Tempolimit auf Straße und Schiene

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Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Cloakmaster @ 21 Oct 2019, 00:47 hat geschrieben: Junge, du bist echt krank.

Und da du ja so auf Wortspiele stehst: Der Herr Doktor sollte mal zum Doktor, und sich behandeln lassen.

eine welt-Artikel von 2013 als Quelle verwenden und damit die offizielle Statistik von 2019 anzweifeln ist nur eines der Bonbons, die du da hast fallen lassen. aber zu mehr habe ich jetzt keine Lust. Gute Nacht.
Wer glaubt, dass seit 2013 sich bei den Autobahnkilometern oder bei den Kilometern mit Beschränkung wesentlich was geändert hat, und gleichzeitig glaubt, seinen Dikussionsgegner deswegen diskreditieren zu können und dann noch meint, deswegen auch noch Recht zu haben, der ist krank!
Ganz ohne Wortspiel!
Jogi
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Beitrag von Jogi »

Danke @Entenfang & @Hot Doc für die Korrektur und Einordnung meiner vorgebrachten Autobahnkilometer-Zahl. Das kommt davon, wenn man sich auf Scheuer verlässt... :lol:
Ein Dankeschön außerdem für den Hinweis, dass bei der Zählweise auch je Richtung unterschieden werden kann. Das bei der Eisenbahn und sie hätte alleine mit Maschen eine gigantische Netzabdeckung... ;-))
Cloakmaster @ 21 Oct 2019, 00:47 hat geschrieben:eine welt-Artikel von 2013 als Quelle verwenden und damit die offizielle Statistik von 2019 anzweifeln ist nur eines der Bonbons, die du da hast fallen lassen.
Diese Statistik? Scheint dir ja wahnsinnig wichtig zu sein... *schulterzuck*
  • Eine These aufstellen und mit dem Stilmittel der Übertreibung ("99.99% der Straßen eh schon limitiert") sich ihrer Belegung entziehen wollen;
  • auf die Lücke angesprochen nach vier Minuten irgendwas mit Marginalem reinbrüllen;
  • nach gut zwei Stunden und drei Beiträge später doch nochmal darauf Bezug nehmen und meine Kritik als Übertreibung darstellen ("jogis Zahl ist also mal eben um knappe 40% übertrieben"), obwohl deine ursprüngliche Aussage auch mit der zweiten relevanten, offensichtlich nicht überprüften Zahl der beschränkten Streckenkilometer immer noch falsch ist
.
Das ist einfach mieser Diskussionsstil. Dankenswerterweise zeigst du auch in den anderen Beiträgen, wie du für die Verteidiung des Status Quo handelst.
Cloakmaster @ 21 Oct 2019, 00:47 hat geschrieben:aber zu mehr habe ich jetzt keine Lust. Gute Nacht.
Wenn du nur länger keine Lust hättest.

---

Falls noch jemand (leichten und mit fünf Kernseiten kurzen) fachlichen Input wünscht, ich bin über die BaSt-Studie "Tempolimits auf Autobahnen 2015" (PDF) gestolpert, auf die sich die zwei Drittel nicht geschwindigkeitsbeschränkter Autobahnkilometer beziehen resp. auf die sich Scheuer bezogen hat.

(Wichtigster ;)) Punkt 1, Entenfang hatte mit seiner Addition an sich recht.
Punkt 2, Scheuer hat sich noch stärker in den Zahlen verheddert. Im Jahr 2015 hatten 18.115 km Richtungsfahrbahnen (entspr. 70,4 Prozent Netzanteil) gar kein Tempolimit, 5.363 km bzw. 20,8 Prozent ein festes Tempolimit und 2.280 km/8,8 Prozent der Fahrbahnstrecken eine Verkehrsbeeinflussungsanlage. Vom letzten Punkt wiederum waren 1.608 km bzw. 6,8 Prozentpunkte mit einer dynamischen VBA ausgestattet, die bei günstigen Verkehrsbedingungen keine Begrenzung anzeigt. Insgesamt gab es 2015 25.767 Fahrbahnkilometer (Tabelle 2).
Punkt 3, zu Entenfangs Frage, woher die Abweichungen kommen: Die Differenz zwischen den heutigen ca. 26.200 und ca. 25.800 Fahrbahnkilometern von 2015 sind wohl die neu hinzu gekommene Autobahnabschnitte (wobei das nicht unbedingt alles Neubau sein muss, können auch bisherige Bundesstraßen mit entsprechendem Ausbaustandard gewesen sein).

Außerdem heißt es in der Zusammenfassung (S. 6):
Unberücksichtigt sind Arbeitsstellen. Arbeitsstellen längerer Dauer schlagen in der Summe mit einem abgeschätzten Anteil von rund 10 % am Gesamtnetz der Autobahnen zu Buche.

