[M] Zutrittskontrollsysteme

Strecken, Fahrzeuge und Technik von U-Bahnen
Tecko
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Beitrag von Tecko »

Flo_K @ 19 Jun 2005, 11:13 hat geschrieben: Ich habe selbst in Stockholm gesehen, dass die Dinger sehr komfortabel sein können, und ich würd sie mir uach in München wünschen.
Hier noch einmal eine, wenn auch etwas schlechte Abbildung der komfortablen Zugangsanlagen in Stockholm.

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profimaulwurf
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Beitrag von profimaulwurf »

Schwarzfahrer springen trotzdem drüber .... habs mal in Paris gesehen. Die kennen da nichts .... und so schnell sind keine Sicherheitskräfte Vorort
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Flo_K
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Beitrag von Flo_K »

Tecko @ 28 Jun 2005, 20:07 hat geschrieben: Hier noch einmal eine, wenn auch etwas schlechte Abbildung der komfortablen Zugangsanlagen in Stockholm.
Genau die meinte ich. In Stockholm sitzen ja auch immer die Fahrkartenverkäufer in den Aufsichtshäuschen, weil es in Stockholm meines Wissens keine Fahrkartenautomaten gibt.

Is Euch schon mal aufgefallen, wie wenig in Stockholm versprüht und verkratzt ist? Das sit ja paradisisch.

/edit: Bitte KEINE Bilder mitzitieren.
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Wildwechsel
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Beitrag von Wildwechsel »

Flo_K @ 1 Jul 2005, 21:41 hat geschrieben: Is Euch schon mal aufgefallen, wie wenig in Stockholm versprüht und verkratzt ist? Das sit ja paradisisch.
Das ist in Skandinavien aber generell so. Nicht nur an Bahnhöfen ist es in diesen Ländern im Vergleich zu den Verhältnissen bei uns auffallend sauber und gepflegt, das fällt mir jedes Mal positiv auf, wenn ich mal im Urlaub "da oben" bin.
Beste Grüße usw....
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Beitrag von dumsel »

Elch @ 3 Mar 2005, 11:43 hat geschrieben: Ich würde zumindest beim Busverkehr das generelle einsteigen an der vorderen Tür mit "Fahrscheinvorzeigen" einführen, welches ja durchaus international (auch bei Gelenkbussen) üblich ist. Es hat sich bei Untersuchungen in Frankreich sogar gezeigt, daß der konsequent getrennte Fahrgastwechsel (vorne rin hinten raus) mit Fahrscheinkontrolle beim Fahrer insgesamt schneller vor sich geht als mit "Hinten Einsteigen"

Natürlich kann der Fahrer dabei keine Vollkontrolle durchführen, aber eine gewisse Hemmschwelle wird für Schwarzfahrer dennoch aufgebaut.

Ein Problem stellen vor diesem Hintergrund allerdings die neuen Bus-Automaten dar, da diese ja hinter dem Fahrer angebracht sind....
Allerdings könnte hier ein reduziertes, wieder durch den Fahrer verkauftes Sortiment von Fahrkarten vielleicht die Lösung darstellen (nur Einzalfahrt + Tageskarte Innenraum (ERw + Kind).
=>Ich weiß natürlich daß es nie zu einem solchen Rückschritt kommen wird.... <_<
Bei den Bussen um Stuttgart ist das ganz normal. Auch wenn 50 Leute am Bushalt stehen: Der Einstieg ist beim Fahrer und dem wird die Fahrkarte vorgezeigt. Auch für die "riesigen" orangenen Entwerter des VVS ist Platz: Direkt unter der Kasse des Busfahrers ;).
Und bitte, schafft diese scheiß Automaten in Bussen und Bahnen ab, das Gelumpe hat dort nichts verloren. Man kann dem Busfahrer ruhig zumuten Fahrkarten zu verkaufen. Die alte Oma, die zum Einkauf in die Stadt fährt hat ihr Geld sowieso abgezählt bereit, die Schüler und Pendler haben eine Monatskarte und auf den kleinen Teil, der sein Geld zusammensucht muss man halt warten, das reißt die witterungsbedingten Verspätungen bei 30° C und Sonnenschein auch nicht mehr raus...
Manchmal isses mir wirklich unverständlich, wie sich manche Betriebe und Leute in München anstellen und verhalten (oder die anderen sind Hinterländler)...
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Beitrag von Elch »

dumsel @ 4 Jul 2005, 05:52 hat geschrieben:
Elch @ 3 Mar 2005, 11:43 hat geschrieben: Ich würde zumindest beim Busverkehr das generelle einsteigen an der vorderen Tür mit "Fahrscheinvorzeigen" einführen, welches ja durchaus international (auch bei Gelenkbussen) üblich ist. Es hat sich bei Untersuchungen in Frankreich sogar gezeigt, daß der konsequent getrennte Fahrgastwechsel (vorne rin hinten raus) mit Fahrscheinkontrolle beim Fahrer insgesamt schneller vor sich geht als mit "Hinten Einsteigen"

Natürlich kann der Fahrer dabei keine Vollkontrolle durchführen, aber eine gewisse Hemmschwelle wird für Schwarzfahrer dennoch aufgebaut.

