Planspiele Verkehrsnetz München

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M1nga
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Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von M1nga »

Hallo zusammen!

Ich verfolge dieses Forum schon etwas länger und interessiere mich wie die meisten hier für das Münchner Netz, von daher habe ich mich beschlossen, mich zu registrieren und meinen Beitrag dazu machen zu können! :P
Da ich leider nicht wirklich ein passendes bestehendes Thema gefunden habe, der Planspiele von S-Bahn und U-Bahn zusammenhängend betrachtet, habe ich mich dazu entschlossen, hier ein neues zu eröffnen und vielleicht können wir hier viel Freude und Fantasie erleben! :D
Ich habe mich letztens SVG-Programme für mich entdeckt und dachte mir, es gäbe keinen besseren Weg fürs einarbeiten als ein fantasievolles Netz zu erstellen. Da es mein 1. Netz jemals war, sind vielleicht noch ein paar Unebenheiten in der Zeichnung sichtbar, aber ich hab mein bestes gegeben!

Dieses Netz besteht im Grunde aus 3 verschiedenen Schienenverkehre. Diese teilen sich auf U-Bahn, S-Bahn und die geplante Express-S-Bahn (in meinen Fall X-Bahn genannt) auf.
Wenn man als Stadt ein leistungsfähiges Netz aus verschiedenen Verkehrsmitteln erschaffen will, muss man von Anfang an alle Mittel als ein ganzes System betrachten, um Synergien und Effekte zu maximieren. Deswegen auch ein Plannetz mit allen 3 Verkehrsmittel. Hier anbei mal das Netz (falls es nicht geht, als Link: https://imgur.com/KMjMrYL)

Bild


Mein Plan beruht darauf, das heutige Monozentrisches Netz zu entlasten und die Kapazitäten zu erhöhen. Natürlich sind damit sehr viele Ausbau- und Neubauprojekte notwendig, aber das ist natürlich ein Projekt über einen langen Zeitraum. Es sind zum Teil reale Projekte (wie z.b. SEM Nordost - in meinen Fall für die Verkehrsanbindung die Variante C der Stadt München - oder auch SEM Nordost mit den geplanten Ausbau der U4, Viergleisiger Ausbau der Bahnstrecke und vieles mehr), aber auch Ideenspiele dabei (wie die Entflechtung der U-Bahnstammstrecke 3, die in meinen Augen in längerfristiger Zeit nicht wirtschaftlich durchsetzbar wäre, oder gar längere neue S-Bahn-Strecken)

Ich hoffe, die Bilddatei ist gut leserlich, ansonsten könnte man das Bild auch in einen neuen Tab anzeigen lassen :)

Ich würde die genauen Details zum Betriebablauf meines geplanten Netzes bzw die Gedanken zu den einzelnen Linien die nächsten Tage gerne teilen, aber erstmal würde ich den Mitlesern die Gelegenheit geben, dieses zum Anfang sehr dicht und chaotisch aussehendes Netz zu verarbeiten!

Als Grundsatz kann ich aber mitgeben:
Die meisten S-Bahnlinien verkehren grundsätzlich in einen 15 min Takt (Ausnahmen S1, S5, S11, S12, S13 und S17 -> 30min Takt)
Die Express-S-Bahnen bzw. X-Bahn verkehren grundsätzlich einen 30 min Takt

Das führt dazu, dass sowohl die 1. als auch 2. S-Bahnstammstrecken 20 Züge die Stunde sehen, und der Ring sowohl auf den Süd- und Nordteil 8 Züge die Stunde.

Viel spaß beim erkunden der Karte und einen schönen Abend noch! :lol:
M1nga
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von M1nga »

Hallo,

Heute möchte ich in meiner Reihe mal genauer auf den U-Bahnverkehr von meinen Planspielen eingehen. Da es hier auf den Forum einen ähnlichen Thread gibt, weiß ich nicht, ob ich es dort auch nochmal explizit reinschicken soll, oder ob dieser Thread hier reicht! :D

Um meine Planspiele besser veranschaulichen zu können, habe ich dafür extra ein eigenen Netzplan angefertigt, mit ein paar kleinen nice-to-have Details. Da es letztes mal nicht mit einen Bild-Emblem funktioniert hat, schicke ich diesesmal nur den Link rein:
https://imgur.com/a/4KMeLys


Wo fange ich denn an... :lol:

Ich denke, der erste logische Schritt wäre es, auf die heutigen U-Bahnstammstrecken Bezug zu nehmen.