Mit einem Rückgang um über 1.600 km auf insgesamt ca. 6.050 km haben die Streckenabschnitte mit dauerhaft  oder temporär gültiger Geschwindigkeitsbeschränkung gegenüber dem Jahr 2009 relativ stark abgenommen.
AndiFant

Beitrag von AndiFant »

Vielleicht würden solche Autobahn Auffahrunfälle weniger oft passieren oder hätten wenigstens nicht gleich fatale Folgen -- gäbe es ein Tempolimit.
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Beitrag von Hot Doc »

AndiFant @ 21 Oct 2019, 18:25 hat geschrieben: Vielleicht würden solche Autobahn Auffahrunfälle weniger oft passieren oder hätten wenigstens nicht gleich fatale Folgen -- gäbe es ein Tempolimit.
Das passiert eben. Ich finde wir sollten der Familie des getöteten Fahrers erklären, dass der Tod ihres Jungen/Vaters/Ehermanns nur einen marginalen Unterschied macht. Einer mehr oder weniger....

(Wer ganz bitteren Sarkasmus findet, hat sein Herz noch auf dem rechten Fleck.)
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Beitrag von Entenfang »

In den Niederlanden soll bald auf Autobahnen mit wenigen Ausnahmen maximal 100 km/h gefahren werden dürfen (heute 120 bis 130). Grund hierfür ist eine Senkung der Stickoxid-Emissionen, um andere Bauprojekte wie Wohnungen umsetzen zu können. Interessant finde ich, dass sich 51% der befragten ANBW-Mitglieder (wie ADAC) (!) für die weitere Senkung auf 100 km/h ausgesprochen haben.
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Beitrag von Cloakmaster »

Hot Doc @ 21 Oct 2019, 18:37 hat geschrieben: Das passiert eben. Ich finde wir sollten der Familie des getöteten Fahrers erklären, dass der Tod ihres Jungen/Vaters/Ehermanns nur einen marginalen Unterschied macht. Einer mehr oder weniger....
Ein Ausländer hat eine Deutsche getötet. Hätten wir Deutsche unser Herz auf dem "rechten " Fleck, würden wir als mordender Lynchmob durch die Straßen ziehen, und alles nichtdeutsche jagen, vernichten, und entsorgen. So was darf einfach nicht vorkommen.

Es gibt auch einen Arzt, der seine Patientin getötet hat. Jetzt können wir den Opfern erzählen, das das statistisch nicht ins Gewicht fällt, oder alle Ärzte verbieten, um so was in Zukunft zu verhindern.

Vor 5 Tagen gab es einen tödlichen Abbiegeunfall im Stadtgebiet München. Wäre zu verhindern gewesen, wenn München autofrei wäre.
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Beitrag von Hot Doc »

Cloakmaster @ 18 Nov 2019, 09:00 hat geschrieben:
Hot Doc @ 21 Oct 2019, 18:37 hat geschrieben: Das passiert eben. Ich finde wir sollten der Familie des getöteten Fahrers erklären, dass der Tod ihres Jungen/Vaters/Ehermanns nur einen marginalen Unterschied macht. Einer mehr oder weniger....
Ein Ausländer hat eine Deutsche getötet. Hätten wir Deutsche unser Herz auf dem "rechten " Fleck, würden wir als mordender Lynchmob durch die Straßen ziehen, und alles nichtdeutsche jagen, vernichten, und entsorgen. So was darf einfach nicht vorkommen.

Es gibt auch einen Arzt, der seine Patientin getötet hat. Jetzt können wir den Opfern erzählen, das das statistisch nicht ins Gewicht fällt, oder alle Ärzte verbieten, um so was in Zukunft zu verhindern.

Vor 5 Tagen gab es einen tödlichen Abbiegeunfall im Stadtgebiet München. Wäre zu verhindern gewesen, wenn München autofrei wäre.
Und erneut gibts du ein gutes Beispiel, wie schnell eine Diskussion in Deutschland über Tempolimit nur noch emotional und überhaupt nicht mehr sachlich gefüht wird!
Ja, ich habe bewußt mit Sarkasmus reagiert, du versuchts aber meinen Sarkasmus mit völlig unpassenden Vergleichen zu kontern:

Töten ist verboten, aus gutem Grund. Ob Ausländer oder nicht würde im Autobeispiel darauf abzielen, ob das Verursachervarzeug jetzt ein BMW, ein Audi oder ein Skoda war. Das ist mir sowas vom wurscht und ändert auch nix an der ganzen Diskussion!