Ein Problem stellen vor diesem Hintergrund allerdings die neuen Bus-Automaten dar, da diese ja hinter dem Fahrer angebracht sind....
Allerdings könnte hier ein reduziertes, wieder durch den Fahrer verkauftes Sortiment von Fahrkarten vielleicht die Lösung darstellen (nur Einzalfahrt + Tageskarte Innenraum (ERw + Kind).
=>Ich weiß natürlich daß es nie zu einem solchen Rückschritt kommen wird.... <_<
Bei den Bussen um Stuttgart ist das ganz normal. Auch wenn 50 Leute am Bushalt stehen: Der Einstieg ist beim Fahrer und dem wird die Fahrkarte vorgezeigt. Auch für die "riesigen" orangenen Entwerter des VVS ist Platz: Direkt unter der Kasse des Busfahrers ;).
Und bitte, schafft diese scheiß Automaten in Bussen und Bahnen ab, das Gelumpe hat dort nichts verloren. Man kann dem Busfahrer ruhig zumuten Fahrkarten zu verkaufen. Die alte Oma, die zum Einkauf in die Stadt fährt hat ihr Geld sowieso abgezählt bereit, die Schüler und Pendler haben eine Monatskarte und auf den kleinen Teil, der sein Geld zusammensucht muss man halt warten, das reißt die witterungsbedingten Verspätungen bei 30° C und Sonnenschein auch nicht mehr raus...
Manchmal isses mir wirklich unverständlich, wie sich manche Betriebe und Leute in München anstellen und verhalten (oder die anderen sind Hinterländler)...
Danke! Endlich einer der meine Meinung teilt! :)
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Beitrag von luc »

profimaulwurf @ 1 Jul 2005, 20:57 hat geschrieben:Schwarzfahrer springen trotzdem drüber .... habs mal in Paris gesehen. Die kennen da nichts .... und so schnell sind keine Sicherheitskräfte Vorort
Also bringen sie nichts. Leute, wann wird euch das endlich mal klar!
dumsel @ 4 Jul 2005, 05:52 hat geschrieben:Man kann dem Busfahrer ruhig zumuten Fahrkarten zu verkaufen.
Und der darf sich über den Einmannzuschlag freuen.
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Dave
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Beitrag von Dave »

Dass mit dem vorne einsteigen bei den Busunternnehmen in Baden-Württemberg klappt in der HVZ sowieso nicht. Wenn ein neuer Busfahrer für die Gelenkbusse eigestellt wurde versucht der am Anfang noch alle vorne einsteigen zu lassen - nach eine Woche lang in der HVZ 20min Verspätung wird er gelernt haben wie es funktioniert: Alle Türen auf und Augen nach Links zu Fenster raus....
Grüße, Dave
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tra(u)mmann

Beitrag von tra(u)mmann »

VBB-Chef: Zugangssperren bei Berliner U- und S-Bahn einführen!

Nachdem die Diskussion um Zugangskontrollen bei der Münchner U- und S-Bahn hier erst vor kurzem abgeebbt ist, fächert der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die Debatte wieder an. VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz will Zugangssperren bei der Berliner U- und S-Bahn, um ein "Verlottern" des Nahverkehrs zu stoppen.

BVGVBG und Berliner S-Bahn sind dagegen, da die Umrüstung zu teuer ist und Personalkosten durch neue Hilfsleistungen nach sich zieht ((gemeint sind wohl u.a. das Durchlassen von Rollstuhlfahrern oder von Rollator schiebenden Personen; der Autor)).

Franz will das Schwarzfahren eindämmen sowie Vandalismus und Graffiti zurückschrauben. Das Kostenargument wischt Franz beiseite, da in London das eine Firma auf eigene Kosten installiert habe. Diese habe dann nur den Mehrerlös erhalten ((unklar, ob durch Rückgang des Schwarzfahrens oder durch Fahrpreiserhöhungen)), sodass das Ganze kostenneutral sei. Nach abgeschlossener Refinanzierung würden die Anlagen in das Eigentum der Verkehrsbetriebe übergehen.

Laut Franz sind geschlossene Systeme sehr erfolgreich, sind weit verbreitet oder werden gerade eingeführt. Die Niederlande installieren solche derzeit landesweit.

Unterdessen wird in Berlin immer weiter gespart. Selbst in der Betriebsruhe werden Stationen nicht mehr abgeschlossen, weil dies schließlich Geld kostet. Des Weiteren soll massiv Personal wegfallen, indem von 165 Stationen nur noch 21 besetzt bleiben sollen. Das spart 860 Stellen. Franz kritisiert diese Maßnahme, da dadurch Sprayer und Kriminelle angezogen werden, sodass durch die dadurch bedingten Schäden möglicherweise gar kein Geld eingespart wird.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/0...006/2936730.asp

Kommentar: Ein Riesen-Schmarren! Wir haben ja hier schon intensiv diskutiert. Das Schwarzfahren wird wohl nicht eingedämmt, wie die Erfahrung anderer Städte zeigt. Dazu kommt, dass die Zugangskontrollen sehr personalintensiv sind. Rollstuhlfahrer und Co müssen Umwege in Kauf nehmen, da wohl nur ein Ausgang pro Station mit Personal besetzt ist, welches das Tor öffnet. Dazu kommt noch die faktische Unmöglichkeit, zu kontrollieren, ob jemand keine unerlaubten Rück- und Umwege gefahren ist. Wer mal drin im System ist, kann sich ja frei bewegen. Natürlich könnte man das Ausschleusen auch kontrollieren, aber selbst dann könnte man den tatsächlich gefahrenen Weg nicht sicher nachvollziehen. So werden Personen animiert, die günstigste Fahrkarte zu kaufen. Um das zu vermeiden, müsste man ein eventuell ein anderes Tarifsystem einführen. Ich kenne das Berliner Tarifsystem nicht, nehme aber mal an, dass es Verwandtschaften zum Münchner hat.

