Der Konflikt Russland - Ukraine - (Rest der Welt)

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Bayernlover
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Beitrag von Bayernlover »

Galaxy @ 16 Nov 2014, 18:45 hat geschrieben: Was wäre wohl passiert wenn 1989 Putin und nicht Gorbachev Kremlführer gewesen wäre?
Dann würde ich jetzt wahrscheinlich in einem DDR-Knast verrotten - oder mein Name irgendwo als toter Republikflüchtling auf einer Gedenktafel auftauchen. Eine gruslige Vorstellung.
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Russischer Spion
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Beitrag von Russischer Spion »

Dann würde ich jetzt wahrscheinlich in einem DDR-Knast verrotten
Ich hätte dich besucht, keine Sorge B-) .
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Beitrag von Fichtenmoped »

Bayernlover @ 16 Nov 2014, 20:35 hat geschrieben: Dann würde ich jetzt wahrscheinlich in einem DDR-Knast verrotten - oder mein Name irgendwo als toter Republikflüchtling auf einer Gedenktafel auftauchen. Eine gruslige Vorstellung.
Glaub ich weniger... Der Mensch ist nun mal Opportunist und arrangiert sich mit seiner Umgebung.
Du würdest wahrscheinlich einen ähnlichen Lebensweg eingeschlagen haben. Nur mit dem Unterschied, dass Du zum studieren erstmal eine längere Dienstzeit bei der NVA absolvieren "durftest".

Du würdest wahrscheinlich keinen BMW sondern eher Moskwitsch oder Lada fahren, in einer Plattenbauwohnung leben und still und leise vor Dich hin fluchen, weil Du heut kein Klopapier ergattern konntest. ;)

Der Fall der Mauer erfolgte übrigens aus dem gleichen Grund wie der Bau: um die Leute im Land zu halten... Aber etwas Off-Topic, nicht wahr?
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Beitrag von Bayernlover »

Die Vorstellung ist noch grusliger. Ich in der NVA-Uniform...
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Beitrag von JeDi »

Russischer Spion @ 16 Nov 2014, 17:02 hat geschrieben: Das war nur ein Beispiel wie man aus einer Diskussion Scheisse machen kann.
Zum Beispiel, in dem man Putin auf Klopapier druckt. Inhaltlich würde ich dem aber durchaus zustimmen.
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Russischer Spion
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Beitrag von Russischer Spion »

Was hat euch Putin getan wollte ich immer fragen B-) ?
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Galaxy
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Beitrag von Galaxy »

Russischer Spion @ 16 Nov 2014, 21:23 hat geschrieben: Was hat euch Putin getan wollte ich immer fragen B-) ?
Das Konjunktive ist hier wichtig. Damit die Frage nicht beantwortet werden muss, patrouillieren $100 Milliarden an strategischen U-Booten im Meer, und Alert Flugzeuge sind 24/7/365 auf einen 5 Minuten Countdown.

Wäre die Ukraine nicht so bescheuert gewesen und hätte ihre Atomwaffen nicht abgegeben hätten wir heute diesen ganzen Ärger nicht.
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Beitrag von Fichtenmoped »

Bayernlover @ 16 Nov 2014, 21:07 hat geschrieben: Die Vorstellung ist noch grusliger. Ich in der NVA-Uniform...
Vielleicht noch bei den Grenztruppen?
Aufgrund von Rostschäden besteht Signaturersatzverkehr!

Wir bitten um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.
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Beitrag von 146225 »

Russischer Spion @ 16 Nov 2014, 21:23 hat geschrieben: Was hat euch Putin getan wollte ich immer fragen B-) ?
Darf ich das mit Erich Kästner beantworten?

Im Grunde genommen ist der Mensch ja gut. Man sollte es ihm nur nicht zu leicht machen, dem guten Menschen. Sonst kann es allzu leicht passieren, dass er schlecht wird."

Und was Schlechtigkeiten angeht, da seh' ich den Herrn in Moskau aber als höchstrangig gefährdet an.
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Beitrag von karhu »

Währe die Sowjetunion sozialistisch-demokratisch und nicht sozialistisch-diktatorisch aufgebaut gewesen dann hätten wir diesen Konflikt heute nicht.

Putin ist der absolute Anti-Kommunist, es geht ihm nur um Macht.