Der Arzt kann eine Patientin durch Unachtsamkeit oder Unwissen töten oder absichtlich. Tut er es in deinem Beispiel absichtlich entspricht das den oben genanngen Beispiel.
Würde es aus den anderen genannten Gründen passieren, kann ich dir nur sagen, dass wir da seeeehr strenge Gesetze haben, dass sowas nicht passiert, die auch ständig nachgebessert werden. Würdest du Autofahren mit Medizin vergleichen, dürften wir uns nur noch in täglich geprüften Fahrzeugen von speziell ausgebildeten Fahrern fahren lassen.

Der Abbiegeunfall wäre mit einem Abbiegeassistenten oder besserer Radwegeführung/Infrastruktur vermeidbar gewesen. Auch so eine Regelung, die VIEL zu lange braucht! Technisch längst machbar.

Zum Ende: Man wird das Risiko nicht auf Null setzen können, aber innerhalb besimmter Grenzen kann man es reduzieren. Das sollte man tun. Keiner muss 200 km/h fahren, das hat die ganze Welt kappiert! Die ganze Welt? ...nein, kein kleines Land leistet unermüdlich Wiedestand...
...nur leider haben wir keinen Zaubertrank der unverwundbar macht, sondern nur einen Scheuer als Brechmittel.


PS: Ich finde es sehr schade, dass da Entenfang ein interessanten neuen Punkt bringt, und das einzige was dir einfällt ist auf einen alten Post eine weitere Ausgabe von "ich will keine Argumente hören, ich will Gas geben" abzusondern.
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Beitrag von andreas »

du selber hast doch die Diskussion schon getötet mit deinem :
Hot Doc @ 21 Oct 2019, 18:37 hat geschrieben: Das passiert eben. Ich finde wir sollten der Familie des getöteten Fahrers erklären, dass der Tod ihres Jungen/Vaters/Ehermanns nur einen marginalen Unterschied macht. Einer mehr oder weniger....
so kann man jede Diskussion über alles veremotinalisieren und dann hat Sachlichkeit eh schon verloren.

Zudem ist es halt momentan in, gegen das Auto zu hetzen - ich bin mir sicher, beim aktuellen Fall in München wird wieder über den unverantwortlichen 'Raser', mit seinern 'Waffe' Auto diskutiert und die Tatsache, daß der unter Alkoholeinfluß stand wird fein säuberlich unter dem Tisch gekehrt, weil Alkohol noch heiliger ist als das 'Rasen'....

Wenn wir mal eine Bahninfratstruktur wie in Holland haben, dann können wir gerne Tempo 25 auf den Autobahnen einführen....
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Beitrag von Cloakmaster »

andreas @ 18 Nov 2019, 19:27 hat geschrieben: du selber hast doch die Diskussion schon getötet mit deinem :
Hot Doc @ 21 Oct 2019, 18:37 hat geschrieben: Das passiert eben. Ich finde wir sollten der Familie des getöteten Fahrers erklären, dass der Tod ihres Jungen/Vaters/Ehermanns nur einen marginalen Unterschied macht. Einer mehr oder weniger....
so kann man jede Diskussion über alles veremotinalisieren und dann hat Sachlichkeit eh schon verloren.
Gena das ist der Punkt: Wie so oft zuvor wirft Hot Doc anderen genau das vor, was er selbst zelebriert, hier eben Unsachlichkeit bis zum geht-nicht-mehr.

Man kann sich immer einen Einzelfall rauspicken, der der eigenen Agenda taugt, und wer etwas dagegen sagt, hat automatisch unrecht.


Es ist absolut nicht zu sagen, daß genau dieser Unfall verhindert worden wäre, und genau diese eine Person noch leben könnte, wenn es ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen gäbe. Genau das will er aber implizit ausdrücken. Alle anderen Verkehrs- und Unfalltoten gehen im natürlich völlig am Arsch vorbei, weil es nicht zu seiner Agenda passt.

Da wird natürlcih auch mein völlig indiffentes Fazit "Es macht im Gesamtergebnis nur einen marginalen Unterschied, ob oder ob nicht ein Tempolimit eingeführt wird" auch komplett ignoriert, und statt dessen lieber in der Vorwurfsmottenkiste gegraben.
Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Cloakmaster @ 21 Nov 2019, 10:57 hat geschrieben:Gena das ist der Punkt: Wie so oft zuvor wirft Hot Doc anderen genau das vor, was er selbst zelebriert, hier eben Unsachlichkeit bis zum geht-nicht-mehr.
Wie so oft schaffst du es nicht, deine eigene Meinung mal objektiv zu betrachten und versuchst, nachdem dir Argumente ausgehen einfach unsachlich zu werden oder persönlich. Kann ich ab, bringt aber nicht viel.