[edit] Korrektur in Rot
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MVG-Wauwi
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Beitrag von MVG-Wauwi »

Dass ein solcher Vorschlag vom Verkehrsverbund gemacht wird, ist doch typisch. Der muss es nämlich nicht bezahlen. Da ist es ein leichtes, solche Reden zu schwingen :angry: <_< .
Gruß vom Wauwi
r2d2

Beitrag von r2d2 »

Ich habe hier http://www.eisenbahnforum.de/index.php?act...t=ST&f=8&t=7000 noch das Thema "elektronisches Ticketsystem" eröffnet, das mit "Zugangskontrollen" verwandt ist, beides wurde auch auf "unprofessionelle Fahrscheinkotrolle" http://www.eisenbahnforum.de/index.php?act...30&#entry146312 (an-)diskutiert.
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Lazarus
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Beitrag von Lazarus »

r2d2 @ 17 Dec 2006, 21:20 hat geschrieben: Ich habe hier http://www.eisenbahnforum.de/index.php?act...t=ST&f=8&t=7000 noch das Thema "elektronisches Ticketsystem" eröffnet, das mit "Zugangskontrollen" verwandt ist, beides wurde auch auf "unprofessionelle Fahrscheinkotrolle" http://www.eisenbahnforum.de/index.php?act...30&#entry146312 (an-)diskutiert.
also ich seh da keinen Unterschied sorry
Mehr Geld für den ÖPNV-Ausbau in München! Es wird höchste Zeit!
r2d2

Beitrag von r2d2 »

Lazarus @ 17 Dec 2006, 21:28 hat geschrieben: also ich seh da keinen Unterschied sorry
Ja, das ist ja genau das Problem - ich mein nicht, daß Du keinen Unterschied siehst, sondern daß die Themen so ähnlich, aber die Vor-und Nachteile grundverschieden sind

"unprofessionelle Kontrolle" unterscheidet sich eigentlich noch ganz klar: es geht hautpsächlich darum, wie man während der Fahrt kontrolliert ob die Fahrgäste die richtigen Fahrkarten haben, manchmal wird auch nach der Fahrt an den Sperren kontrolliert (das ist jetzt vielleicht die Überschneidung mit den anderen Themen)

"Zugangskontrolle": es geht darum, wie man verhindert, daß die Fahrgäste ohne gültige Fahrkarte überhaupt losfahren, wenn dazu automatische Sperren benutzt werden, geht es auch um ein maschinenlesbares Ticket

"elektronisches Ticketsystem": das kann mit der "Zungangskontrolle" kombiniert sein - es kann aber auch ein völlig eigenständiges System sein, beim dem ausschließlich um die Fahrkarten selbst geht, aber nicht um die Kontrolle vor oder während der Fahrt.

Zu "Schwarzfahrern" gibts bei jedem Thema eine völlig andere Antwort:
"unprofessionelle Kontrolle" - hier wir diskutiert, ob die Kontrollen die Schwarzfahrer überhaupt erwischen
"Zugangskontrolle" - hier wird diskutiert, ob man die Schwarzfahrer damit verhindert
"elektronisches Ticket" hier gehts überhaupt nicht um Schwarzfahrer
Der Adler

Beitrag von Der Adler »

Was ich beim letzten mal in Strasbourg erlebt habe, gefällt mir die Art einer Kontrolle, wenn die Fahrgäste nach dem Einstieg in den Bussen ihre Fahrkarten "entwerten" müssen, auch meine an der Straßenbahnhaltestelle entwertete Tageskarte mußte beim Busfahrer im Entwerter nochmals "entwertet" werden, vermutlich deshalb, weil die Busfahrer keine Zeit für die Augenscheinliche Kontrollen haben, wahrscheinlich dürfen sie das nicht, die Kontrolle erfolgt durch die Busfahrer nur dann, wenn entweder das Gerät oder die Fahrkarte nicht in Ordnung ist. Aber in vielen Bussen, mit den ich gefahren bin, sind das doppelt gesichert, das heißt beim Busfahrer stehen zwei Entwerter zur Verfügung.

Unter anderem befürworte ich die Zugangskontrollsysteme, da ich von der Art der elektronischen Kontrollen begeistert bin.

Mach ich mal ein Beispiel bei der SSB: Würde an jeder Stadtbahnhaltestelle vor dem Zugang (U-Haltestellen) und Kontroll-Entwertern (oberi. Haltestellen) ein Zugangskontrollsystem stehen, auch an den Aufzügen dürften die Zugangskontrollsysteme nicht fehlen. Die Aufzüge fahren nur zu den Stationen, wenn das Kontrollsystem eine gültige Fahrkarte erkannt hat.