Gorbatschow ist ein Kommunist vor dem ich höchsten Respekt habe, er war auf gutem Weg die Sowetunion in einen demokratischen Sozialismus zu führen. Leider haben Leute wie Stalin aber den Kommunismus missbraucht für blutige Machtspiele, das hatte gar nichts mit den Ideen von Marx zu tun.

Was haben wir heute, Putin und Poroschenko zwei Kapitalisten die die Machtspiele, wenn auch weniger brutal, erneut spielen.
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Beitrag von Russischer Spion »

Galaxy @ 16 Nov 2014, 21:33 hat geschrieben:Damit die Frage nicht beantwortet werden muss, patrouillieren $100 Milliarden an strategischen U-Booten im Meer, und Alert Flugzeuge sind 24/7/365 auf einen 5 Minuten Countdown.
Wieviele Stützpunkte haben die Amerikaner rund um den Globus :D ?
Wäre die Ukraine nicht so bescheuert gewesen und hätte ihre Atomwaffen nicht abgegeben hätten wir heute diesen ganzen Ärger nicht.
Ukraine hatte nie Anspruch auf Atomwaffen. Diese Atomwaffen waren sowjetisches Eigentum. Und nach dem Zerfall der UdSSR hat Russland alle Pflichten der Ex-Sowjetunion übernommen. U.a. auch die ausländischen Schulden die von anderen Republiken gemacht worden.
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Beitrag von Russischer Spion »

146225 @ 16 Nov 2014, 21:42 hat geschrieben:Und was Schlechtigkeiten angeht, da seh' ich den Herrn in Moskau aber als höchstrangig gefährdet an.
Ich nicht.
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Beitrag von JeDi »

Russischer Spion @ 16 Nov 2014, 21:23 hat geschrieben: Was hat euch Putin getan wollte ich immer fragen  B-)  ?
Er ist ein Kriegstreiber sondersgleichen und überfällt einfach mal aus einer Laune heraus Nachbarstaaten oder schürt Konflikte in diesen. Eigene Seperatisten und natürlich Opositionelle/ihm gefährlich werdende/andersseiende und/oder denkende werden dagegen mit teils brachialer Gewalt niedergeknüppelt. Letztlich wirft er mit Agressionen um sich, wie Hitler zwischen 33 und 39 (allerdings schon über einen deutlich längeren Zeitraum als nur 6 Jahre)- und wir dürfen uns, wenn wir weiterhin so passiv bleiben wie bisher, nicht wundern, wenn die Sache ähnlich endet. Nur mit etwas anderen Hauptdarstellern. Letztlich werden nicht ohne Grund Devotionalien wie das Putin-Klopapier an zahlreichen Orten dieser Welt verkauft.
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spock5407
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Beitrag von spock5407 »

karhu @ 16 Nov 2014, 21:51 hat geschrieben: Gorbatschow ist ein Kommunist vor dem ich höchsten Respekt habe, er war auf gutem Weg die Sowetunion in einen demokratischen Sozialismus zu führen.
Gorbatschow war aus wirtschaftlicher Sicht ein Elend für sein Land. Er war diesbezüglich nicht auf einem guten Weg, er hat letztlich nur die Staatspleite verwaltet und war gezwungen, Machtpositionen an Hardliner zu geben. Nicht vergessen: er versuchte die Balten nicht davonzulassen. 1991.

Und Jeltsin ließ es zu, dass sich wenige das greifbare Kapital an sich gerissen haben.
Dadurch dürften einige Russen durchaus Sympatien für Putin haben.

Vergessen wir nicht, wer seit den 90ern kräftig gen Osten seinen Militäreinfluß vorgeschoben hat. Wer will Raketenbasen immer näher heranschieben und verklärt das mit "Raketenschutzschild in Richtung Naher Osten".