Ich bin ganz bewußt auf DEINE Formulierung des "marginalen Unterschieds" eingegangen, um klar zu machen, dass ich A) die Unterschiede eben nicht für marginal halte und B) wie zynisch eine solche Argumentation auf Betroffene wirken muss.
Dass das Stilmittel das Sarkasmus nicht von jedem verstanden wird, hätte ich bedenken müssen und vermerke mir auch, dass ein Forum offensichtlich der falsche Ort für sowas ist. Mea Culpa. An dem direkten Bezug auf deine Aussage ändert das nichts.
Man kann sich immer einen Einzelfall rauspicken, der der eigenen Agenda taugt, und wer etwas dagegen sagt, hat automatisch unrecht.
Den ersten Teil nehme ich noch als Kritik, dazu später mehr. Der zweite Teil ist einfach nur Quark. AfD-Sprech: die eigene Meinung schon als vorverurteilt hinstellen, bevor man sie geäußert hat. (Nur fürs Protokoll: ich rücke dich keinenfalls in die Nähe dieser Partei, ich zeige nur deine Diskussionstrategien auf - nicht dass du mich da erneut falsch verstehst.) Natürlich kannst du deine Meinung äußern, unrecht hast du, weil du - aus meiner Sicht - viele Fakten einfach ignorierst, nicht weil du gegen dieses eine Beispiel anredest.
Es ist absolut nicht zu sagen, daß genau dieser Unfall verhindert worden wäre, und genau diese eine Person noch leben könnte, wenn es ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen gäbe. Genau das will er aber implizit ausdrücken. Alle anderen Verkehrs- und Unfalltoten gehen im natürlich völlig am Arsch vorbei, weil es nicht zu seiner Agenda passt.
Wie kommst du auf so eine Behauptung? Es ist - wie du schon richtig gesagt hast - EIN Beispiel. Aber es ist eben eines von vielen. Ja Autobahnen sind im Vergleich sehr sichere Straßen, trotzdem passieren eben dort - WENN ein Unfall passiert - diese zu sehr großem Teil wegen oder bei sehr hohen Geschwindigkeiten und sind WENN sie durch hohe Geschwindigkeiten verursacht wurden zu einem extrem hohen Anteil tödlich.
Klar kann man da nicht von einem Einzelfall auf alle andere schließen. Aber dafür haben ich und andere ja mehrfach auf verschiedene Auswertungen verwiesen, die genau diesen Zusammenhang zeigen, dass ein Limit schwere und schwerste Unfälle maßgeblich (und eben nicht nur marginal) reduziert.

Alle anderen Verkehrstoten sind mir ebenfalls wichtig, aber hier nicht das Thema! Was du da betreibst ist absolut klassischer "Whataboutismus". Wenn einem die Argumete ausgehen, dann kann man ja immer noch darauf verweisen, dass es irgendwo anders schlecher oder zumindest genauso schlecht läuft...die bösen Flüchtlinge, die schlechten Ärzte...
Da wird natürlcih auch mein völlig indiffentes Fazit "Es macht im Gesamtergebnis nur einen marginalen Unterschied, ob oder ob nicht ein Tempolimit eingeführt wird" auch komplett ignoriert, und statt dessen lieber in der Vorwurfsmottenkiste gegraben.
Lüg dir doch nicht noch selbst in die Tasche bzw. einfach ungeniert ins Forum!
Ich habe zu deinem "marginalen Unterschied" eine klare Rechnung aufgestellt, warum das (schadstoffbezogen) kompletter Quatsch ist. Entenfang hat ebenso etwas dazu geschrieben (unfallzahlenbezogen), was ich mir zueigen gemacht habe. Darauf bist DU nicht eingegangen. Dein Fazit war am Ende meine Gesundheit anzuzweifeln, so viele Argumente hast du da auf deiner Seite!
Auch eine Möglichkeit sich einer schlüssigen Argumentation zu entziehen... :blink:

PS: Dass du deine Aussage so realistisch und selbstkritisch als "indifferent" (ich denke mal so sollte es heißen) einschätzt, hat mich dann doch gewundert. Passt es doch so gar nicht zum rechtlichen Beitrag. (Duden: indifferent = "gleichgültig, ohne Teilnahme, ohne Interesse")
AndiFant

Beitrag von AndiFant »

Die CSU versucht, sich deutlich gegen ein Tempolimit 130km/h auf Autobahnen zu positionieren und erntet Zustimmung bei Unterzeichnern der Kampagne sowie Kritik der Konkurrenz. Darüber schreibt die Süddeutsche. Hier auch die CSU Webseite dazu.

Ich frage mich, ob deren Argumentation überhaupt logisch ist.
1. Wenn Tempo 130 zu wenig CO2 Reduktion bringt, spricht das nicht gegen ein allgemeines Limit per se, sondern besagt nur, dass selbst Tempo 130 zu viel ist.
2. Wenn Landstraßen und innerstädtische Straßen gefährlicher sind als Auttobahnen, spricht das eher für eine zusätzliche Herabsetzung des Tempolimits auf diesen Straßen als gegen ein Tempolimit auf Autobahnen.

