Lass uns doch einen digitalen Straßenausbau machen.Jean @ 10 Jan 2020, 16:13 hat geschrieben:Ich finde es immer witzig wie die Digitalisierung als Allheilmittel dargestellt wird. Wissen die Politiker überhaupt was das ist? :rolleyes:
Interessant finde ich auch die Begründung, warum man den Radverkehr nicht weiter fördern will:
Nur ist der letzte Satz sachlich falsch - denn die hier betrachtete Verkehrsleistung bezieht die Entfernung mit ein (Personen-km), wenn man aber von Wegen spricht, muss man das Verkehrsaufkommen als Messgröße nehmen (Anteil der Wege). Und da gibt sich ein völlig anderes Bild, nämlich 24% Radverkehrsanteil. https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwal...ell-VisMuc.htmlNach Zahlen des BMVI (Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur) wurden 2017 lediglich 3 % der zurückgelegten Personenkilometer mit dem Rad bewältigt. Für München liegt dieser Anteil 2019 je nach Quelle bei 3-5%, während auf den ÖPNV 37-39% und auf das Auto fast 55-58% entfallen. Erfreulicher Weise nimmt die Nutzung des Radls zu, aber selbst bei einer Verdoppelung des Radver-kehrs würde dieser Verkehrsträger nach wie vor nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Verkehrswege der Menschen abdecken.
Und die "Studie", die angeblich die hohe Bedeutung des Autoverkehrs belegt, ist vermutlich diese hier, durchgeführt von einem "in München ansässige[n] Verkehrsverein und Automobilclub".
Außerdem wird noch die rhetorische Frage gestellt:
Die RU nennt dazu folgende Zahlen:München ist im Fahrradfieber. Es wird aller Orten in der Stadt umgebaut. Ganze Fahrspuren werden in Fahrwege umgewandelt und Parkplätze großräumig rückgebaut. Bis Ende 2020 könnten so 2.000 Parkplätze in München wegfallen. Zu Recht? Hat sich die Mobilität der Menschen so verändert und ist der Wunsch nach dem Fahrrad so viel größer geworden? Diese Fragen sind in München weder jemals vom Oberbürgermeister noch von der SPD oder den Grünen gestellt worden. Sie sind aber die wichtigsten Fragen überhaupt.
Also ein Zuwachs von fast 50% beim Fahrrad. Ich würde die Frage, ob denn der Wunsch nach dem Fahrrad so viel größer geworden ist, durchaus mit "Ja!" beantworten.Noch deutlicher stieg die Verkehrsleistung, also die auf die Bevölkerung Münchens hochgerechneten Personenkilometer: Sie wuchs im gleichen Zeitraum von gut 44 Millionen Personenkilometern pro Tag (2008) auf rund 60 Millionen Personenkilometer pro Tag im Jahr 2017. Beim Fahrrad stieg die Kilometersumme, die die Münchnerinnen und Münchner im Schnitt täglich fahren, zwischen 2008 und 2017 von 2,1 Millionen auf 3,1 Millionen Kilometer. Im öffentlichen Verkehr, einschließlich öffentlicher Fernverkehr, legten die Münchnerinnen und Münchner 2008 täglich zirka 13 Millionen Personenkilometer zurück. 2017 waren es bereits über 20 Millionen Personenkilometer täglich. Dennoch stieg im gleichen Zeitraum auch die tägliche Verkehrsleistung im motorisierten Individualverkehr (MIV) von etwa 28 Millionen Personenkilometern 2008 auf rund 33 Millionen Personenkilometer 2017.