Da wäre der große Game-Changer die Durchführung vom U9 Projekt mit Einbindung der U2-Verbindung zur Theresienstraße. Der nächste Schritt wäre es, die U2 dann südlich von den neuen Bahnsteig am Hauptbahnhof eine eigene Innenstadtröhre zu geben, in meinen Fall mit einer Führung über Goetheplatz - Baldeplatz - Kolumbusplatz (neu, unter der Humboldtstraße).
Damit hätte man dann die Stammstrecken 1 und 2 entflechtet! :D

Einzig bei der Stammstrecke 3 habe ich so meine Zweifel, aber ich denke eine neue Führung der U4 (neuer Bahnsteig unter der U5 am Max-Weber-Platz) über die östliche Altstadt und parallel der Isar entlang und dann als tangentiale Linie im Westen der Stadt könnte einen großen Zweck erfüllen.


Mit den Fokus der Entflechtungen kam dann die Frage auf, was mit den Bahnhof Königsplatz passieren soll, wenn die U2 schon vorher auf eine neue Trasse geführt wird. Da kam mir dann ursprünglich eine Pendellinie Theresienstraße - Königsplatz - Hbf (U2-alt) in den Sinn, wie sie z.b. in London (Waterloo and City Line) oder in Madrid mit der R-Linie ähnlich vorhanden wäre.
Wenn man aber im Zuge des Umbau der Theresienstraße die Option betrachtet, südlich eine Weiche einzubauen, dann wäre auf den Abschnitt ein höherer Takt oder gar normaler Zugbetrieb in die Innenstadt möglich (das wäre die ideale und im Plan aufgezeigte Lösung).


Danach kam bei mir dann der Fokus an den einzelnen Außenstrecken, wie man diese noch sinnvoll weiter Verlängern könnte:

U1:
Nord - Es wird gerade schon im Zuge des SEM Nord (Feldmoching) mehrere Varianten geprüft und mir hat die Variante C am meisten gefallen, mit dieser Führung wird eine Trassenvariante nach Norden freigehalten.
Süd - Es wird öfters gefordert, den Fasanengarten besser anzubinden. Öfters spricht sich rum, dass der Knick zum Mangfallplatz vielleicht eine ungünstige Planung war. Deswegen wird bei mir der St.-Quirin-Platz zu einen neuen Verzweigungsbahnhof (der neue Bahnsteig kann in der Grünfläche errichtet werden) und eine neue Führung gen Osten mit möglicher guter Nachfrage erstellt. So können neue Umsteigeverbindungen (S-Bahn und U5) hergestellt werden und neue Gebiete angebunden werden. Dazu gibt es eine Verbindungskurve (in den Plänen sind diese Schwarz eingezeichnet) zum Betriebshof Süd hergestellt.

U2:
Nord - Die Führung ist wie bei der U1 durch die C-Variante vom SEM-Nord entstanden und es stehe noch die Möglichkeit, Karlsfeld mit einen oder zwei Bahnhöfen anzubinden (ich habe jetzt zwei ausgewählt). Außerdem könnte vielleicht ein neuer Betriebshof nordwestlich der A99 und nordöstlich der Karlsfelder Straße (diese Gebiete wurden jetzt nicht für den Siedlungsbau gekennzeichnet, von daher wäre dort möglicherweise gute Freifläche)
Wenn dort ein Betriebshof entsteht, bestehe die Möglichkeit, die U1 mit einer Verbindungskurve anzubinden. Da die Linie U2 südlich um den Feldmochinger See verläuft, ist der Bahnhof Feldmoching West nicht als Bahnsteiggleicher Umstiegsbahnhof möglich (oder ohne Weichen, da Dreiecksfreiheit).
Süd - Keine Erweiterung

U3:
Nord - die Verlängerung nach Untermenzing ist bestimmt selbsterklärend. Durch die U4 wäre eine Verlängerung nach Pasing überflüssig, daher kann man eher ein mögliches Neubaugebiet/eine Verdichtung im Gebiet um den Pasinger Heuweg und westlich der A99 angehen, und die U3 da bestens hinführen lassen (der Bahnhof Untermenzing Friedhof ist in Nord-Süd unter der Everbuschstr., damit ein Wechseln der Gleise zw. U3 und U4 möglich ist). Auf dieser Ost-West-Führung könnte man dann auch noch Eichelhäherstraße, ein heute nur mit den Bus angebundenes Gebiet - abgesehen von der S-Bahn - massiv aufwerten)
Süd - Verlängerung um eine Station in die Nachbargemeinde.