Übrigens Glemsexpreß: Ich bin für elektronische Behindertenausweise mit Chips und Magnetstreifen in Scheckkartenformat, unter anderem -nach der Erfahrung in Strasbourg- wäre ich mehr für die Freifahrten von Schwerbehinderten in Verkehrsverbünden, nur dann wenn sie innerhalb des Verbundes wohnen, darüberhinaus müßten sie die Bahnfahrt zum halben Preis zahlen. In den Nachbarverbünden oder -besser gesagt in fremden Verkehrsverbünden dürften sie nicht zum halben, sondern zum vollen Preis mit den ÖV's fahren.
Früher war ich von den unbegrenzten Freifahrten im Nahverkehr in den Nachbarverbünden (auch wenn ich mich außerhalb von 50 km im Umkreis aufhalte) begeistert, aber heute, meiner Erfahrung nach im Elsaß, denke ich, was habe ich von unbegrenzten Freifahrten, wenn ich die Fahrkarten quasi als Erinnerung für die Besuche in anderen Städten nicht sammeln kann!?
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Boris Merath
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Beitrag von Boris Merath »

DT810 @ 23 Jan 2007, 19:58 hat geschrieben: Was ich beim letzten mal in Strasbourg erlebt habe, gefällt mir die Art einer Kontrolle, wenn die Fahrgäste nach dem Einstieg in den Bussen ihre Fahrkarten "entwerten" müssen, auch meine an der Straßenbahnhaltestelle entwertete Tageskarte mußte beim Busfahrer im Entwerter nochmals "entwertet" werden, vermutlich deshalb, weil die Busfahrer keine Zeit für die Augenscheinliche Kontrollen haben, wahrscheinlich dürfen sie das nicht, die Kontrolle erfolgt durch die Busfahrer nur dann, wenn entweder das Gerät oder die Fahrkarte nicht in Ordnung ist. Aber in vielen Bussen, mit den ich gefahren bin, sind das doppelt gesichert, das heißt beim Busfahrer stehen zwei Entwerter zur Verfügung.
Und wie geht das mit Monatskarten? Sind die dann zigtausendmal gestempelt? Und wie wird kontrolliert dass die nochmal gestempelte Karte überhaupt gültig ist?
Bis zur vollzogenen Anbringung von ausreichenden Sandstreuapparaten an allen Maschinen haben die Bahnwärter bei aufwärtsgehenden Zügen auf stärkeren Steigungen die Schienen ausgiebig mit trockenem Sand zu bestreuen und für die Bereithaltung eines entsprechenden Vorrathes zu sorgen.

Fahrdienstvorschrift bayerische Staatsbahnen 1876
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Beitrag von JeDi »

DT810 @ 23 Jan 2007, 19:58 hat geschrieben: --> !!KEINE MITARBEITERVERGÜNSTIGUNGEN MEHR!! <--
Es ist doch normal, dass Firmen ihren MA vergünstigungen gewähren...
WEnn ich bei Bosch arbeite, krieg ich deren Artikel (Schleifmaschinen z.B.) Billiger, bei der Bahn deren Artikel (Fahrkarten)... WO ist das Problem? Sonst würde das halt Bar ausbezahlt...
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Dol-Sbahn
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Beitrag von Dol-Sbahn »

DT810 @ 23 Jan 2007, 19:58 hat geschrieben: Übrigens Glemsexpreß: Ich bin für elektronische Behindertenausweise mit Chips und Magnetstreifen in Scheckkartenformat, unter anderem -nach der Erfahrung in Strasbourg- wäre ich mehr für die Freifahrten von Schwerbehinderten in Verkehrsverbünden, nur dann wenn sie innerhalb des Verbundes wohnen, darüberhinaus müßten sie die Bahnfahrt zum halben Preis zahlen. In den Nachbarverbünden oder -besser gesagt in fremden Verkehrsverbünden dürften sie nicht zum halben, sondern zum vollen Preis mit den ÖV's fahren.
Früher war ich von den unbegrenzten Freifahrten im Nahverkehr in den Nachbarverbünden (auch wenn ich mich außerhalb von 50 km im Umkreis aufhalte) begeistert, aber heute, meiner Erfahrung nach im Elsaß, denke ich, was habe ich von unbegrenzten Freifahrten, wenn ich die Fahrkarten quasi als Erinnerung für die Besuche in anderen Städten nicht sammeln kann!?
Was du da ausgedacht hast, kann ich leider nicht zulassen. Ich werde vehement gegen die neue Regelung kämpfen. Ich glaube, du hast das Begriff "Benachteiligt" noch nicht richtig verstanden.

Es hat Gründe aus unsere Sicht, bei dich gibt es andere Sicht:

- Gehörlose Veranstaltung finden öfter in Deutschland und sehr wenig in eigene Stadt statt, aus
diesem Grund müssen wir viel hinfahren, weil die Veranstaltung für uns sehr wichtig sind, sonst
verschwinden oder schwächt die gehörlose Kultur für immer.

- Ich kann nur bestimmte Berufe ausüben, das meine zukünftige Aufstieg ermöglicht ist. Also
damit will ich sagen, dass ich große Verantwortung gern übernehme, aber geweigert wird, weil
wir gehörlos sind und als untauglich. Klar weil die Behindert sind, fertig punkto.

- In Deutschland wird die Lautsprecher sehr stark benutzt als die Informationstafel
als in andere Länder.

- und so weiter (nicht nur für Gehörlos sind betroffen, alle andere Behindert sind gleich Betroffen)

Merkt dich künftig bitte deshalb, dass du niemals nachgeben sollst, wir Behindert haben früher für bessere Rechte gekämpft, jetzt willst du alle aufgeben? Daher NEIN!
BG
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Beitrag von BG »

Boris Merath @ 23 Jan 2007, 22:25 hat geschrieben:Und wie geht das mit Monatskarten? Sind die dann zigtausendmal gestempelt? Und wie wird kontrolliert dass die nochmal gestempelte Karte überhaupt gültig ist?
In Brüssel haben die auch so ein ähnliches System.