Ich will den Mann nicht verteidigen, wirklich nicht, aber man kann durchaus verstehen dass er sauer ist. Ich versteh aber auch osteuropäische Länder, die der Nato beigetreten sind.
Irgendwie ist das alles leider eine ziemlich verfahrene Situation geworden, in der nur noch alles aus Misstrauen besteht.
Anstelle "mein Land - dein Land" zu spielen sollte man lieber mal suchen, gemeinschaftliche Interessen zu finden und zu verfolgen.
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Beitrag von 146225 »

spock5407 @ 16 Nov 2014, 22:11 hat geschrieben: Gorbatschow war aus wirtschaftlicher Sicht ein Elend für sein Land. Er war diesbezüglich nicht auf einem guten Weg, er hat letztlich nur die Staatspleite verwaltet [...]
Jein. Er war ehrlich genug, nach all den Siechen vor ihm die früher oder später unvermeidliche Staatspleite der Sowjetunion zu erkennen. Und er wusste, was er nicht mehr wollte. Das auf dem Weg, den vor ihm noch kein Sowjetpolitiker gegangen ist, ein Haufen "Unbekannte" dabei waren und das Ergebnis nicht von vorne herein feststand, kann man ihm in diesem Zusammenhang erstmal nicht verübeln.
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Beitrag von Bayernlover »

karhu @ 16 Nov 2014, 20:51 hat geschrieben: Währe die Sowjetunion sozialistisch-demokratisch und nicht sozialistisch-diktatorisch aufgebaut gewesen dann hätten wir diesen Konflikt heute nicht.
Der Sozialismus ist gescheitert. Er kann demokratisch nicht funktionieren. Nirgends auf der Welt hat das bisher geklappt.

Hätte man damals die DDR behalten, sähe es heute dort noch schlimmer aus und es wäre noch krasser ausgestorben. Ein Glück, dass es damals Kohl gegeben hat, der die ganze Sache beschleunigt hat.

Hoffen wir nur, dass Putin nicht demnächst den 3. Weltkrieg ausbrechen lässt. Russland ist weitaus gefährlicher als der nahe Osten, der sich nur gegenseitig abschlachtet.
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Beitrag von TravellerMunich »

Russischer Spion @ 16 Nov 2014, 21:56 hat geschrieben: Ich nicht.
Ja das ist das Problem vieler Russen.
Oder generell das Problem in Diktaturen - die Führer sind ja empfunden immer gut und böse ist nur das Ausland.
Im Zweifelsfall die ganze Welt, die sich gegen das eigene Land ganz böse verschworen hat.

Es gibt eine nette Erzählung von Sorokin - Der Tag des Opritschnik.
Eigentlich eine Dystopie, die in einem diktatorischen Russland der Zukunft lebt, in dem der Ich-Erzähler, Angehöriger der für den russischen Führer dienenden Elite-Aufräum-Truppe einen typischen Tag durchlebt, voller durch ihn legitim ausgeübter Gewalt, Erpressung und Willkür. Russland lebt dort in selbst gewählter Isolation unter den Augen eines kleptokratischen, sich gerne gütig darstellenden brutalen Diktators. Der Name Opritschnik kommt von einer Spezialtruppe von Iwan dem Schrecklichen, mit der dieser die Bevölkerung terrorisierte. Ausgestattet waren die Herren in der Vergangenheit wie in der Erzählung mit einem Besen und einem Hundekopf - als Symbole für die Reinigung des Reiches und den Gehorsam gegenüber Iwan. Sie verstärkten jedoch nur Willkür und Terror sowie die Selbstbedienung des Herrschers und seiner Lakaien.

Erschreckenderweise wird diese als Warnung gedachte Erzählung über die Richtung, in die Putins Weg führen könnte, inzwischen von vielen Putin-Sympathisanten in Russland als positive Vision gesehen, die es anzustreben gilt.
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Beitrag von vuxi »

Russischer Spion @ 16 Nov 2014, 21:56 hat geschrieben: Ich nicht.
Korrigier mich wenn ich mich täusche, aber warst du nicht recht positiv eingestellt gegenüber Stalin, also einem aus den Top 5 der Schlächter im letzten Jahrhundert?
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Beitrag von TravellerMunich »

spock5407 @ 16 Nov 2014, 22:11 hat geschrieben: Vergessen wir nicht, wer seit den 90ern kräftig gen Osten seinen Militäreinfluß vorgeschoben hat. Wer will Raketenbasen immer näher heranschieben und verklärt das mit "Raketenschutzschild in Richtung Naher Osten".
Es sind einige osteuropäische Länder aus freien Stücken der NATO beigetreten, das ist korrekt. Aus Furcht vor Russland - und das war wohl die richtige Entscheidung, wie sich heute zeigt.