U4:
Nord - Das Nordende wäre wegen der Dreiecksfreiheit Allach, theoretisch könnte man aber z.b. von der Augustenfelder Straße (S13 bei meinen anderen Plan) in Richtung Untermenzing Friedhof. Im Westen stellt es dann als eine Art Tangentiale dar und dann im Süden der Stadt wie ein kleiner Halbkreis, ehe es die östliche Innenstadt (Isartor) kreuzt.
Süd - Die Verlängerung ins SEM Nordost, das geplante Olympiadorf, da müsste ich wohl nicht mehr sagen.

U5:
Nord - Auch hier die geplante Verlängerung nach Freiham Zentrum, nicht spektakuläres.
Süd - Hier wird der oft geforderten Verlängerung nach Ottobrunn nachgegangen, dabei wird die BW-Uni im Osten und der Zentrum Ottobrunns angebunden, und dann das Gelände um Airbus sowie Airbus Defence and Space, ehe das Gewerbegebiet von Brunnthal erreicht wird.

U6:
Nord - eine Verlängerung um 2km nach Dietersheim wäre erdenkbar, dort könnte man dann grandios auch Studentenwohnheime erbauen, um den Wohnmangel entgegenzukommen (und vielleicht ein Grundstein für die Verlängerung nach Eching/Flughafen, wie es im Vebundspapier des MVV gefordert wird)
Süd - Auch hier wäre die logischste Konsequenz, die U6 nach Planegg zu führen. Die Station Steinkirchen wäre zwischen den Industriegebiet und der Sportanlage auf der Grünfläche (auch oberirdisch möglich).

U8: Sie übernimmt den Abschnitt zwischen Theresienstraße und Hauptbahnhof, ab da dann auf die heutige U1 Strecke, inklusive Verlängerung, bis zur Großhesseloher Brücke (Anschluss an die neue S-Bahn dann)

U7: Sie ist eine reine Verstärkerlinie, um den Südabschnitt der U8 zu bestimmten Zeiten zu verstärken, und mangels Trassenkapazität der U8 Nord kann sie dann auf der U1 Nord verkehren. Ich denke von der Auslastung her ist das sogar sinnvoller.


Außerdem gibt es dann die Betriebshöfe Nordwest (U1/U2), Nord (U3/U6), Süd (U1, U2, U5), West (westlich der A99 wäre Platz -> für die Linien U3, U4). Des Weiteren die Abstellanlage Freiham und Betriebsanlage Theresienwiese. Damit müsste das ganze Netz eine hohe Kapazität haben! :)
Entsprechend gibt es zu den heutigen Gleisverbindungen neue Verbindungskurven, meist vorrangig für die Zufahrten Betriebshöfe:
U1-U2 (Pappelalle -> Fasanerie Nord)
U1-U5 (Vivamus Park -> Betriebshof Süd)
U3-U4 (Friedhof Untermenzing, dasselbe Prinzip wie bei Scheidplatz oder Innsbrucker Ring mit entsprechenden Weichen)


Jetzt ist schon viel gesagt, aber wie würde der Betrieb aussehen?

Es gibt da dann verschiedene Liniengruppen, jede wird alle 10 min befahren

U1' Schwarzhölzlstraße - Waldperlach
U1'' Schwarzhölzlstraße - Kiefernstraße (HVZ bis Waldperlach)
U8 Theresienstraße - Großhesseloher Brücke
U7 (Verstärker) Lasallestraße - Großhesseloher Brücke

-> gemeinsamer Innenstadtabschnitt 4 Züge/10 min


U2' Dachau Zentrum - Messestadt Ost
U2'' Feldmoching - Messestadt Ost
U2''' (HVZ) Ludwigsfeld Ost - Messestadt West
U2 (wenn Nachfrage zu hoch ist): Harthof/Milbertshofen - Messestadt (es sei denn, man baut in der Stadt eine neue Wendeanlage, z.b. Karl-Preis-Platz hätte denke ich eine gute Vorraussetzungen dafür, dass man es einfach bauen könnte)

