[DD] Waldschlösschenbrücke

Alles über Stadtverkehr, was woanders nicht passt, wie z.B. Verkehrsverbünde
Bayernlover
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Beitrag von Bayernlover »

Fichtenmoped @ 29 Aug 2013, 09:06 hat geschrieben: Was mir aber gerade bei Google Maps aufgefallen ist - fast die gesamte Fetscherstraße geht in beiden Linien nur sehr zäh vorran, und auf der Staufenbergallee ist ebenfalls dicke Luft... Hängt wohl mir der Waldschlößchenbrücke zusammen, denn hier werden definitiv Verkehrsströme umgeleitet.
Das war von Anfang an klar - nur ignoriert man solche Tatsachen in Dresden gern. Was das für den Querverkehr auf der Borsberg- und der Blasewitzer Straße bedeutet, können wir uns ja alle denken. Ich sehe dort keine Lösung, denn hier treffen circa gleich große Verkehrsströme aufeinander.

Habe ich vor drei Jahren in meinem Eröffnungsbeitrag aber schon geschrieben ;)
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Ionenweaper
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Beitrag von Ionenweaper »

Naja auf der Altstädter Seite verteilt es sich aber relativ schnell. Da ist das Uniklinikum, das Käthe-Kollwitz-Ufer, und eben auch recht dichte Bebauung in alle Richtungen. Das ist negativ um da ne große Straße reinzulegen, aber dadurch gibts halt Quellverkehr aus allen möglichen Ecken.

Die Fetscherstr. ist allerdings nur bis Fiedlerstr. ausgebaut, zumindest bis inkl. der Kreuzung Blasewitzer Str. wäre ein Ausbau noch nötig. Die Borsbergstr. (die nächste große Ost-West-Straße südlich davon) ist auch grade Großbaustelle, entlastet den Verkehr auch nicht wirklich.


Und da wir hier in einem ÖPNV-Forum sind: Was ebenfalls noch fehlt, ist der Ausbau der Augsburger Str. zwischen Blasewitzer Str. und Tittmannstr. und der Ausbau letzterer. Da soll nämlich der Waldschlösschenbus eigentlich langfahren, nachdem er durchs Uniklinikum durch ist - und damit nicht über den Stau der Fetscherstr. Wenn der Ausbau fertig ist, wollen die DVB dann auch den 10-Minuten-Takt deutlich nach Süden verlängern.
Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Insane Aimo XIII @ 28 Aug 2013, 11:07 hat geschrieben: Ähm, wo ist die Brücke ein "riesiges Monstrum"?
Sie ist schlicht und "leicht", sowie unauffällige gehalten, und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. In jedem Blickwinkel stört die Brücke nicht einmal ansatzweise.
Gut das Geschmäcker und Einschätzungen unterschiedlich sind. Es gab durchaus Entwürfe die "leicht" waren, der jetzt verwirklichte gehört nicht dazu. Und von harmonisch kann ich da garnichts erkennen. Aber gut.
Nicht zur vergessen ist, dass die UNESCO <u>ohne</u> Nachbesserung des Brückenentwurfes die Kulturerbe aberkannt hat.
Ganz zufälligerweise wechselte in diesem Zeitraum auch eine recht angesehene Gegnerin in des UNESCO-Gremium...
Jetzt wirds interessanter, weil hier wirds jetzt nachprüfbar und falsch. Ein Nachbesserung der Brücke wurde von Stadt und Land konsequent und vehement abgelehnt. Die UNESCO hat immer gesagt, dass nicht der Bau einer Brücke entscheidend ist, sonder das WIE.
Auch sollte nicht vergessen werden, dass die Brücke ALLEN Anforderungen der UNESCO für ein Kulturerbe-Titel erfüllt/ erfüllen würde.
Tut sie nicht. Auch das ist unendlich einfach nachzuprüfen.
Aber wer brauch schon so einen doofen Titel, Dresden ist so schön, dass spricht für sich selbst ;)
Wie schon geschrieben: Dresden hatte nie wirklich einen Titel, sondern das Elbtal von weiter östlich bis nach Dresden. Hier hätte es einige Städte und Dörfer gegeben, die von so einem Titel durchaus stark profitiert hätten. Dresden selber hätte sicher auch was davon gehabt, aber zugegeben auch so einiges zu bieten.
Den Welterbetitel aber einfach als doof abzutun spricht Bände der Ignoranz und zeigt einiges über die Geisteshaltung des Schreibers.
Ob das blaue Wunder renoviert wird oder nicht, dass zeigt sich in den nächsten Jahren.
Desweiteren sollte man nicht vergessen, dass die Augustusbrücke auch kurz vor der Sperrung ist.
Richtig! Jeder der halbwegs bei Trost ist und ein wenig aufs Geld schaut, hätte die sowieso in näherer Zukunft fälligen (Blaues Wunder) oder schon lange nötigen (Augustusbrücke) Renovierungen erst einmal ordentlich durchgeführt und geschaut, wie sich das auf den Verkehr auswirkt. Das ganze kombiniert mit der modernen vernetzen Ampelanlage auf beiden Seiten der Brücke und neuer sinnvollerer Verkehrsführung hätte locker gereicht um die fast schon mutwillig provozierten Staus aufzulösen. Aber dann hätte man ja kein Argument mehr für die WSB gehabt....das wäre ja doof gewesen.
firefly
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Beitrag von firefly »