NATO-Basen sind dort nicht entstanden, im Gegenteil:
Die europäischen Länder haben ihre Streitkräfte seither kräftig abgebaut.
Die Bundeswehr hatte über 2.000 Kampfpanzer, heute sind es gerade noch 200.
In England und Frankreich stehen ebenfalls nicht mehr als 200 zur Verfügung.
Die USA hat inzwischen gar keine brauchbaren Bodentruppen mehr hier - früher gab es ansehnliche amerikanische Panzerverbände in Deutschland, heute 0 Panzer.

Gleichzeitig hat Russland seine Armee immer weiter aufgestockt. So gibt es alleine 22.000 Kampfpanzer - alleine 2014 sollten 1.700 neue Panzer in Dienst gestellt werden.

Dazu mal eine Bitte: Schaut Euch einfach mal auf einer Weltkarte Russland an. Meinetwegen auch auf Google Earth. Da sieht man: Russland kann gar nicht eingekreist werden, eher hat man Mitleid mit dem winzigen Europa...
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Beitrag von JeDi »

TravellerMunich @ 16 Nov 2014, 22:36 hat geschrieben: Es sind einige osteuropäische Länder aus freien Stücken der NATO beigetreten, das ist korrekt. Aus Furcht vor Russland - und das war wohl die richtige Entscheidung, wie sich heute zeigt.
Ja. Die Frage ist (u.A.), ob Russland nach Südossetien einmarschiert wäre, wenn Georgien in der Nato gewesen wäre.
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Beitrag von TravellerMunich »

JeDi @ 16 Nov 2014, 22:45 hat geschrieben: Ja. Die Frage ist (u.A.), ob Russland nach Südossetien einmarschiert wäre, wenn Georgien in der Nato gewesen wäre.
Auch Abchasien hatte ein trauriges Schicksal. Die knapp über 17% Abchasen dort haben mit tatkräftiger russischer Unterstützung die Hälfte der Bevölkerung (Georgier) vertrieben. Die Bevölkerung sank von 525.000 auf 215.000 nach der Vertreibung.

Südossetien mit real heute um die 40.000 Einwohner ist jedoch wirklich der bizarre Höhepunkt der russischen Separatistenrepubliken. Allen gemein - wie inzwischen neben Transnistrien jetzt auch Donetsk und Lugansk, ist eine Regierung aus Mafia und Geheimdienst, bei der sich ein paar Familien den Staat unter den Nagel gerissen haben. Die Bevölkerung lebt in Armut. Alles protegiert durch russische Besatzungstruppen.
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Beitrag von karhu »

Bayernlover @ 16 Nov 2014, 22:20 hat geschrieben: Der Sozialismus ist gescheitert. Er kann demokratisch nicht funktionieren. Nirgends auf der Welt hat das bisher geklappt.

Hätte man damals die DDR behalten, sähe es heute dort noch schlimmer aus und es wäre noch krasser ausgestorben. Ein Glück, dass es damals Kohl gegeben hat, der die ganze Sache beschleunigt hat.
Die DDR war noch undemokratischer als die Sowjetunion.

Noch nie wurde versucht einen demokratischen Sozialismus aufzubauen, es waren immer Ein-Partien Systeme. Ich bin der Meinung das nur ein Sozialimus funktionieren kann der demokratische Freiheiten zulässt.

Wie man sieht ist auch der Kapitalismus gescheitert, die Ukraine steht vor dem Staatsbankrot.
Auch in der EU gehts von einer Krise zur nächsten. Ich sehe da eigentlich keine Zukunft drin, man muss auch mal offen sein dafür etwas neues zu versuchen, auch ein Mix aus Kapitalismus und Sozialismus ist denkbar. Sozialismus immer als böse anzusehen, damit kommt man auch nicht weiter.
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Beitrag von Bayernlover »

karhu @ 16 Nov 2014, 22:33 hat geschrieben: Noch nie wurde versucht einen demokratischen Sozialismus aufzubauen, es waren immer Ein-Partien Systeme. Ich bin der Meinung das nur ein Sozialismus funktionieren kann der demokratische Freiheiten zulässt.
Der funktioniert bis zur nächsten Wahl. Dann wird der geheiligte Sozialismus krachend abgewählt.