U3' Eichelhäherstraße - Neuried
U3'' Moosach - Fürstenried West
U3''' Heuweg - Fürstenried West
Und täglich die kurzläufer Münchner Freiheit - Brudermühlstraße (wie sie heute schon zw. MüFreiheit und Harras existieren)

U4' Allach - Pellegrinistraße
U4'' Pasing - Arabellapark
U4''' (nur HVZ) Allach - Pellegrinistraße

U5' Freiham Zentrum - Brunnthal GW-Park
U5'' (HVZ bereits ab Freiham Zentrum) Westkreuz - Neuperlach Süd
U5''' (HVZ) Laimer Platz - Neuperlach Süd

U6' Dietersheim - Planegg
U6'' Fröttmaning - Klinikum Großhadern
U6''' (HVZ) Dietersheim - Klinikum Großhadern


Damit hätten viele Abschnitte Tagsüber einen guten Takt und es wäre einer Stadt wie München würdig! :lol:

So viel sei jetzt gesagt, das war schon fast zu viel, aber viel spaß an alle, die das durchlesen! :shock:
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von U-Bahn Gern »

Servus!

Das Thema ist glaube ich (zumindest bis jetzt) etwas untergegangen. Eventuell wäre der reine U-Bahn-Plan im "Planspiele U-Bahn"-Thema besser aufgehoben, was im Moment relativ aktiv ist. Aber mal ganz davon abgesehen: Das Netz sieht echt interessant aus. Vor allem die Trennung der U-Bahn-Stammstrecken mitsamt fast linienreinem Betrieb gefällt mir. Das hätte ich mir in München eigentlich schon von Anfang an so gewünscht. Einige Korridore haben wirklich noch SPNV-Potenzial, die Strecke vom 58er zwischen Hbf und Silberhornstraße sowie die Isarparallele der 132 ganz vorne dabei. Für die Bahnhöfe an Schwarzhölzl- und Eichelhäherstraße müssten da aber wirklich noch Neubaugebiete hin. Sonst stelle ich mir den Betrieb dort etwas leer vor. :lol: Trotzdem alles sehr cool. Ich persönlich finde solche fiktiven Erweiterungspläne immer spannend.

Habe vor paar Wochen hier im Forum auch selbst schon mal was ähnliches gepostet: https://imgur.com/a/n88MGvb

Der Plan sieht leider nicht so schön aus, weil ich a) ein bodenlos schlechter Grafikdesigner bin und er b) auch viel zu oft verändert oder erweitert wurde. :P Im Grunde genommen ist es eine Grobskizze meiner Erweiterungsideen in einem Netz. Ich habe zusätzlich auch noch das Tramnetz dabei. Wie man vielleicht erkennt, ist mein Plan allerdings auch nicht allzu abenteurlich. Das Grundnetz der Stammstrecken + U9-Spange bleibt z.B. erhalten. Wahrscheinlich wäre dieses Netz sogar im Zeitraum bis 2030-40 realisierbar, wenn man mal richtig anpacken würde. :roll:
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M1nga
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von M1nga »

Hallo!

Oh ja, gute Idee. Ich hatte zuerst ein eigenes Thema eröffnet, da ich ja ursprünglich S-Bahn und U-Bahn Planspiele in einem ausgeführt habe. Aber die reine U-Bahnkarte kann ich ja nachher mal in den passenden Thema reinschicken. Vielen dank auf jeden Fall für dein Feedback!

Der Bahnhof Schwarzhölzlstraße habe ich mir jetzt einfach aus den Plänen des SEM Nord (auch wenn letztens die Nachricht rumkam, dass die SEM-Pläne pausiert werden) hergezaubert. Da ist ein Knotenbahnhof auf Höhe Obermoosstraße/Pappelallee geplant (in meinen Plan Feldmoching West mit U1 und U2). Von dort aus wäre die U1 Nord noch ungeklärt, aber ich denke meine Variante wäre auf langfristige Sicht Nachhhaltig (Verdichtung + Verlängerung nach Schleißheim möglich)! Das mit Eichelhäherstraße würde als sehr langfristige Maßnahme betrachtet werden, mir ging es da eher um die Erschließung der S3 West mit einer U-Bahn, und wenn man eine U3 zum Pasinger Heuweg verlängert, könnte das irgendwann in der Zukunft genauer untersucht werden :D