Nur so, wenn man veraucht logisch zu denken statt in populistischer Manier Sachverhalte gegeneinander auszuspielen, die streng logisch nicht miteinander verknüpft sind.
mapic
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Beitrag von mapic »

Ja, da hat man einfach die gängigsten Stammtischparolen kurz und knackig zusammengefasst. Die "Argumente" sind ja wahrscheinlich alle durchaus richtig, nur stellen sie absolut keinen Grund gegen ein Tempolimit dar, sondern gehen eigentlich größtenteils völlig am Thema vorbei.


"Die Zahl der Verkehrstoten ist in Ländern mit Tempolimit zum Teil drastisch höher als in Deutschland."
-> Und deshalb wäre es schlecht, wenn sie in Deutschland noch niedriger wären?

"Unser Problem sind die Straßen, auf denen bereits Tempolimits gelten. Auf Bundes-, Landes- und Kommunalstraßen liegen die eigentlichen Herausforderungen der Verkehrssicherheit."
-> Dann sollte man sich wohl um die Sicherheit der Landstraßen kümmern. Was hat das nun mit den Autobahnen zu tun?

"Der Umwelteffekt eines Tempolimits ist sehr gering. Mit einem generellen Tempolimit von 130 km/h könnten lediglich 0,6 % der CO2-Emissionen des Verkehrssektors eingespart werden. Es gibt heute also wesentlich effizientere Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr."
-> Das schöne am Tempolimit ist, dass man für diese Einsparung aber so gut wie nichts investieren muss, außer einer kleinen Gesetzesänderung. Für sich betrachtet wäre die Maßnahme also sogar sehr effizient.
Cloakmaster
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Beitrag von Cloakmaster »

Rein von der Logik her verbraucht ein Favrzeug, daß gar nicht erst bewegt wird nicht nur am wenigsten CO2, es verursacht zudem auch keine Unfälle.

Logische Folgerung: komplettes Verbot jeglichen Verkehrs.
AndiFant

Beitrag von AndiFant »

Nee, jedes Fahrzeug, das erst gar nicht gebaut eird... ;)
AndiFant

Beitrag von AndiFant »

Ich meine nur, jeder kann dafür oder dagegen sein -- wie er will. Nur nicht so dumm argumentieren wie diese Partei es versucht.
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

mapic @ 3 Feb 2020, 08:15 hat geschrieben: "Der Umwelteffekt eines Tempolimits ist sehr gering. Mit einem generellen Tempolimit von 130 km/h könnten lediglich 0,6 % der CO2-Emissionen des Verkehrssektors eingespart werden. Es gibt heute also wesentlich effizientere Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr."
-> Das schöne am Tempolimit ist, dass man für diese Einsparung aber so gut wie nichts investieren muss, außer einer kleinen Gesetzesänderung. Für sich betrachtet wäre die Maßnahme also sogar sehr effizient.
Der eigentliche Effekt des Tempolimits hier wäre die Tatsache, dass bei einem Tempolimit von 130km/h eigentlich kein Grund mehr besteht, etwas anderes als die kleinstmögliche Motorvariante zu kaufen. Da insbesondere die deutsche Autoindustrie aber hier eine größere Wertschöpfung hat, eiern halt alle rum. Rote und grüne (Kretschmann als Godfather der Stuttgarter Autobauer) wollen das nicht als zugkräftiges Argument bringen und die Schwarzen wollen nicht zugeben, dass ihnen die Protektion der deutschen Autobauer wichtiger ist als Klima und Unfalltote.
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Beitrag von Bayernlover »

Ich bin nach vielen Jahren relativ freiem Fahrens dazu übergegangen, neuerdings mit maximal 140 km/h (realistisches Tempo bei einem 130er-Limit) unterwegs zu sein. Ich empfinde das als deutlich entspannter und der Zeitverlust ist quasi nicht messbar.

Ein gutes Beispiel ist die A13 zwischen Berlin und Spreewald, die war immer total anstrengend. Dort hat man am Jahresanfang 130 und ein LKW-Überholverbot eingeführt, seitdem ist das die entspannteste Autobahn der Welt. Anfangs war ich auch dagegen, aber nachdem ich dieses Jahr schon zweimal hoch musste, hat ein Umdenken eingesetzt.

Negativbeispiel ist die A14 zwischen Leipzig und Nossen, größtenteils offen und ständig ziehen LKW raus oder man wird mit 160+ noch von hinten bedrängt.