Alternativ kann man natürlich auch eine Mauer drumherum bauen, auf die eigenen Landsleute schießen und 40 Jahre lang den Schnellruin herbeiführen.
Oder aber das erfolgreiche nordkoreanische Modell, das sich primär auf so nette Dinge wie Folter, mediale Abschottung und Hungersnöte stützt.
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Beitrag von TravellerMunich »

karhu @ 16 Nov 2014, 23:33 hat geschrieben: Noch nie wurde versucht einen demokratischen Sozialismus aufzubauen, es waren immer Ein-Partien Systeme.
Doch, gab es.
Nannte sich BRD/Westdeutschland.
Wenn das kein Arbeiterparadies war, dann gab es nie eines und wird nie eines geben...
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Beitrag von Balduin »

146225 @ 16 Nov 2014, 22:19 hat geschrieben: Jein. Er war ehrlich genug, nach all den Siechen vor ihm die früher oder später unvermeidliche Staatspleite der Sowjetunion zu erkennen. Und er wusste, was er nicht mehr wollte. Das auf dem Weg, den vor ihm noch kein Sowjetpolitiker gegangen ist, ein Haufen "Unbekannte" dabei waren und das Ergebnis nicht von vorne herein feststand, kann man ihm in diesem Zusammenhang erstmal nicht verübeln.
Jup, der real existierende Sozialismus im Ostblock war Ende der 80er vollkommen pleite. Daran hätte auch ein Hardliner wie Putin im Kreml zu diesem Zeitpunkt nichts mehr ändern können. Die einzige Alternative wäre gewesen wie in früheren Jahren mit Panzern auf die Zivilbevölkerung zu schiessen. Wie es die Chinesen gemacht haben. Anders als die wären die Sowjetrussen wahrscheinlich aber diesmal nicht damit durchgekommen. Denn in China war es eine rein politische Angelegenheit, wirtschaftlich ging es die Chinesen damals schon immer besser. Von daher war es dort keinen Massenbewegung wie in Osteuropa. Dort wäre die wirtschaftliche Situation nach einer ersten Niederschlagung noch katastrophaler geworden, und die Menschen entsprechend noch unzufriedener. Hinzu kamen ja auch noch in den von der UdSSR besetzten Ländern wie Polen, Tschechien, Baltikum noch die nationale Komponente: Die Bevölkerung hatte es schon lange satt von außen unterdrückt zu werden und nicht Herr im eigenen Land zu sein.

Gegärt hat es im Ostblock schon lange vorher, und hätte es auch weiterhin. Der Laden wäre Moskau so oder so früher oder später um die Ohren geflogen. Wenn sie versucht hätten das einzige dagegen einzusetzen was sie noch hatten, ihre vielen Waffen - dann wäre es im ganzen Warschauer Pakt so gekommen wie auf dem Balkan in den 90ern: Krieg aller Kleinen zusammen gegen Sowjetrussland und untereinander. Und das von Tallnin bis Erfurt und Sofia... :wacko:

Zur Rolle der DDR: Wenn sie Glück gehabt hätte wäre es ihr ähnlich wie Slowenien: Als äußerster Vorposten wäre der Konflikt in ihr vielleicht schnell zu Ende gewesen, während z.B. Polen wie Kroaten oder Bosnier einen sehr viel höheren Blutzoll hätten zahlen müssen. Dann wäre die deutsche Wiedervereinigung in etwa zum selben Zeitpunkt erfolgt. Schlimm wäre es gewesen, hätten in Ostberlin die Moskautreuen die Oberhand behalten, denn in DDR gab es auch in der Bevölkerung bei weitem die meisten überzeugten Kommunisten außerhalb der UdSSR. Dann hätte die DDR zunächst treu an der Seite des großen Bruders in Polen oder Tschechien gekämpft. Aber früher oder später wäre in der DDR genauso wie dann auch in Moskau das kommunistische Regime zusammengebrochen, auch weil so ein Konflikt innenpolitisch immer mehr belastet hätte. Sofern sie nicht irgendwann das Problem nicht atomar "gelöst" hätten.

Das sowjetrussische Imperium war zu diesem Zeitpunkt jedenfalls morsch und dem Untergang geweiht. Die einzige Alternative wäre gewesen dass in seinem Todeskampf noch den 3. Weltkrieg anzettelt um so den Rest der Welt ebenfalls mit in den Abgrund reißt.