Ich hab mir mal deinen Plan angeschaut und der sieht tatsächlich auch spannend aus!
Bei den S-Bahnen stimmen unsere S-Bahnäste eigentlich so gut wie überein, wenn auch mit anderen Liniennummern :lol:
Das Tramnetz ist wahrscheinlich auch das Puzzlestück, weshalb der Plan unübersichtlich ist. Irgendwann ist es auch zu viel, deswegen habe ich das auch bei mir ausgelassen. Aber das wäre auch mal eine Idee für mich, da mal ein Tramnetz zu fabrizieren.

Man kann natürlich einiges erträumen, aber dass solche Erweiterungen in München tatsächlich umgesetzt werden, werde ich wahrscheinlich nicht erleben :roll:
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von U-Bahn Gern »

Ja. Leider ist es schon eher unwahrscheinlich, dass irgendeines dieser größeren Projekte, zumindest in unserer Lebenszeit, nochmal angegangen wird. Es scheitert ja schon an der U5 Richtung Freiham. Und mit der "Pausierung" der SEM-Projekte ist wohl auch die U4 nach Englschalking vorerst Geschichte. Von den ganzen "zweitklassigen" Erweiterungen (U1 Lerchenau, U1 Harlaching, U2 Feldkirchen, U3 Neuried, U4 Blumenau, U5 Taufkirchen, U6 Planegg) ganz zu schweigen. Mit etwas Glück haben wir in gut 10 Jahren dann die 2. Stammstrecke, einen neuen Hbf, die U6 nach Martinsried, die U5 nach Pasing und die U9-Spange. Alle weiteren Projekte können wir wohl erst ab 2050 erwarten. :lol:
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von Rohrbacher »

U-Bahn Gern hat geschrieben: 23 Feb 2026, 22:12 Mit etwas Glück haben wir in gut 10 Jahren dann die 2. Stammstrecke, einen neuen Hbf, die U6 nach Martinsried, die U5 nach Pasing und die U9-Spange.
Das wäre doch gar nicht mal so wenig, wenn man bedenkt, dass anders als in den "Gründerjahren" heute auch einiges an Ressourcen aufgewendet werden muss, um ein in Teilen 60 Jahre altes Bestandsnetz instandzuhalten. Es ist noch noch nicht extrem lange her, da hätte man bei Teilen diesen Alters zur Verdeutlichung noch die Silbe "Vorkriegs-" vorangestellt ...
U-Bahn Gern hat geschrieben: 23 Feb 2026, 22:12Alle weiteren Projekte können wir wohl erst ab 2050 erwarten.
Ja und? Nicht erschrecken, aber bis Neujahr 2050 sind's keine 24 Jahre mehr ... So extrem lange hin ist das nicht. Vor 24 Jahren war 2002, das 20. Jahrhundert war schon rum, wir hatten schon den Euro, Mehdorn als Bahnchef, fast Stoiber als Kanzler, trotzdem hatte der Transrapid nicht mehr lange, es gab schon C-Züge und "lila Kühe", Handys, Internet, auch das EF gab's schon, man hat damals über die laufende Abstellung der 420er, die Altbausenke Mühldorf und den mal wieder/immer noch gerade laufenden Sparausbau München-Ingolstadt diskutiert und die permanenten Probleme mit den nagelneuen ECE ICE München-Lindau-Zürich.

