Vor drei bis vier Wochen wurde in den Medien ja wieder Hoffnung auf eine ICE-Anbindung des Münchner Flughafens gemacht.
Bei dieser Art von News muss ich immer wieder dick grinsen.
Denn solche Statements liest man alle paar Jahre wieder. Jedes mal wird ein teures Gutachten beauftragt (auch schon vor der Eröffnung des Flughafens) und die Ergebnisse gleichen sich, wie ein Ei dem anderen.
Der Nutzen-Kosten-Faktor ist zu gering, der Flughafen liegt fernab aller Fernverkehrsstrecken. Die einzig überhaupt mögliche Anbindung an die ICE-Strecke München-Nürnberg bringt keinerlei Nutzen für alle anderen Zulaufstrecken nach München, kostet aber sehr viel Geld, und bedeutet zudem einen enormen Zeitverlust auf der einzigen, dann via Flughafen-Umweg angebundenen Strecke.
Einen eigenen Bahnknoten München-Flughafen, welcher sich vom Hauptbahnhof als paralleler Knotenpunkt entkoppeln würde, wird es nicht geben.
Dazu müsste man auf die Karte "Flughafen als parallele Bahn-Infrastruktur-Einheit" setzen - und das traut sich im grün-woken Umfeld garantiert niemand.
Die früher angedachte Regionalzuganbindung via Marzlinger/Langenbacher Spange hat Freising zugunsten einer Neufahrner Gegenkurve verhindert, damit Regionalzüge nicht halt- und achtlos an der Stadt Freising vorbeifahren.
Dabei halte ich ein Konzept wie die Marzlinger/Langenbacher Spange (also ein Abzweig nach dem östlichen Ende des Flughafentunnels mit Schwenk nach Norden, an der Flughafentangente entlang, danach Isarüberquerung, und schließlich vor/nach Langenbach in die Bestandsstrecke einschleifen) für das weiterhin Machbarste überhaupt. Eventuell könnte man sogar in beide Richtungen einschleifen. Also nicht nur Fahrtrichtung Landshut, sondern auch eine "Langenbacher Gegenkurve" in Richtung Freising um jede mögliche Trasse wendefrei zu ermöglichen.
Ein Zug wie der Alex könnte Freising dann tatsächlich passieren, aber es wären auch andere überregionale Verbindungen bis nach Prag oder Wien via Flughafen denkbar. Auch Regensburg-Landshut-Flughafen-Ismaning-Trudering-Rosenheim-Innsbruck ist alternativ zur Strecke via Erdinger Ringschluß mit Walpertskirchener Spange zur ABS 38 und dann Freilassing durchaus denkbar.
Vor allem aber: es entstehen kaum/keine Umwege und kaum Zeitverluste für durchgeschleifte Verbindungen. Man müsste im Flughafen auch nicht langwierig Kopf machen.
Wenn überhaupt überregionale Verbindungen entstehen sollen, dann wäre das mein präferierter Ansatz.
Anbindung Flughafen München
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Rohrbacher
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Re: Anbindung Flughafen München
Statt dick zu grinsen solltest du das Arbeitspapier zur SFS München-Ingolstadt von 2022 anschauen. Darin sieht man deutlich, wie das mit den ab München Hbf über die neue Trasse verlängerten Fernlinien und dem Abstellbahnhof Schwaigerloh II funktionieren würde und wie das sogar den Hauptbahnhof und die kaum erweiterbaren Abstellanlagen in der Stadt entlasten würde. Die direkte Anbindung München Hbf-Flughafen-Nürnberg Hbf würden demnach die wenigsten Züge fahren, diese Gegenkurve ist sogar nur optional.Airdinger hat geschrieben: ↑05 Mai 2026, 11:34 Die einzig überhaupt mögliche Anbindung an die ICE-Strecke München-Nürnberg bringt keinerlei Nutzen für alle anderen Zulaufstrecken nach München, kostet aber sehr viel Geld, und bedeutet zudem einen enormen Zeitverlust auf der einzigen, dann via Flughafen-Umweg angebundenen Strecke.