Monats-/Jahreskarten muss man nicht stempeln sondern nur beim Busfahrer vorzeigen. Man kann allerdings die der STIB (sowas wie bei uns die MVG) wohl durchaus auch stempeln (jedenfalls wird sie immer mit "carte magnetique" oder so beworben), muss es aber nicht. Die von der MTB (so ne Art Verkehrsverbund, der die städtische Stib, die Eisenbahn SNCB im Stadtgebiet und die Regionalbusbetreiber TEC und De Lijn im Stadtgebiet umfasst) kann man garnicht entwerten.

Bei Einzelfahrkarten/Streifenkarten/Tageskarten/Gruppenkarten und so (halt alles was man am normalen Automaten kriegt) müssen bei jedem in die Station gehen oder (an der Oberfläche) bei jedem Umsteigen gestempelt werden. Die Karten haben einen Magnetstreifen, auf dem wohl gespeichert ist was für eine Karte das ist, wann und wo gestempelt und so. Die "Streifenkarten" haben gar keine Streifen sondern es wird halt einfach 10 Zeilen lang immer aufgedruckt wenn gestempelt wurde. Das in der Format Datum-Uhrzeit-Station/Linie. Wenn man beim umsteigen die Karte nochmal irgendwo in den Entwerter steckt wird einfach die neue Stations-/Liniennummer angehängt. Die Einzel-/Streifenkarten haben 1 Stunde Gültigkeitsdauer, es zählt aber soweit ich weiß dass man eben vor der 1 Stunde irgendwo das letzte mal eingestiegen (=entwertet) hat.

Die Entwerter ziehen die Karten ganz ein, dann erscheint auf dem Display "1 PERS." - wenn man mehrere auf einer Streifenkarte unterbringen will (z.B. 3 Personen), steckt man sie halt gleich danach noch 2x rein, dann erscheint "2 PERS.", "3 PERS." usw. - und es werden auch entsprechend viele Streifen gestempelt. Sollte die Karte ungültig sein (z.B. kein Streifen mehr frei bzw. bei EInzelfahrkarten schonmal gestempelt und mehr als 1h vorbei - oder halt bei Tageksarten und so entsprechendes) wirft der Entwerter die wild piepend und rot blinkend wieder aus (Displayaufschrift hab ich grad vergessen, ist schon länger her dass ich das mal probiert hab). Bei den Regionalbussen kann man so weit ich gesehen hab noch ne Zonenanzahl drücken (da sind dann 7 Tasten oder so vorne drauf), bei der Stib (die ja im Stadtgebiet nen einheitlichen Tarif hat) natürlich nicht. Wenn man in einem Bus von TEC oder De Lijn im Brüsseler Stadtgebiet eine MTB-Karte stempelt ohne was zu drücken wird auch nur fürs Stadtgebiet gestempelt. Da ich noch nie weiter rausgefahren bin bzw. noch nie eine reine TEC-/De Lijn-Karte verwendet hab weiß ich nicht wie das dort ist.

Das Display zeigt ansonsten wenns mal wieder umsonst ist (z.B. an Silvester - das wär doch auch mal was für München, würde die Zahl der Verkehrsunfälle in der Nacht sicher verringern) einfach "FERMÉ" oder so an und nimmt auch keine Karten an (oder spuckt sie ungestempelt wieder raus, weiß ich grad nicht - ist auch schon länger her dass ich das mal probiert hab).

Die Karten haben übrigens normales Kreditkartenformat, schauen mit dem Magnetsteifen ein bisschen aus wie bei uns die Parkhaustickets (wobei die Fahrkarten im Hochformat bedruckt sind).

Zugangsschranken oder so gibts in den U-Bahnstationen und Trams keine - lediglich im Bus darf man halt nur vorne einsteigen (und muss dann eben die Karten immer abstempeln bzw. Monats-/Jahreskarten vorzeigen). Wie so ne Kontrolle abläuft (ob die Kontrolleure da ein Gerät zum Magnetstreifen prüfen dabei haben) weiß ich leider nicht, bin noch nie in eine gekommen.
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Beitrag von Stachus »

BG @ 23 Jan 2007, 23:46 hat geschrieben: In Brüssel haben die auch so ein ähnliches System.

Monats-/Jahreskarten muss man nicht stempeln sondern nur beim Busfahrer vorzeigen. Man kann allerdings die der STIB (sowas wie bei uns die MVG) wohl durchaus auch stempeln (jedenfalls wird sie immer mit "carte magnetique" oder so beworben), muss es aber nicht. Die von der MTB (so ne Art Verkehrsverbund, der die städtische Stib, die Eisenbahn SNCB im Stadtgebiet und die Regionalbusbetreiber TEC und De Lijn im Stadtgebiet umfasst) kann man garnicht entwerten.

