Chaos, weil der nachfolgende Bus der gleichen Linie im Weg steht während er darauf wartet dass die Haltestelle frei wird.

Entsprechend groß müssen natürlich dann auch die Haltestellenanlagen werden, um den Bussen die nötige Bewegungsfläche zu geben. Also ich glaube nicht dass man so
die Fläche besser ausnutzen kann.

Klar, die S-Bahn-Stammstrecke ist natürlich ein Sonderfall, eine so gut ausgebaute Bustrasse dass sie mit einer Bahnstrecke konkurrieren kann würde man aber auch nicht überall bauen. Und sobald der Bus im Straßenverkehr mitschwimmen muss hast Du eh keine Chance mehr die Kapazität einer Bahn zu erreichen (von Nebenbahnen mit Minitriebwagen abgesehen).
Bis zur vollzogenen Anbringung von ausreichenden Sandstreuapparaten an allen Maschinen haben die Bahnwärter bei aufwärtsgehenden Zügen auf stärkeren Steigungen die Schienen ausgiebig mit trockenem Sand zu bestreuen und für die Bereithaltung eines entsprechenden Vorrathes zu sorgen.

Fahrdienstvorschrift bayerische Staatsbahnen 1876
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Nehmen wir mal die Neufahrner Gegenkurve: zwischen Freising und Flughafen fährt eh alle 10 Minuten ein Bus. Heute fährt dort im Stundentakt ein einzelner Hamster.
Unter Flächenspar Maßnahmen wäre wohl die Kurve nicht gebaut worden. Der Bus tut es ja mit weniger Fächenverbrauch auch. Natürlich ist eine Direktverbindung bis Regensburg attraktiver und ich bin froh, dass die Kurve gebaut wurde. Aber da muss halt das Flächenthema hinten anstehen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Kurve war eh ein Witz, da wurden Auswirkungen auf hunderte Tierarten erörtert, die bestimmt nicht neben Bahnstrecke, Autobahn und Weizen Monokultur heimisch sind.

Wer der Umwelt wirklich was gutes tun will, senkt die Umweltschutzauflagen für die Bahn und erhöht sie nicht.
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Beitrag von spock5407 »

Dazu kommt, das der Fahrgastwechsel der Busschlange nicht gleichmäßig ist, sondern in jedem Bus unterschiedlich ablaufen wird. Der "Ziehharmonika"-Effekt an den Haltestellen, der durch das Abbremsen, Warten und Beschleunigen entsteht, wird also durch ungleichen Rythemus entstehend durch schwankende Lade-/Entladezeiten noch viel weiter verstärkt.

Das ist in der 2min-Zugfolgezeit ja schon alles mit abgedeckt, nicht nur die technisch mögliche Zugfolgezeit. Die könnte man ja durchaus noch verkürzen.
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Jean
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Beitrag von Jean »

U d wie ist eine unterirdische Strecke zu bewerten?
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Beitrag von Autoverbot »

Iarn @ 30 Dec 2018, 14:57 hat geschrieben: Heute fährt dort im Stundentakt ein einzelner Hamster.
Wie ist die Auslastung?
U5 = letzter U-Bahn-Neu- und Ausbau in München!
Cloakmaster
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Beitrag von Cloakmaster »

Autoverbot @ 30 Dec 2018, 19:20 hat geschrieben:
Iarn @ 30 Dec 2018, 14:57 hat geschrieben: Heute fährt dort im Stundentakt ein einzelner Hamster.
Wie ist die Auslastung?
In den ersten Zwei Wochen nach Einführung?
Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Iarn @ 30 Dec 2018, 14:57 hat geschrieben: Die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Kurve war eh ein Witz, da wurden Auswirkungen auf hunderte Tierarten erörtert, die bestimmt nicht neben Bahnstrecke, Autobahn und Weizen Monokultur heimisch sind.
Genau das muss halt erstmal formal festgestellt werden, so offensichtlich es vielleicht sein mag. Oder auch nicht.
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Beitrag von AK1 »

Boris Merath @ 30 Dec 2018, 13:14 hat geschrieben:
AK1 @ 30 Dec 2018, 13:00 hat geschrieben: Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie das laufen soll...
Durch die oft langen Blockabstände sind Bahnstrecken im Allgemeinen eher schlecht ausgelastet. Selbst auf der Stammstrecke schafft man mit der LZB grade mal einen 2-Minuten-Takt.
Mit Bussen kann man die Fläche doch viel besser ausnutzen.
Ist das so? Bedenke bitte dabei auch dass Busse auf normalen Straßen an Ampeln warten müssen, dass man zwischen jedem Bus Sicherheitsabstand braucht, dass Busse langsamer beschleunigen müssen, und dass es auch mit Bussen sofort spannend wird sobald die Busse auch mal an Haltestellen halten müssen. Spätestens an der Stelle hast Du ein Problem - mehr als zwei Haltepositionen pro Linie geht nicht, sonst springen die Fahrgäste im Dreieck. Man kann also nicht die gesamte Buskolonne einfach mal anhalten lassen und alle Busse (das sind immerhin fast 10) machen auf 210m Länge Fahrgastwechsel, sondern die Busse müssen irgendwie an die jeweiligen Haltestellen hinfahren und ein- und ausscheren. Das muss - um auf den gleichen Durchsatz wie die Stammstrecke zu kommen - aber im 2-Minuten-Takt passieren.