Re: Anbindung Flughafen München
Sollte da auch nicht die Züge nach Freising darüber laufen?Rohrbacher hat geschrieben: ↑05 Mai 2026, 13:23 Statt dick zu grinsen solltest du das Arbeitspapier zur SFS München-Ingolstadt von 2022 anschauen. Darin sieht man deutlich, wie das mit den ab München Hbf über die neue Trasse verlängerten Fernlinien und dem Abstellbahnhof Schwaigerloh II funktionieren würde und wie das sogar den Hauptbahnhof und die kaum erweiterbaren Abstellanlagen in der Stadt entlasten würde. Die direkte Anbindung München Hbf-Flughafen-Nürnberg Hbf würden demnach die wenigsten Züge fahren, diese Gegenkurve ist sogar nur optional.
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Re: Anbindung Flughafen München
ich denke, den Fluggästen zum Flughafen ist die Reisezeit erstmal nicht so wichtig, wichtiger ist, daß sie nicht mit viel Gepäck umsteigen müssen.
Von daher wäre wohl die attraktivste Lösung Züge vom HBF zum Flughafen zu verlängern - jetzt hat man das Problem Kopfbahnhof, was man mit der Führung durch Stamm 2 lösen könnte.... aber da rächt sich jetzt die (dann noch brutal teure) Sparversion.....
Was ich halt absolut nicht sehe ist eine Untertunnelung der Startbahnen, d.h. man muß auch am Flughafen nochmal zusätzlich einen Bahnhof bauen für den Fernverkehr, weil die zweigleisige Sparversion auch am Limit ist... und dann hat man auch bei der Schnellfahrstrecke Ingolstadt - München über den Flughafen das Problem daß man einen Bahnhof in West-Ostrichtung hat und der Zug dann Richtung Erding ausfahren wird....
Wird auf jeden Fall noch interessant....
Wie schnell könnte ein ICE von sagen wir Berlin am HBF in München wieder ausfahren unter besten Bedingungen?
Von daher wäre wohl die attraktivste Lösung Züge vom HBF zum Flughafen zu verlängern - jetzt hat man das Problem Kopfbahnhof, was man mit der Führung durch Stamm 2 lösen könnte.... aber da rächt sich jetzt die (dann noch brutal teure) Sparversion.....
Was ich halt absolut nicht sehe ist eine Untertunnelung der Startbahnen, d.h. man muß auch am Flughafen nochmal zusätzlich einen Bahnhof bauen für den Fernverkehr, weil die zweigleisige Sparversion auch am Limit ist... und dann hat man auch bei der Schnellfahrstrecke Ingolstadt - München über den Flughafen das Problem daß man einen Bahnhof in West-Ostrichtung hat und der Zug dann Richtung Erding ausfahren wird....
Wird auf jeden Fall noch interessant....
Wie schnell könnte ein ICE von sagen wir Berlin am HBF in München wieder ausfahren unter besten Bedingungen?
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Re: Anbindung Flughafen München
Ja.
Genauso steht's im Arbeitspapier: "Zweistündliche Führung aller wichtigen Fernverkehrsrelationen zum Münchner Flughafen", insgesamt geht man von 2 1/2 Zügen pro Stunde aus. Ich fasse mal zusammen:
▪ Hamburg-Berlin-Nürnberg-München Hbf-Flughafen
▪ Köln-Frankfurt-Stuttgart-Augsburg-München Hbf-Flughafen
▪ Zürich-Bregenz-Lindau-Memmingen-München Hbf-Flughafen
▪ Rom-Bozen-Innsbruck-München Hbf-Flughafen
▪ München Hbf-Flughafen-Salzburg-Linz-Wien
Die Züge Nürnberg-München mit einer Gegenkurve Ingolstadt-Flughafen direkt zum Kopfmachen über den Flughafen zu schicken, ist nur optional. Durch das Kopfmachen am Hbf verlieren die allermeisten Reisenden, die nicht zum Flughafen wollen, keine Zeit, gleichzeitig kann man einen Teil der Fernzüge eben in "Schwaigerloh II" parken statt in der Innenstadt.
So schnell wie z.B. beim Kopfmachen in Frankfurt Hbf oder Frankfurt Flughafen auch: Je nach Baureihe also in ca. 6 Minuten.
Der Vorteil dieser Lösung ist auch, dass z.B. die Fahrgäste Köln-Frankfurt-Stuttgart-Augsburg-München Hbf schon ausgestiegen sind, wenn die Fahrgäste München Hbf-Flughafen zusteigen. Mit dem Flughafen in der Mitte müsste die Zugkapazität für beide Zielgruppen gleichzeitig reichen.