Beim Spritverbrauch bin ich bei 0,5-0,8 Liter weniger (2019er 520d Touring), das ist gar nicht so wenig. Auch, wenn mir der Verbrauch egal sein kann, freue ich mich über die erhöhte Reichweite :) werde das noch ein bisschen testen!
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Beitrag von Iarn »

Bayernlover @ 3 Feb 2020, 09:36 hat geschrieben: Ich bin nach vielen Jahren relativ freiem Fahrens dazu übergegangen, neuerdings mit maximal 140 km/h (realistisches Tempo bei einem 130er-Limit) unterwegs zu sein. Ich empfinde das als deutlich entspannter und der Zeitverlust ist quasi nicht messbar.

Ein gutes Beispiel ist die A13 zwischen Berlin und Spreewald, die war immer total anstrengend. Dort hat man am Jahresanfang 130 und ein LKW-Überholverbot eingeführt, seitdem ist das die entspannteste Autobahn der Welt. Anfangs war ich auch dagegen, aber nachdem ich dieses Jahr schon zweimal hoch musste, hat ein Umdenken eingesetzt.

Negativbeispiel ist die A14 zwischen Leipzig und Nossen, größtenteils offen und ständig ziehen LKW raus oder man wird mit 160+ noch von hinten bedrängt.

Beim Spritverbrauch bin ich bei 0,5-0,8 Liter weniger (2019er 520d Touring), das ist gar nicht so wenig. Auch, wenn mir der Verbrauch egal sein kann, freue ich mich über die erhöhte Reichweite :) werde das noch ein bisschen testen!
Mir geht es da ähnlich wie Dir, wobei man auf bayrischen Autobahnen auch bei 180 km/h von hinten aufgeblendet wirst. Irgendwann habe ich festgestellt dass ich mir in die Tasche lüge wenn ich sage, links ist stressfrei.

Wobei ich generell fahren auf deutschen Autobahnen als sehr stressig empfinde. Insofern wäre ich allein aus dem Grund weniger Stress für ein (moderates) Tempolimit.
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Beitrag von Jean »

Es könnte dann auch dieses ganze Schilderwald etwas reduziert werden. Ob es den Schilderproduzenten gefällt steht noch auf ein anderes Blatt...
Danke für das Forum

Für den ÖPNV Ausbau Gegen Experimente und Träuereien. Eine Trambahn braucht einen eigenen Fahrweg, unabhängig vom MIV!
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Beitrag von bestia_negra »

Iarn @ 3 Feb 2020, 09:33 hat geschrieben:
mapic @ 3 Feb 2020, 08:15 hat geschrieben: "Der Umwelteffekt eines Tempolimits ist sehr gering. Mit einem generellen Tempolimit von 130 km/h könnten lediglich 0,6 % der CO2-Emissionen des Verkehrssektors eingespart werden. Es gibt heute also wesentlich effizientere Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr."
-> Das schöne am Tempolimit ist, dass man für diese Einsparung aber so gut wie nichts investieren muss, außer einer kleinen Gesetzesänderung. Für sich betrachtet wäre die Maßnahme also sogar sehr effizient.
Der eigentliche Effekt des Tempolimits hier wäre die Tatsache, dass bei einem Tempolimit von 130km/h eigentlich kein Grund mehr besteht, etwas anderes als die kleinstmögliche Motorvariante zu kaufen. Da insbesondere die deutsche Autoindustrie aber hier eine größere Wertschöpfung hat, eiern halt alle rum. Rote und grüne (Kretschmann als Godfather der Stuttgarter Autobauer) wollen das nicht als zugkräftiges Argument bringen und die Schwarzen wollen nicht zugeben, dass ihnen die Protektion der deutschen Autobauer wichtiger ist als Klima und Unfalltote.
So könnte man argumentieren, aber ich glaube, dass das für viele Autokäufer gar nicht das entscheidende Argument ist.

Ich kenne Leute, die Autos mit 250 PS und mehr fahren, aber auf der Autobahn maximal 140 fahren.

Genauso kenne ich Leute, die schwächer motorisierte Autos haben und diese dann an der Autobahn bis ans Limit treiben und 180-190 fahren.


Beim Autokauf ist selten die Vernunft alleine entscheidend.
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Beitrag von mapic »

Iarn @ 3 Feb 2020, 09:33 hat geschrieben: Der eigentliche Effekt des Tempolimits hier wäre die Tatsache, dass bei einem Tempolimit von 130km/h eigentlich kein Grund mehr besteht, etwas anderes als die kleinstmögliche Motorvariante zu kaufen.
Das ist vernünftig betrachtet durchaus richtig. Ich bezweifle aber sehr, dass das in der Realität wirklich so passieren würde. Verkaufen sich denn die großen Motorvarianten im Ausland nennenswert schlechter als in Deutschland?