Und Putin ist von der fixen Idee besessen nach und nach das alte Imperium wieder herzustellen. Was böse enden kann. Denn im Grunde will er den 1989 nicht geführten, da von vornherein verlorenen Krieg.
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Beitrag von karhu »

TravellerMunich @ 16 Nov 2014, 23:39 hat geschrieben: Doch, gab es.
Nannte sich BRD/Westdeutschland.
Wenn das kein Arbeiterparadies war, dann gab es nie eines und wird nie eines geben...
Dem kann ich in einigen Punkten durchaus zustimmen, denn zu dieser Zeit waren viele Großbetriebe unter staatlicher Kontrolle, die Grundversorgung der Bevölkerung war durch Staatsbetriebe ohne kapitalistische Profitgier gesichert. Doch heute muss man ja alles privatisieren und alles muss Profit machen.
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Beitrag von TravellerMunich »

karhu @ 16 Nov 2014, 23:50 hat geschrieben: Dem kann ich in einigen Punkten durchaus zustimmen, denn zu dieser Zeit waren viele Großbetriebe unter staatlicher Kontrolle, die Grundversorgung der Bevölkerung war durch Staatsbetriebe ohne kapitalistische Profitgier gesichert. Doch heute muss man ja alles privatisieren und alles muss Profit machen.
Das mit der Grundversorgung stimmt.
Damals galt selbst ein Anrufbeantworter als potenziell das Netz zerstörende Waffe (weshalb nur ein offizielles Siemensgerät für 5.000 DM offiziell von einer Spezialabteilung der Post angeschlossen werden durfte). War sehr fürsorglich von der Bundespost.

Andererseits sehe ich den Vorteil auch nicht, wenn mich jetzt 5 verschiedene Paketdienste beliefern und die Straße zuparken.
Und komischerweise konnten die Briefträger damals von ihrem Gehalt leben, ohne dass man beim Briefversand verarmte. Lokführer auch.

Zu Balduin:
100% korrekt.
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Beitrag von mmouse »

TravellerMunich @ 16 Nov 2014, 22:57 hat geschrieben:Und komischerweise konnten die Briefträger damals von ihrem Gehalt leben, ohne dass man beim Briefversand verarmte. Lokführer auch.
Daran ist nichts komisch. Wikipedia:
Deutsche Post AG
Mitarbeiter: 435.285
Im Jahr 2011 erzielte der Konzern [...] einen Gewinn (EBIT) von 2,44 Milliarden Euro
Würde man sich den Gewinn für irgendwelche Aktionäre sparen, könntest Du also jedem Mitarbeiter ungefähr EUR 5'000 im Jahr schenken.
Komisch daran ist nur, dass das Volk das mit sich machen lässt.
Ein Vier-Milliarden-Tunnel ist kein Ersatz für ein sinnvolles Nahverkehrskonzept.
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Beitrag von JeDi »