Um einen 423er-Langzug zu ersetzen brauchst Du gut 11 Busse. D.h. alle 10 Sekunden kommt ein Bus, und an jeder Haltestelle brauchst Du das obengeschriebene Busballett damit die Busse an die Haltestellen kommen. Und sobald ein Bus mal etwas länger als 60 Sekunden steht gibts ein Chaos, weil der nachfolgende Bus der gleichen Linie im Weg steht während er darauf wartet dass die Haltestelle frei wird.

Entsprechend groß müssen natürlich dann auch die Haltestellenanlagen werden, um den Bussen die nötige Bewegungsfläche zu geben. Also ich glaube nicht dass man so
die Fläche besser ausnutzen kann.

Klar, die S-Bahn-Stammstrecke ist natürlich ein Sonderfall, eine so gut ausgebaute Bustrasse dass sie mit einer Bahnstrecke konkurrieren kann würde man aber auch nicht überall bauen. Und sobald der Bus im Straßenverkehr mitschwimmen muss hast Du eh keine Chance mehr die Kapazität einer Bahn zu erreichen (von Nebenbahnen mit Minitriebwagen abgesehen).
Vielen Dank für die Ausführungen!
Ampeln interessieren mich jetzt nicht. Ich will ja eine ideale Bahnstrecke mit einer natürlich genauso kreuzungsfreien Bustrasse vergleichen. Auf der Strecke wird es da sicher funktionieren, alle 10 Sekunden zu fahren.
Bei den Ausführungen zu den Haltestellen bin ich aber natürlich bei Dir. Das kriegt man eher nicht funktionierend hin. Selbst wenn die Überholmanöver der Busse in der Theorie klappen sollten, würde das dann wohl durch Fahrgäste vereitelt, die versuchen würden, in vermeintlich schnellere Busse umzusteigen...
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Beitrag von Jojo423 »

Boris Merath @ 30 Dec 2018, 13:14 hat geschrieben: Um einen 423er-Langzug zu ersetzen brauchst Du gut 11 Busse. D.h. alle 10 Sekunden kommt ein Bus, und an jeder Haltestelle brauchst Du das obengeschriebene Busballett damit die Busse an die Haltestellen kommen. Und sobald ein Bus mal etwas länger als 60 Sekunden steht gibts ein Chaos, weil der nachfolgende Bus der gleichen Linie im Weg steht während er darauf wartet dass die Haltestelle frei wird.
In Istanbul fährt der Metrobüs rechnerisch im 20 Sekunden-Takt. Dort fahren die CapaCitys im 3er-Konvoi, also tatsächlich im 1-Minuten-Takt. Geht also doch, jedoch nur mit eigener Infrastruktur.
Viele Grüße
Jojo423
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Beitrag von Trapeztafelfanatiker »

Jojo423 @ 31 Dec 2018, 01:20 hat geschrieben: In Istanbul fährt der Metrobüs rechnerisch im 20 Sekunden-Takt. Dort fahren die CapaCitys im 3er-Konvoi, also tatsächlich im 1-Minuten-Takt. Geht also doch, jedoch nur mit eigener Infrastruktur.
Aber mit welcher Kapazität? Ein schienengebundenes System würde deutlich mehr Menschen transportieren und hätte deutlich höhere Fahrgastzahlen, bei kürzeren Fahrzeiten usw.
Man muss doch sehen dass BRT oder was auch immer das ist, einfach schwachsinnig sind, denn sie sind der Eisenbahn in jedem Fall unterlegen, da der Bus nicht für hohes Fahrgastaufkommen geeignet ist.

3er-Konvoi und dichter Takt. Wenn ich so einen Mist schon lese, das ist ja auch ökologischer Schwachsinn. Da gehört ein Schienensystem hin, fertig.
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Beitrag von Jean »

Trapeztafelfanatiker @ 31 Dec 2018, 01:34 hat geschrieben: Aber mit welcher Kapazität? Ein schienengebundenes System würde deutlich mehr Menschen transportieren und hätte deutlich höhere Fahrgastzahlen, bei kürzeren Fahrzeiten usw.
Man muss doch sehen dass BRT oder was auch immer das ist, einfach schwachsinnig sind, denn sie sind der Eisenbahn in jedem Fall unterlegen, da der Bus nicht für hohes Fahrgastaufkommen geeignet ist.

3er-Konvoi und dichter Takt. Wenn ich so einen Mist schon lese, das ist ja auch ökologischer Schwachsinn. Da gehört ein Schienensystem hin, fertig.
Sind es nicht diese BRT die vierspurig sind...und an jeder Haltestelle Überholmöglichkeiten vorhanden sind? Sowas nimmt letztendlich mehr Platz weg als eine Bahnlinie.
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Beitrag von Iarn »

Die Dislussion geht meiner Meinung nach am Problem vorbeei. Ivh denke die Entscheidung ob man aus Flächensparsicht einen vierspurigen BRT oder eine viergleisigen Bahnstrecke baut ist halbwegs artifiziell.

Wie mehrfach geschrieben sehe ich das viel größere Problem bei einem Flächen Deckel, wenn neben einer existierenden Straße parallel eine Bahnlinie gebaut wird, wo dann alle Stunde (oder auch alle halbe) ein Zug fährt. Also Kapazitäten, welche man durchaus noch mit einem im Straßenverkehr mitschwimmenden Bus abdecken könnte.
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