Bei Einzelfahrkarten/Streifenkarten/Tageskarten/Gruppenkarten und so (halt alles was man am normalen Automaten kriegt) müssen bei jedem in die Station gehen oder (an der Oberfläche) bei jedem Umsteigen gestempelt werden. Die Karten haben einen Magnetstreifen, auf dem wohl gespeichert ist was für eine Karte das ist, wann und wo gestempelt und so. Die "Streifenkarten" haben gar keine Streifen sondern es wird halt einfach 10 Zeilen lang immer aufgedruckt wenn gestempelt wurde. Das in der Format Datum-Uhrzeit-Station/Linie. Wenn man beim umsteigen die Karte nochmal irgendwo in den Entwerter steckt wird einfach die neue Stations-/Liniennummer angehängt. Die Einzel-/Streifenkarten haben 1 Stunde Gültigkeitsdauer, es zählt aber soweit ich weiß dass man eben vor der 1 Stunde irgendwo das letzte mal eingestiegen (=entwertet) hat.

Die Entwerter ziehen die Karten ganz ein, dann erscheint auf dem Display "1 PERS." - wenn man mehrere auf einer Streifenkarte unterbringen will (z.B. 3 Personen), steckt man sie halt gleich danach noch 2x rein, dann erscheint "2 PERS.", "3 PERS." usw. - und es werden auch entsprechend viele Streifen gestempelt. Sollte die Karte ungültig sein (z.B. kein Streifen mehr frei bzw. bei EInzelfahrkarten schonmal gestempelt und mehr als 1h vorbei - oder halt bei Tageksarten und so entsprechendes) wirft der Entwerter die wild piepend und rot blinkend wieder aus (Displayaufschrift hab ich grad vergessen, ist schon länger her dass ich das mal probiert hab). Bei den Regionalbussen kann man so weit ich gesehen hab noch ne Zonenanzahl drücken (da sind dann 7 Tasten oder so vorne drauf), bei der Stib (die ja im Stadtgebiet nen einheitlichen Tarif hat) natürlich nicht. Wenn man in einem Bus von TEC oder De Lijn im Brüsseler Stadtgebiet eine MTB-Karte stempelt ohne was zu drücken wird auch nur fürs Stadtgebiet gestempelt. Da ich noch nie weiter rausgefahren bin bzw. noch nie eine reine TEC-/De Lijn-Karte verwendet hab weiß ich nicht wie das dort ist.

Das Display zeigt ansonsten wenns mal wieder umsonst ist (z.B. an Silvester - das wär doch auch mal was für München, würde die Zahl der Verkehrsunfälle in der Nacht sicher verringern) einfach "FERMÉ" oder so an und nimmt auch keine Karten an (oder spuckt sie ungestempelt wieder raus, weiß ich grad nicht - ist auch schon länger her dass ich das mal probiert hab).

Die Karten haben übrigens normales Kreditkartenformat, schauen mit dem Magnetsteifen ein bisschen aus wie bei uns die Parkhaustickets (wobei die Fahrkarten im Hochformat bedruckt sind).

Zugangsschranken oder so gibts in den U-Bahnstationen und Trams keine - lediglich im Bus darf man halt nur vorne einsteigen (und muss dann eben die Karten immer abstempeln bzw. Monats-/Jahreskarten vorzeigen). Wie so ne Kontrolle abläuft (ob die Kontrolleure da ein Gerät zum Magnetstreifen prüfen dabei haben) weiß ich leider nicht, bin noch nie in eine gekommen.
So läuft das alles also ab in Brüssel.
Im Frühling werd ich das dann alles selber testen und die U-Bahnen erkunden. ;)
Tecko
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Beitrag von Tecko »

tra(u)mmann @ 6 Dec 2006, 14:03 hat geschrieben: Dazu kommt noch die faktische Unmöglichkeit, zu kontrollieren, ob jemand keine unerlaubten Rück- und Umwege gefahren ist. Wer mal drin im System ist, kann sich ja frei bewegen.
Aber wo ist genau das Problem bei der ganzen Geschichte? Ich denke 99% der Fahrgäste möchten so schnell wie möglich von A nach B kommen und die meisten außer ein paar Freaks fahren freiwillig keine Umwege.
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TramPolin
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Beitrag von TramPolin »

Tecko @ 17 Mar 2007, 15:54 hat geschrieben: Aber wo ist genau das Problem bei der ganzen Geschichte? Ich denke 99% der Fahrgäste möchten so schnell wie möglich von A nach B kommen und die meisten außer ein paar Freaks fahren freiwillig keine Umwege.
99 % ist sicher übertrieben. Um Rundfahrten und unerlaubte Umwege geht es eher weniger, aber dem Missbrauch sind Tor und Tür geöffnet (obwohl diese eigentlich zu sind :D ). Denn wer zum jeweils niedrigsten Preis ins System reinkommt, nutzt potenziell die Möglichkeit, weiter zu fahren. Theoretisch löst man Kurzstrecke am Marienplatz und fährt dann bis Tutzing. Da die Ausschleusung aus Feuerschutzgründen wahrscheinlich keine Zulassung erhält, kann man so unerlaubt sehr günstig fahren. Das bedeutet, man braucht weiterhin zusätzliche Spontankontrollen, in mindestens dem gleichen Umfang wie jetzt. Gewonnen wäre nichts und die Erfahrung anderer Städte zeigt, dass die Anzahl der Schwarzfahrer nicht zurückgeht.

Außer hohen Kosten und massive Einschränkungen im Komfort (das Münchner System ist viel weniger geeignet als z.B. das New Yorker) bleibt dann nichts. Man muss bedenken, dass alles, inklusive die vielen S-Bahn-Außenäste abgesperrt und und eingezäunt werden müsste, das wäre Wahnsinn.