Balduin @ 16 Nov 2014, 23:45 hat geschrieben: Die einzige Alternative wäre gewesen wie in früheren Jahren mit Panzern auf die Zivilbevölkerung zu schiessen. Wie es die Chinesen gemacht haben. Anders als die wären die Sowjetrussen wahrscheinlich aber diesmal nicht damit durchgekommen. Denn in China war es eine rein politische Angelegenheit, wirtschaftlich ging es die Chinesen damals schon immer besser. Von daher war es dort keinen Massenbewegung wie in Osteuropa. Dort wäre die wirtschaftliche Situation nach einer ersten Niederschlagung noch katastrophaler geworden, und die Menschen entsprechend noch unzufriedener. Hinzu kamen ja auch noch in den von der UdSSR besetzten Ländern wie Polen, Tschechien, Baltikum noch die nationale Komponente: Die Bevölkerung hatte es schon lange satt von außen unterdrückt zu werden und nicht Herr im eigenen Land zu sein.
...vermutlich hätte sich die Geschichte nicht in die chinesische, sondern in die rumänische Richtung entwickelt. Wahrscheinlich war Gorbi hier auch eher der Realpolitiker, und litt nicht so sehr wie Caeusescu unter absolutem Realitätsverlust. Es heißt ja, der sei sehr Fassungslos gewesen, als er zum Volk gesprochen hat, was sich gegen ihn gewandt hatte...
Gegärt hat es im Ostblock schon lange vorher, und hätte es auch weiterhin. Der Laden wäre Moskau so oder so früher oder später um die Ohren geflogen. Wenn sie versucht hätten das einzige dagegen einzusetzen was sie noch hatten, ihre vielen Waffen - dann wäre es im ganzen Warschauer Pakt so gekommen wie auf dem Balkan in den 90ern: Krieg aller Kleinen zusammen gegen Sowjetrussland und untereinander. Und das von Tallnin bis Erfurt  und Sofia...  :wacko:
Nur von Erfurt bis Sofia? Gut, Jugoslawien war deutlich kleiner, aber ja auch schon mit mehr als einer Front (=> Mazedonien!) überfordert. Wenn das Baltikum, der Kaukasus, Zentralasien usw alle die Revolution ausgerufen hätten, hätte hier wohl durchaus auch die Sowjetunion langsam aber sicher an die Grenzen ihrer militärischen Möglichkeiten kommen können.
Zur Rolle der DDR: Wenn sie Glück gehabt hätte wäre es ihr ähnlich wie Slowenien: Als äußerster Vorposten wäre der Konflikt in ihr vielleicht schnell zu Ende gewesen, während z.B. Polen wie Kroaten oder Bosnier einen sehr viel höheren Blutzoll hätten zahlen müssen. Dann wäre die deutsche Wiedervereinigung in etwa zum selben Zeitpunkt erfolgt. Schlimm wäre es gewesen, hätten in Ostberlin die Moskautreuen die Oberhand behalten, denn in DDR gab es auch in der Bevölkerung bei weitem die meisten überzeugten Kommunisten außerhalb der UdSSR. Dann hätte die DDR zunächst treu an der Seite des großen Bruders in Polen oder Tschechien gekämpft. Aber früher oder später wäre in der DDR genauso wie dann auch in Moskau das kommunistische Regime zusammengebrochen, auch weil so ein Konflikt innenpolitisch immer mehr belastet hätte. Sofern sie nicht irgendwann das Problem nicht atomar "gelöst" hätten.
In Slowenien haben die Seperatisten aber eher weniger wegen der Rolle als "Vorposten", sondern wegen der relativ sauber getrennten Ethnien gewonnen. Gut, hätte die DDR auch aufweisen können.
Das sowjetrussische Imperium war zu diesem Zeitpunkt jedenfalls morsch und dem Untergang geweiht. Die einzige Alternative wäre gewesen dass in seinem Todeskampf noch den 3. Weltkrieg anzettelt um so den Rest der Welt ebenfalls mit in den Abgrund reißt.
Ich glaub jetzt eher nicht, dass es in der Lage zum Weltkrieg gereicht hätte.
Und Putin ist von der fixen Idee besessen nach und nach das alte Imperium wieder herzustellen. Was böse enden kann. Denn im Grunde will er den 1989 nicht geführten, da von vornherein verlorenen Krieg.
Wobei wir auch da wieder bei Deutschland 33 sind - die russisch-sowjetische Variante der Dolchstoßlegende ist ja, dass Gorbatschov mit seiner Politik den Zerfall der Sowjetunion noch gefördert hat. Wurde so ja auch schon öfters aus dem näheren Umfeld Putins verbreitet.
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Gorbatschow war keineswegs der Friedensfürst, als der er heute gesehen wird.
Im Baltikum und Georgien wurde anfangs mit Gewalt vorgegangen - so wurden in Tiflis 20 friedliche Demonstranten von Fallschirmjägern teils mit dem Klappspaten erschlagen, hunderte verletzt.

Erst nach dem Augustputsch 1991 akzeptierte Gorbatschow dann die Unabhängigkeit einiger Republiken - wobei er die Sowjetunion unbedingt erhalten wollte.
Nur erkannte er, die Grenzen der Gewalt angesichts eines wirtschaftlich und moralisch ausgehöhlten Landes. Im Prinzip hat Jelzin die Sowjetunion aufgelöst, gegen den Willen Gorbatschows. Gibt da schöne Filmaufnahmen, wie Jelzin Gorbatschow regelrecht zurechtweist...
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