Hot Doc @ 29 Aug 2013, 12:56 hat geschrieben: Den Welterbetitel aber einfach als doof abzutun spricht Bände der Ignoranz und zeigt einiges über die Geisteshaltung des Schreibers.
Die Ignoranz liegt gänzlich auf Seiten der Unesco. Sie hat sich von Brückengegner instrumentalisieren lassen und den Titel wegen einer Brücke aberkannt, deren Bau ihr bei der Vergabe bereits bekannt war. Darüber hinaus spricht es Bände, dass keiner aus dem Unesco Gremium sich das Elbtal und Dresden aus der Nähe angesehen und man statt dessen die Entscheidung aus der Ferne in Wellington oder Sevilla getroffen hat.
Bayernlover
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Beitrag von Bayernlover »

Schöner Text dazu: *klick*
Für mehr Administration. Gegen Sittenverfall. Für den Ausschluss nerviger Weiber.
DonFabiano
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Beitrag von DonFabiano »

Bayernlover @ 29 Aug 2013, 18:59 hat geschrieben: Schöner Text dazu: *klick*
Grandioser Text sogar. Danke dafür!
Kann man sicher als Allgemeinplätzchen auch für einige andere Diskussionen dieser Kategorie anwenden :ph34r: ;)
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Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Ganz grandioder Text!
Polemisch bis dorthinaus, kaum Inhalt, wenn dann zu mindestens 50% nachweisbar falsch.
Im Endeffekt, basiert die Aussage des Schreibers darauf, dass die Argumente der Gegner deshalb schlecht seien, weil sie sich aus seiner Sicht so häufig geändert haben und deshalb nur aus der Not geboren sein können. Dass ALLE von ihm aufgeführten Argumente seit langem parallel existierten scheint ihm nicht aufgefallen zu sein. Dass mal die eine und mal die andere Sau von der Presse durch das Dorf getrieben wird und man dann selbstverständlich diese tagesaktuelle Argumentation als Gegner in den Vordergrund stellt ist doch klar.
Ebenso klar ist auch, dass die Gegner keineswegs eine homogene Masse sind und waren, die alle aus dem selben Grund gegen die Brücke waren. So gab es von Anfang an Befürworter eines Tunnels, die zwar eine Straße an dieser Stelle wollten aber eben keine Brücke. Es gab die Menschen die die Querung als nicht notwendig und als einen verkehrspolitischen Felher betrachen und daher gegen den Bau sind. Es gab die Menschen, denen Flora und Fauna an dieser Stelle am Herzen lagen..... Alle diese Gruppierungen existierten nebeneinander und haben nebeneinander ihre Argumente vorgebracht. So erstaunt nicht, dass die unterschiedlichen Gruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten medial im Vordergrund standen, wenn eben ihr Problem öffentlich diskutiert wurde.

Ich gehöre zu den Gegnern aus verkehrstechnischer Seite mit einem kleinen Einschlag in Natur- und Ensambleschutz (wobei ich bei einem aus meiner Sicht sinnlosen Projekt dort die Grenzen natürlich deutlich enger ziehe, als wenn ich einen Nutzen sehen würde).
Und auch hier macht euer Schreiber einen großen Fehler: Er meint ein Lückenschluss im Netz würde den Verkehr nur unwesentlich steigern (schlimmer wäre da eine neue Straße zwischen zwei Orten). Ausbauten und gerade Lückenschlüsse und besonders im städtischen Gebiet rufen teilweise enorme Steigerungen der Verkehrszahlen hervor.
Und so agiert er bei fast allen anderen Themen: eine kleine falsche oder leicht verdrehte Behauptung sehr gekonnt in wohlformulierten Text eingebettet - eine nette Argumentationskette drangehängt und schon klingt das ganze sehr überzeugend.
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