Deswegen gehe ich jede Wette ein, dass das in München die nächsten 20-30 Jahre nicht kommt.
Der Adler

Beitrag von Der Adler »

Wegen Feuerschutz: Die Zugangskontrollsysteme lassen sich -meiner Ansicht nach- so konstruieren, daß sie im Alarm- und Brandfall geöffnet werden können, um so eine Flucht vor dem Brand ohne Fahrkartenkontrollen zu ermöglichen. Oder sind die Deutschen Hasenfüße, wenn es ums Recht geht, beim Betätigen eines Not-Öffnungs-Knopf für die Zugangskontrollsysteme?
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Beitrag von TramPolin »

DT810 @ 17 Mar 2007, 21:40 hat geschrieben: Wegen Feuerschutz: Die Zugangskontrollsysteme lassen sich -meiner Ansicht nach- so konstruieren, daß sie im Alarm- und Brandfall geöffnet werden können, um so eine Flucht vor dem Brand ohne Fahrkartenkontrollen zu ermöglichen. Oder sind die Deutschen Hasenfüße, wenn es ums Recht geht, beim Betätigen eines Not-Öffnungs-Knopf für die Zugangskontrollsysteme?
Technisch machbar ja, ob es eine Zulassung geben würde, vermag ich nicht zu sagen, es gab hier bereits sehr skeptische Stimmen.

Aber: Sind die bestehenden Systeme eigentlich weltweit alles Systeme mit einer Schleuse zum Zutritt oder gibt es irgendwo auf der Welt auch eine echte Ausschleuse? Das heißt mit einer im Prinzip versperrten Türe, die nur bei gültigem Ticket öffnet?

Denkbar wäre natürlich eine Kombination von einer Einschleuse und einem elektronischen Ticket, was hier schon angedeutet wurde. Wer sich nicht sauber ausschleust, wird einfach mit dem höchsten möglichen Fahrpreis belastet (etwa Tutzing -> Flughafen, ggf. noch ein prozentualer Aufschlag dazu). Das wurde ja alles hier schon angedacht. Allerdings sehe ich hier halt einen massiven Komfortverlust und Beschweren bei Abbuchung der "Strafgebühr", wenn man mal wieder das Ausloggen vergessen hat. Außerdem würde es faktisch das elektronische Ticket für alle bedeuten. Daher stehe ich dem Ganzen skeptisch entgegen.
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Beitrag von konsti »

TramPolin @ 17 Mar 2007, 21:49 hat geschrieben: Aber: Sind die bestehenden Systeme eigentlich weltweit alles Systeme mit einer Schleuse zum Zutritt oder gibt es irgendwo auf der Welt auch eine echte Ausschleuse? Das heißt mit einer im Prinzip versperrten Türe, die nur bei gültigem Ticket öffnet?
Bei der Londoner U-Bahn zum Beispiel muss man das Ticket beim Ein- und Ausgang durch so ein Drehkreuz schieben.
LG
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Beitrag von Tecko »

In Singapur, Honkong oder Shanghai läuft das ganze eigentlich recht komfortabel hab.

Es gibt jede Menge Zugangskontrollgeräte, die flexibel je nach Hauptlastrichtung entweder den Ausgang oder Eingang kontrollieren. Dies ist durch rote und grüne Anzeigen signalisiert.

Der Fahrpreis wird automatisch über RFID-Technologie kontaktlos von seinem Guthaben auf der Chipkarte abgebucht. Ein Streiten die Drehsperre die Fahrkarte nicht "frisst", gibt es eigentlich nicht. Das ganze geht sehr flott. Für Leute mit Gepäck oder Rollstuhlfahrer gibt es auch breitere Durchgänge.
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Beitrag von Tecko »

TramPolin @ 17 Mar 2007, 21:49 hat geschrieben: Aber: Sind die bestehenden Systeme eigentlich weltweit alles Systeme mit einer Schleuse zum Zutritt oder gibt es irgendwo auf der Welt auch eine echte Ausschleuse?
Das ist sehr unterschiedlich. Die älteren Systeme kontrollieren nur den Eingang (kenne ich z.B. aus Stockholm oder bei der Metro in Paris, New York), viele neue Kontrollieren beides (Shanghai, Singapur, Honkong, Bangkok, Kuala Lumpur, London, RER Paris...)
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Beitrag von Tecko »

DT810 @ 17 Mar 2007, 21:40 hat geschrieben: Wegen Feuerschutz: Die Zugangskontrollsysteme lassen sich -meiner Ansicht nach- so konstruieren, daß sie im Alarm- und Brandfall geöffnet werden können, um so eine Flucht vor dem Brand ohne Fahrkartenkontrollen zu ermöglichen. Oder sind die Deutschen Hasenfüße, wenn es ums Recht geht, beim Betätigen eines Not-Öffnungs-Knopf für die Zugangskontrollsysteme?
Jede Kassensperre oder Eingangsanlage im Supermarkt muss in Deutschland eine Panikfunktion haben. Bei anderen (modernen)Zugangskontrollen ist dies auch ohne Probleme technisch verfügbar.
r2d2

Beitrag von r2d2 »

konsti @ 17 Mar 2007, 22:01 hat geschrieben: Bei der Londoner U-Bahn zum Beispiel muss man das Ticket beim Ein- und Ausgang durch so ein Drehkreuz schieben.