Es gibt ja auch für die wenigsten Leute einen vernünftigen Grund, ausgerechnet ein SUV zu kaufen. Im Gegenteil, das verursacht ja sogar höhere Anschaffungs- und Betriebskosten. Trotzdem werden die immer mehr gekauft.
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Beitrag von Entenfang »

mapic @ 3 Feb 2020, 08:15 hat geschrieben: "Der Umwelteffekt eines Tempolimits ist sehr gering. Mit einem generellen Tempolimit von 130 km/h könnten lediglich 0,6 % der CO2-Emissionen des Verkehrssektors eingespart werden. Es gibt heute also wesentlich effizientere Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr."
-> Das schöne am Tempolimit ist, dass man für diese Einsparung aber so gut wie nichts investieren muss, außer einer kleinen Gesetzesänderung. Für sich betrachtet wäre die Maßnahme also sogar sehr effizient.
Vor allem ist das mal wieder mit Prozent-Beschiss. Bezieht man es auf sämtliche Emissionen des Verkehrs, ist es natürlich lächerlich wenig. Bezieht man es auf den CO2-Ausstoß der gesamten Welt, lassen sich damit nur 0,000000001% einsparen. Aber das sagt ja jeder, der von irgendeiner Einschränkung betroffen ist. "Warum ausgerechnet bei mir? Das bringt doch nur 0,x%! Und überhaupt, die Chinesen machen ja auch nichts." Tatsache ist, wir müssen in allen Bereichen CO2 einsparen. Und x mal 0,6% ist halt auch schon was.
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- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Beitrag von Hot Doc »

mapic @ 3 Feb 2020, 12:16 hat geschrieben: Das ist vernünftig betrachtet durchaus richtig. Ich bezweifle aber sehr, dass das in der Realität wirklich so passieren würde. Verkaufen sich denn die großen Motorvarianten im Ausland nennenswert schlechter als in Deutschland?
Klare Antwort: ja.
Es gibt ja auch für die wenigsten Leute einen vernünftigen Grund, ausgerechnet ein SUV zu kaufen. Im Gegenteil, das verursacht ja sogar höhere Anschaffungs- und Betriebskosten. Trotzdem werden die immer mehr gekauft.
Interessanter Einwand, aber tatsächlich einer der durchaus (auch) mir einem Tempolimit zu tun hat. Der Hauptgrund für ein SUV ist laut mehreren Studien die (gefühlte oder tatsächliche) Sicherheit in so einem Auto. Es ist aber auch so, dass sich viele Menschen eben genau durch die extremen Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen unsicher fühlen (obwohl sie dafür im Vergleich ziemlich sicher sind). Es wäre also nicht unwarscheinlich, dass sich der Absatz von SUVs nach der Einführung eines Tempolimits tatsächlich etwas abschwächen würde.
Ich hatte als Student einen Lupo und danach einen Skoda Fabia. Aktuell fahre ich zwar eher selten Auto, habe aber einen VW-Bus mit Schlafdach für den Urlaub. Der Unteschied vom Sicherheitsgefühl ist schon extrem. Wenn ich mit dem Lupo mal 160 gefahren bin und ein SUV kam von hinten und wollte mich von der Spur pusten, ist mir jedesmal die Düse gegangen. Mit dem Skoda war das ähnlich. Jetzt mit dem Bus ist mir das sch...egal. Das regt mich dann zwar trotzdem auf, weil ich nicht verstehen kann, wie man so rücksichtslos sein kann, aber wirklich Angst habe ich nich mehr.
Jetzt bin ich ein schlechtes Beispiel, da ich den Bus aus ganz anderen Gründen gekauft habe, aber das Gefühl hinter meinem vorigen Argument kann ich sehr gut nachvollziehen.

Es besteht überhaupt kein Zweifel, dass homogenisiertere und langsamere Geschwindigkeiten für weniger Gefahrsituationen und weniger Unfälle sorgen. Abgesehen davon, dass dadurch wiederum CO2 gespart wird (was in den 0,6% noch nicht berechnet ist - mit allen Faktoren kommen diverse Studien auf 1-2% oder mehr) steigert es auch das Sicherheitsgefühl, was sich natürlich auch auf Entscheidungen beim Fahrzeugkauf auswirkt. Dann wird es eben doch der Kombi, der besser in die Garage passt und trotzdem mehr Stauraum hat, als das SUV mit einem cw-Wert wie eine IKEA-Schrankwand.
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Beitrag von Bayernlover »

Hot Doc @ 3 Feb 2020, 11:43 hat geschrieben: Klare Antwort: ja.
Da hat es eher steuerliche Gründe. In den USA, Golfstaaten, Kanada etc. herrschen strenge Limits, trotzdem fahren dort die größten Motoren herum.
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Beitrag von Cloakmaster »

Ich würde die erwartete / erhoffte Einsparung in Gewicht (x Tonnen Co2 Reduziert) angeben. Die kann man nicht so leicht bagatellisieren. Da kommt man dann nur noch um die Ecke, daß es ja immer mehr E Fahrzeuge werden, die gar kein CO2 verbrauchen...