Die Frage ist eher, was von euren Vorschlägen sollte man eher mit 2100 labeln, weil dafür erstmal die Rahmenumstände und im Prinzip sie ganze Stadt eine andere werden muss und das dann doch viel länger Zeit braucht. Denn genau für solche Zeithorizonte denkt man ja beim Bahnbau. Die Abzweigung nach Blumenau oder sowas hat man ganz sicher nicht eingeplant, um da drei Jahre nach der U5-Eröffnung gleich wieder Löcher zu graben. Auch bei der U4-Verlängerung war's eher der Geist der schon fast verblichenen Gründerzeit, der da 1988 oder so, eine zeitnahe Verlängerung gesehen hat, weil's halt immer so war, dass an allen Ecken und Enden U-Bahnen gebaut wird. Aber irgendwann war das Kernnetz mal da und nicht jede denkbare Erweiterung dann so automatisch wirtschaftlich machbar wie die bisherigen. Wir haben auch bei der großen Eisenbahn nicht mehr alle drei Wochen irgendwo eine Streckenerweiterung wie das im 19. Jahrhundert mal war oder fast flächendeckend Autobahnprojekte wie 100 Jahre später. Heute ist es eher Kommunikations- und Energieinfrastruktur, die massiv aus- bzw. umgebaut wird. Aber auch da haben wir irgendwann 200% Solar- und Windkapazität, an jedem Eck eine Autoladesäule oder Internetdatenraten, die für die breite Anwendung mehr als ausreichend sind und die Erweiterung auf 6G oder 7G, mit dem an sich vielleicht das ganze heutige Wikipedia in drei Sekunden auf's Handy ziehen könnte, kommt dann vielleicht doch nicht mehr ganz so schnell wie es das Wachstum in der Anfangszeit hätte erwarten lassen. Garantiert werden deswegen Leute den Untergang des Abendlands aufziehen sehen. :-)
NatchO
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von NatchO »

Ich glaube der Zeithorizont 2100 ist tatsächlich etwas, was man nehmen muss. Natürlich sind Pläne mit der Vorstellung veraltet und man muss immer mal wieder was anpassen. Nichtsdestotrotz ist so ein Generalplan sinnvoll und vorausdenkend, auch wenn es erschreckend lange dauern wird, bis wir annähernd in die Richtung kommen. Natürlich kann auch alles den Bach runtergehen, aber man soll ja nicht immer mit dem Worst case rechnen.

Soviel der Einleitung
---

Ich finde den Entwurf tatsächlich großartig, weil ich selber auch immer mal wieder Ideen in die Richtung hatte.
Was ich etwas unglücklich finde ist, dass die U4 in dem Verlauf von der Innenstadt, bzw. dem Norden im allgemeinen "abgeschnitten" wird.
Mit entsprechenden Taktdichte ist das dann (in 2100 :) ) kein Ding, aber Umsteigen mindert (zumindest bei mir) den Komfort.

Ein anderes Thema ist die Verbindung Pasing - Frankfurter Ring. Für Einpendler, die bspw. bei BMW arbeiten, wäre auch hier die schnellste Verbindung über den Hauptbahnhof. Ich hätte darum eher die U3 als Ring ausgebaut.

Gefällt mir trotzdem sehr :)
M1nga
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von M1nga »

Genau, Ausbauten wie U-Bahn oder S-Bahn sind ja meistens auf langer Perspektive ausgelegt. Hätte man heute jemanden vor 50 Jahren gesagt, dass man einen 2. S-Bahnstammstrecke bräuchte, hätte die Person sicher verdutzt durch die Röhre geschaut :lol:
Deswegen wäre es schon super, wenn man schon etwas vorplant und dann im Fall der Fälle schnell handeln könnte, genau darauf ist mein Verkehrsplan ja ausgelegt.

Auf jeden Fall vielen Dank fürs Feedback! Das mit der U4 hat mich ja auch nicht wirklich bestens zufriedenstellen können, aber ich habe leider keine bessere Alternative gefunden, wie man die U-Bahnstammstrecke 3 (U4/U5) im Falle einer Entflechtung trennen würde. Ich hatte hierzu mehrere Alternativen zusammenskizziert:

A - Die U5 bleibt auf der Stammstrecke und die U4 wird ab Prinzregentenplatz zum Ostbahnhof geführt (Stärkung eines Preisklasse 1 Bahnhof und des Münchner Osten) und agiert dann als eine Art Südtangente (man könnte dann irgendwie zum Weißenseepark, Gründwalderstadion und dann auf die andere Isar-Seite)
-> Kontra: Es würde wahrscheinlich ein Gegenspiel zu einer geplanten Tram Südtangente werden und so profitabel kann die U-Bahnlinie nicht wirklich sein.

