
Bei Elektrotriebfahrzeugen in anderen Ländern sind mir verschiedentlich schon abweichende Betriebspraktiken aufgefallen, deren Hintergründe mich einmal interessieren würden - vielleicht kennt sich jemand ja damit detaillierter aus.
Zum einen: Anders als bei uns scheint offensichtlich in anderen Ländern wie z.B. Italien oder Portugal nicht so stringent die Regel zu gelten, dass, wenn auf eine Ellok ein zweites Triebfahrzeug oder ein anderes der Beschaffenheit oder Beladung nach empfindliches Fahrzeug folgt, der in Fahrtrichtung vordere SA angelegt werden soll - dies auch bei Loks, die mehr als einen Abnehmer für das fragliche Stromsystem haben, wie etwa die E483. Zwei Beispiele (Bilder von railcolor.net):
Doppel aus E483ern von Nordcargo, Foto: Alessandro Destasi
Doppel aus portugiesischen 5600ern, Foto: João Miguel Cunha
Ist dies einfach nur eine Frage dessen, wie strikt man die Betriebsbestimmungen handhaben will, oder ist beispielsweise bei anderen Schleifleistenmaterialien wie in Italien lediglich das Risiko von Funkenschlag sowie Abrieb (-> Verschmutzung) geringer als bei der Paarung Kupferdraht/Kohle in Deutschland?
Und hieran anknüpfend: Müsste die in Italien m.W. nach nach wie vor gebräuchliche Schleifleistenschmierung auf Graphitbasis nicht eher den Abrieb erhöhen? Sicherlich verbleibt die Graphitpaste ja nicht nur an Schleifleisten und Fahrdraht?
(Sollte die Frage letztlich eher in den internationalen Forumsbereich passen statt zur Bahntechnik, kann sie natürlich verschoben werden