Oder noch einfacher klipp und klar sagen, daß das Tempolimit ein politisches Signal ist, daß man setzen möchte, egal wie viel oder wenig CO2 damit gespart wird, und egal, wie viel oder wenig Unfälle damit verhindert werden.
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Beitrag von Bayernlover »

Es gibt durchaus auch Fakten, die für ein Limit sprechen:

https://www.geo.de/wissen/20839-rtkl-vergle...e-drastisch-ein
Für mehr Administration. Gegen Sittenverfall. Für den Ausschluss nerviger Weiber.
Cloakmaster
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Beitrag von Cloakmaster »

Und wie die Studie selbst sagt, ist ein allgemeiner Rückgang von Unfällen auf sämtlichen Straßen Brandenburgs zu verzeichnen gewesen. Wenn es ALLEIN am Tempolimit läge, hätten die Zahlen dort, wo nichts geändet wurde, gleich bleiben müssen. Und dann kann man noch am Ausbauzustand rum mäkeln, an den Kurven radien, und sage, ja ,aber es gibt auch Autobahnen mit wengier Kuren, mit mehr Spuren, und dort ist es so sicher, daß es kein Limit braucht etc, pp.
Man kann also drum rum diskutieren und relativieren - und meiner Ansicht nach auch nicht völlig zu unrecht. Verschiedene Autoclubs haben ihre ganz eigenen Studien veröffentlicht, die keine nennenswerte Steigerung der Sicherheit erkennen lassen. Da kann man dann auch wieder argunmtieren, und lavieren, und diese Studien anzweifeln etc, pp.

Wenn man sagt: Wir wollen es als Signal der Veränderung, punkt, dann spart man sich das ganze hin und her um Prozente und Effekte oder Nicht-Effekte.
Immerhin hat bekanntlich selbst der ADAC seine Blockadehaltung contra 130 aufgegeben, auch wenn man dort noch immer überzeugt ist, daß davon kein bedeutender Sicherheitsgewinn zu erwarten ist.
Bayernlover
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Beitrag von Bayernlover »

Wir wollen schon mal bei den Fakten bleiben. Der Effekt des allgemeinen Rückgangs wurde auf jeden Fall berücksichtigt:
„Der Rückgang der Unfall- und Verunglücktenzahlen kann nicht vollständig auf die Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung zurückgeführt werden. In den letzten Jahren ist im Land Brandenburg ein allgemeiner Rückgang der Unfallzahlen auf Autobahnen zu verzeichnen gewesen.“ Rechnet man diesen Faktor mittels Kontrollgruppen heraus, bleibe laut Studie aber immer noch eine Verminderung der sogenannten Unfallkostenrate (Schäden und Verletzungen etc., in Kosten umgerechnet) um 26,5 Prozent.
Für mehr Administration. Gegen Sittenverfall. Für den Ausschluss nerviger Weiber.
Cloakmaster
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Beitrag von Cloakmaster »

trotzdem bleibt es angreifbar. Das Limit wurde ja eingeführt wegen der Unfälle - bei Unfallschwerpunkten ist ein Limit ja akzeptiert, aber das kann man doch nicht auf die Allgemeinheit übertragen es gibt da und dort Abschnitte ohne Limit und ohne Unfälle, etc, pp.

Und darum würde ich damit einfach SChluß machen. Es ist politscher Konsens, die Mehrheit will ein Limit, und damit ist gut. Fertig.
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spock5407
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Beitrag von spock5407 »

Als Hintergrund der Aktion vermute ich mal drei Gründe.

1) Populismus sowie "Hamma noch nie so gemacht"
Ich kenn jetzt keine Statistiken, aber ich vermute auch dass die CSU ferner Bayern als Flächenland mit relativ weiten Strecken keine Fahrzeitverlängerungen verkaufen/mittragen will.

2) Druck der Autolobby, da die Absatzmärkte für hochgezüchtete schnelle Fahrzeuge zu einem Teil wegfallen dürfte.
Die haben schlicht Angst vor ihren Umsätzen und Margen.
Derweil könnte man mit einem vernünftigen Limit der E-Mobilität bessere Bedingungen schaffen. Will man möglicherweise nicht, weil die Wertschöpfung niedriger als bei den Verbrennern.

3) Nachdem man mit der Maut so eingegangen ist, die CSU schlicht ein neues ablenkendes Thema will.
Stadtbahn für Regensburg , offizielle Projektseite der Stadt Regensburg
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