B - Die U4 bleibt auf der Stammstrecke und die U5 bekommt ab Max-Weber-Platz eine neue Führung. Beispielweise mit einen Bogen über den Englischen Garten und Münchner Freiheit über die Strecke der heutige Tram 12 (Hohenzollernplatz - Rotkreuzplatz), ab da dann entweder westwärts den Westen Münchens stärken oder eine neue Nord-Süd-Achse zur Parkstadt Solln. (klar müsste es etwas weg von der Tram Westtangente)
-> Kontra: Die U4 erinnert mich eher an ein Parallelverkehr mit der S8 (angenommen U4 Freiham - SEM Nordost), die U5 steht in Konkurrenzkampf mit der Tram und dann ist es auch nicht mehr wirklich profitabel.

Fazit: Irgendwann reicht es auch mit neue U-Bahnstrecken in der Innenstadt, deswegen bin ich davon ausgegangen, dass mit Isartor (östliche Altstadt) die Innenstadtanbindung der U4 genug sein würde. Ansonsten könnte man von Nordosten der Stadt mit der S8 oder Tram 16/17 ins Stadtzentrum fahren.


Der andere Punkt mit der Verbindung Pasing-Frankfurter Ring ist tatsächlich ein guter Punkt, den ich nicht wirklich bedacht habe. Der scheint wirklich eine kleine Schwachstelle in meinen Netz sein. :shock: Was ich mir da vorstellen könnte, wäre eine S-Bahnlinie von Pasing mit einer neue Spange direkt zur Berduxstraße und dann weiter Richtung Nordring führen
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von Rohrbacher »

M1nga hat geschrieben: 24 Feb 2026, 16:30 Hätte man heute jemanden vor 50 Jahren gesagt, dass man einen 2. S-Bahnstammstrecke bräuchte, hätte die Person sicher verdutzt durch die Röhre geschaut :lol:
Es war sogar von Beginn an klar, dass die Stammstrecke für das langfristig vorgesehene S-Bahnprogramm nicht reichen wird.

Süddeutsche Zeitung vom 8. August 1973:

"Heute ist der S-Bahn-Tunnel noch nicht voll ausgelastet. 18 Züge durchfahren jetzt den Tunnel in den Hauptverkehrsstunden pro Stunde und Richtung. Neun lassen sich, um 27 zu erreichen, noch zusätzlich durch die Röhre schicken. Eine beachtliche Zahl möchte man meinen. Aber sie ist leider nicht hoch genug, um etwa alle sechs S-Bahn-Linien, die aus dem Westen kommend in den Tunnel einfahren, vom heutigen 20-Minuten-Verkehr auf einen künftigen Zehn-Minuten-Takt zu verdichten. (...) Diese Situation zwingt zum frühzeitigen Nachdenken darüber, was dann geschehen kann. Drei Möglichkeiten sind denkbar: Erstens, ein forcierter Bau der U-Bahn-Linie 9 Johanneskirchen-Blumenau über den Odeonsplatz und Stachus (...). Zweitens der Bau einer weiteren Ost-West-S-Bahn-Röhre durch die Innenstadt. Und drittens ein Ausweichen auf einen, in seiner Gesamttrasse schon vorhandenen S-Bahn-Ring, dessen erster Teil dann der Südring zu sein hätte (...) Wie zu hören ist, wird im neuen Stadtentwicklungs- und Generalverkehrsplan davon ausgegangen, daß der engere Stadtkern dringend einer Entlastung durch Nebenzentren bedarf. Das Schnellverkehrs-U- und S-Bahn-Kreuz Marienplatz und das städtebauliche Paradestück Fußgängerzone haben in der City in der Tat weit mehr wirtschaftliche Kraft hineingepumpt, als zunächst wohl angenommen wurde. Das Übersoll, das hier erfüllt wurde, kann bei künftigen Verkehrserwägungen und Planungen nicht unberücksichtigt bleiben. Deshalb dürfte der Bau einer zweiten S-Bahn-Röhre durch die Innenstadt von vornherein ausscheiden."

Man war sich sogar dem Überlastungsproblem der weiter zementierten Monozentrizität durch einen Stamm2 bewusst. Die ach so träge Bundesbahn hat wegen des langen Realisierungshorizonts sogar schon begonnen das in der Zukunft liegende Problem zu lösen. Süddeutsche Zeitung vom 29. August 1973:

"Die Bundesbahndirektion München hat am 14. August bei der Bundesbahnhauptverwaltung in Frankfurt den Antrag auf Genehmigung einer Vorplanung für einen S-Bahn-Südring gestellt. (...)"