Innerhalb des U-Bahn-Netzes (das von der Größe wahrscheinlich dem Münchner U- und S-Bahnnetz zusammen entspricht), gibt es meines Wissens überall Ausgangskontollen. Mit einem zu billigen Ticket kommt man nicht aus dem Bahnhof (hab ich selbst schon erlebt, weil ich zufällig zwei Tickets hatte und erst durch Ausprobieren wußte, welches das richtige ist).

Darüberhinaus sind auch die Vortortbahnen integriert, von denen allerdings auch einige Stationen ohne Ausgangskontrolle verlassen werden können, m.W. sind das die kleineren und je nach Bahngesellschaft sind manchen Strecken schon ans elektronische Ticketing angeschlossen, das dort parallel zu normalen Papiertickets beutzt werden kann. D.h. dort gibt es Lücken im System an denen man mit einer "kurzstrecke" durch die ganze Stadt fahren kann und auch wieder hinaus kommt, allerdings steht man dann an irgendeinem Vorortbahnhof, von dem nur mit dem Zug wieder wegkommt und dann meistenst doch wieder an einer Sperre landet.
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Beitrag von TramPolin »

@r2d2
Interessant. Wenn wir in München wo was hätten würden wohl überall "Tipps" kursieren, wo man wie ohne Schleuse irgendwo hin kommt. Mit den fast schon einmalig vielen Zugängen, inklusive Aufzügen, Übergängen zwischen U- und S-Bahn (auch im Freien) hätte das System selbst in der Innenstadt wohl größere Lücken. Dazu käme noch die - natürlich verbotene - Möglichkeit , bei Außenstationen sich übers Gleis auszuschleusen (ggf. auch einzuschleusen) denn man kann ja die Gleise bekanntlich nicht absperren, es sei denn, man führt überall Bahnsteigtüren ein und sperrt so den Gleiszugang, eigentlich ein anderes Thema, was dann aber rein theoretisch auch in der Kreuzzstraße und in Stoiber-City passieren müsste.

Das bedeutet, wir könnten dann Schlagzeilen lesen, dass irgendjemand besonders schlau sein wollte und sich übers Gleis ausgeschleust hat und dann von einem Zug überrollt wurde. Das ist natürlich kein Argument gegen Zutrittskontrollsysteme, aber dieses Problem fällt mir in Verbindung mit diesen ein.

Generell bin ich froh, dass wir hier mit dem Zeug verschont werden, alleine das Gejammere in der Presse mit auftretenden Problemen würde mich nerven. So lesen wir alle 2 Jahre eine Stadtratsanfrage zu dem Thema, die eindeutig beantwortet wird - mehr ist nicht...
noebi
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Beitrag von noebi »

---Aus: Sonderverkehr "Finale dahoam"---
Autobahn @ 26 May 2012, 19:28 hat geschrieben: @ TravellerMunic

Richtig, der ÖPNV soll die Mobilität der Bevölkerung sicher stellen. Er ist aber nicht dazu da, besoffene Fußballfans auf Kosten der Allgemeinheit durch die Nacht zu kutschieren, normalen Fahrgästen auf die Nerven gehen und dann womöglich noch die Züge auseinandernehmen.

Die sollen laufen, bis sie wieder nüchtern sind  :lol:
Natürlich ist der ÖPNV dazu da, um betrunkene Personen nach Hause zu befördern. Das ist ja gerade ein Vorteil des ÖPNV und ein Grund mehr, sich eine Monatskarte zu kaufen, weil, wenn man einmal die Woche feiern geht eh ne Tageskarte für 5,60 € braucht.

Dass Leute schwarzfahren und somit auf Kosten der zahlenden Fahrgäste (in München rechnet sich der ÖPNV, daher nicht "auf Kosten der Allgemeinheit") fahren, liegt aber an der Rückständigkeit des MVV. Dieses Thema ärgert mich schon lange. Ähnlich wie in London, Venedig, New York etc. wäre es nämlich möglich, durch Bahnsteigsperren den Durchgang nur für Personen mit Fahrschein zu ermöglichen. London beweist anhand eines riesigen U-Bahn-Netzes, dass dies auch bei großen Netzen möglich ist, Venedig beweist, dass das auch bei Einzelfahrten mit Papierfahrscheinen kostendeckend funktioniert.
Nebenbei könnten für die Kosten, die für Kontrolleure aufgewendet werden Sicherheitspersonen eingestellt werden.
Dazu würde versehentliches Schwarzfahren, etwa durch Nichtentwerten oder Vergessen einer Fahrkarte unmöglich werden.
Dadurch würde auch Bürokratieaufwand durch Schwarzfahren gespart und die Kosten dafür könnten zusätzlichem Sicherheits- und Informationspersonal zugute kommen.

Natürlich bringt es Probleme mit sich, Betrunkene Fahrgäste zu transportieren, aber gerade die Tatsache, dass man auch mal was trinken gehen kann, ohne einen Fahrer zu benötigen, ist ja ein großer Vorteil von Großstädten. Und genau davon leben die Diskotheken und Kneipen, weil die Leute so lange bleiben, bis sie heim wollen und nicht nur so lange, bis der Fahrer heim will. Dazu kommt noch, dass die Gefahr von Unfällen betrunkener Autofahrer sinkt, je besser die ÖPNV-Versorgung ist. (Nur eigene Meinung, kein Beleg, aber macht sinn. In meinem Heimatlandkreis gibt es z.B. nur noch eine Streife, und dadurch, dass das bekannt ist, haben viele keine Hemmungen mehr, betrunken nach Hause zu fahren...)
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