Aber neben der Öl- und anderen Weltkrisen kam dann einige Jahre später auch Kanzler Schmidts sinngemäßer Satz "Bundeswehr oder Bundesbahn – beides können wir uns nicht leisten." Könnte sein, dass diese Frage bald wieder so im Raum steht.
M1nga
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von M1nga »

Oh wow, Wahnsinn!
Da habe ich wohl was neues dazugelernt. Das ist schon beeindruckend, wie die Planer von damals schon in die Zukunft geblickt haben! Heute lässt eine solche Weitsicht meistens zu wünschen übrig :roll:

Schade aber auch, dass die Krisen damals in die Quere gekommen sind, das wäre sonst bestimmt ein sehr interessantes Netz gewesen. Mich interessiert aber auch der Gedanken von neuen Nebenzentren zur Entlastung vom Stadtkern. Da würden mir selbst heute nicht unbedingt sehr viele einfallen.
4002
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von 4002 »

In München gibt es mittlerweile sehr viele Subzentren mit drei Abstufungen.
U-Bahn Gern
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von U-Bahn Gern »

Weitsicht in der Planung ist immer gut, aber man muss halt auch sehen, dass sich die Welt heutzutage in vielen Sachen einfach deutlich schneller entwickelt, als das vor 50 Jahren der Fall war. Alleine schon wenn ich mir die Entwicklung der Technologie nur im letzten Jahrzehnt anschaue. Und da stellt sich für mich schon die Frage, ob man nicht statt einem Zeithorizont "In 50/75 Jahren" einen Zeithorizont "So schnell wie möglich" anpeilen sollte. Die Stadt wächst unermüdlich weiter, es fehlen immer noch zehntausende Wohnungen. Jetzt wurden gerade wieder schön die SEM-Projekte "vorerst" gestrichen, aber eigentlich müsste man damit spästestens jetzt anfangen, samt dazugehörigem ÖPNV! Ohne Bürokratie-Wahnsinn hätte man im Idealfall wohl in 5-7 Jahren zwei bezugsfertige neue Stadtquartiere. Und wenn man dann noch in Freiham den Bauturbo einlegen würde ... Schöner Traum. :roll:

Ich glaube, der Fehlgedanke bei vieler dieser Projekte ist, dass man sie für die nächsten Generationen baut, auch wenn sie bereits in dieser Generation kläglich vermisst werden. Den heutigen Pendlern in überfüllten und verspäteten Zügen bringt z.B. der Deutschlandtakt gar nichts mehr. Wenn der mal in den 2070ern da sein sollte, fährt von uns keiner mehr Bahn. Außer wir erfinden noch die biologische Immortalität. :lol: Aber das finde ich einen Fehler in der Denkweise. Wer weiß, wo es mit uns als Welt noch hingeht? Werden die Menschen in 100 Jahren überhaupt noch so leben wie jetzt? Siehe einfach den Unterschied zwischen 1800, 1900 und 2000. Solche Verkehrsprojekte sind ein Wimpernschlag, oder sollten es zumindest sein. Denn physische Machbarkeit ist nicht das, was sie aufhält. Mit der heutigen Technologie könnte eine U9-Spange in 5 Jahren betriebsbereit sein. Und das sollte m.M.n. auch das Ziel sein.
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Lazarus
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von Lazarus »

Noch mehr Wohnungen in Freiham ohne funktionierenden ÖPNV? Das werden viele neue Autofahrer.
Mehr Geld für den ÖPNV-Ausbau in München! Es wird höchste Zeit!
cretu
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Re: Planspiele Verkehrsnetz München

Beitrag von cretu »

Lazarus hat geschrieben: 24 Feb 2026, 19:45 Noch mehr Wohnungen in Freiham ohne funktionierenden ÖPNV? Das werden viele neue Autofahrer.
Du kannst das ganz einfach verhindern, lieber Lazarus: nen großes Schild auf der Autobahn und am Pasinger Marienplatz mit Deiner Anschrift und der Info, dass Du täglich zwischen 8 und 10 kostenlosen Kaffee und Semmeln bei Dir daheim servierst. Schon wird sich ein gewisser Teil des Autoverkehrs nach hinten verschieben und Du selbst gewinnst dadurch 100te neuer sozialer Kontakte.
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